Nachhaltiges Wohnen

Interview mit Ger Peeters, Vorstandsvorsitzender von Wonen Limburg

Wirtschaftsforum: Herr Peeters, können Sie uns einen Überblick über die Wonen Limburg geben?

Ger Peeters: Wonen Limburg wurde vor 15 Jahren gegründet, als ich hierher kam. Damals gab es in Limburg mehrere kleinere Wohnungsgenossenschaften. Wir haben diese zu einer größeren Einheit zusammengeführt und betreuen heute etwa 30.000 Wohnungen mit rund 60.000 Mietern in der gesamten Provinz. Unser Fokus liegt auf sozialem Wohnungsbau, aber wir bieten auch Wohnraum für Menschen mit unterschiedlichen finanziellen Hintergründen an.

Wirtschaftsforum: Wie hat sich der Wohnungsmarkt in Limburg in den letzten Jahren entwickelt?

Ger Peeters: Die Situation ist angespannt. In Limburg muss man im Durchschnitt bis zu sieben Jahre auf eine Wohnung warten. Wenn man nicht privat mietet, kann es sogar bis zu zwölf Jahre dauern. Diese langen Wartezeiten sind für viele Menschen frustrierend, insbesondere für Berufsanfänger und Familien.

Wirtschaftsforum: Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um den Wohnungsbedarf zu decken?

Ger Peeters: Wir setzen auf eine Kombination aus Neubau und der Umnutzung bestehender Gebäude. Ein Beispiel ist das ehemalige DSM-Gebäude in Heerlen, das früher als Hauptsitz eines Unternehmens diente. Wir verwandeln es in Wohnraum und integrieren dabei ökologische Aspekte, um ein nachhaltiges Wohnumfeld zu schaffen. Zusätzlich haben wir das Neubauprojekt De Scheg in Maastricht realisiert, das mehrere moderne Wohnhochhäuser umfasst: Scheg 1A/B und Scheg 2A/B. Scheg 1A/B ist für Mieter im sozialen und mittleren Mietsegment vorgesehen. Die Bewohner können bei Bedarf häusliche Pflege und Unterstützung über Envida in Anspruch nehmen. Scheg 2A/B bietet insgesamt 173 Mietwohnungen, die speziell für junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren konzipiert sind. Die Apartments variieren in ihrer Größe von 19 bis 40 m2 und sind ideal für junge Berufstätige, Studierende und Promovierende.

Wirtschaftsforum: Wie wichtig ist das soziale Miteinander in den Wohnanlagen von Wonen Limburg?

Ger Peeters: Es ist von zentraler Bedeutung. Wir glauben, dass der Mensch im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen sollte. Die Interaktion zwischen den Mietern ist entscheidend für ein harmonisches Zusammenleben. Daher gestalten wir unsere Wohnviertel so, dass Begegnungen gefördert werden, sei es durch Gemeinschaftsräume oder Veranstaltungen. Da­rüber hinaus geben wir unseren Mietern eine wichtige Stimme in unserer Organisation und legen großen Wert auf ihre Meinungen, Ideen und Wünsche.

Wirtschaftsforum: Welche He­rausforderungen sehen Sie bei der Umsetzung Ihrer Projekte?

Ger Peeters: Eine der größten Herausforderungen ist die Finanzierung. Wir müssen sowohl soziale als auch wirtschaftliche Aspekte in Einklang bringen. Das bedeutet, dass wir effizient arbeiten und gleichzeitig unsere sozialen Ziele verfolgen müssen. Unsere Einnahmen fließen direkt in neue Projekte, sodass wir keine Dividenden ausschütten.

Wirtschaftsforum: Wie gehen Sie mit der steigenden Nachfrage und den hohen Baukosten um?

Ger Peeters: Wir sind ständig auf der Suche nach innovativen Lösungen. Dazu gehört auch der Bau von vorgefertigten Häusern. Diese Methode ermöglicht es uns, Wohnraum effizient zu schaffen und gleichzeitig die Baukosten zu senken.

Wirtschaftsforum: Wie wichtig ist Nachhaltigkeit für Wonen Limburg?

Ger Peeters: Nachhaltigkeit ist uns ein zentrales Anliegen. Wir streben an, mindestens 25% unserer Neubauten in Holzbauweise oder als zirkuläre Gebäude zu realisieren. Außerdem arbeiten wir eng mit Universitäten und Forschungsinstituten zusammen, um unsere Gebäude ökologisch zu gestalten.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und anderen Institutionen?

Ger Peeters: Die Zusammenarbeit ist entscheidend. Wir müssen die Bedürfnisse der Gemeinden verstehen und in unsere Planungen einbeziehen. Nur so können wir Projekte entwickeln, die sowohl den Mietern als auch der Gemeinschaft zugutekommen. Der Dialog mit den Bürgern ist unerlässlich, um Transparenz zu schaffen und Akzeptanz für unsere Projekte zu gewinnen.

Wirtschaftsforum: Wie sieht die Zukunft von Wonen Limburg aus?

Ger Peeters: Ich bin optimistisch. Wir haben viele Projekte in der Pipeline, sowohl große als auch kleinere Vorhaben, die das Leben in den Dörfern bereichern. Unser Ziel ist es, die Wartezeiten für Wohnungen zu verkürzen und gleichzeitig ein qualitativ hochwertiges Wohnumfeld zu schaffen.

Wirtschaftsforum: Abschließend: Was ist Ihre Botschaft an die Mieter und die Öffentlichkeit?

Ger Peeters: Wir setzen uns leidenschaftlich dafür ein, den Wohnungsmarkt in Limburg zu verbessern. Wir sind uns der Herausforderungen bewusst und arbeiten hart daran, Lösungen zu finden. Die Menschen stehen bei uns im Mittelpunkt und wir möchten, dass jeder ein Zuhause findet, in dem er sich wohlfühlt.

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