Technische Lösungen für komplexe Industrieanlagen
Interview mit Federica Calandra, Sales Manager der Vexa s.r.l.

Wirtschaftsforum: Frau Calandra, Vexa ist ein vergleichsweise junges Unternehmen. Wie hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren entwickelt?
Federica Calandra: Vexa ist seit etwas mehr als zehn Jahren am Markt, und wir haben in dieser Zeit eine sehr dynamische Entwicklung erlebt. Uns wurde sogar von Beratern und Branchenkennern gesagt, dass wir in wenigen Jahren das erreicht haben, wofür andere Unternehmen oft Jahrzehnte brauchen. Diese schnelle Entwicklung ist natürlich auch sehr anspruchsvoll, weil Wachstum immer bedeutet, Strukturen aufzubauen und Prozesse zu professionalisieren. Gleichzeitig motiviert uns der Erfolg, weiter konsequent an unserer Position im Markt zu arbeiten.
Wirtschaftsforum: Welche Leistungen stehen heute im Mittelpunkt Ihres Geschäftsmodells?
Federica Calandra: Unser Schwerpunkt liegt auf Dienstleistungen und Komponenten für die Stahlindustrie. Konkret fertigen wir Ersatzteile und Bauteile für Anlagen, etwa für Rauchgas- oder Ofensysteme in Stahlwerken. Diese Teile müssen regelmäßig während sogenannter Wartungsstillstände ausgetauscht werden. In diesen Zeitfenstern steht die Produktion still, daher muss alles perfekt vorbereitet sein und sehr schnell umgesetzt werden. Genau hier liegt unsere Stärke: Wir bieten einen Komplettservice – von der technischen Planung über die Fertigung bis zur Installation.
Wirtschaftsforum: Das klingt nach einem sehr spezialisierten Markt. Welche Bedeutung hat diese Spezialisierung für Ihre Position im Wettbewerb?
Federica Calandra: Spezialisierung ist ein entscheidender Faktor. Gerade in der Stahlindustrie zählt Zuverlässigkeit. Wenn ein Ofen nach einer Wartung nicht rechtzeitig wieder in Betrieb gehen kann, entstehen für das Stahlwerk enorme wirtschaftliche Verluste. Deshalb müssen unsere Komponenten exakt passen und zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sein. Unsere Kunden wissen, dass sie sich auf uns verlassen können – und dieses Vertrauen ist im Wettbewerb wichtiger als der reine Preis.
Wirtschaftsforum: In welchen Märkten ist Vexa heute aktiv?
Federica Calandra: Unser Hauptmarkt ist Italien, aber wir arbeiten auch international. Besonders kontinuierlich sind unsere Projekte in Frankreich, wo wir regelmäßig Wartungsarbeiten für ein Stahlwerk begleiten. Darüber hinaus haben wir auch Projekte in Ländern wie Rumänien oder Schweden umgesetzt. Deutschland sehen wir ebenfalls als potenziell sehr interessanten Markt, weil es dort eine starke Stahlindustrie gibt und unsere Leistungen gut dazu passen könnten.
Wirtschaftsforum: Die letzten Jahre waren wirtschaftlich turbulent – von der Pandemie bis zum Krieg in der Ukraine. Wie hat Ihr Unternehmen diese Phase erlebt?
Federica Calandra: Während der Pandemie hatten wir tatsächlich nur einen leichten Rückgang. Es war das erste Jahr, in dem wir unseren Umsatz nicht weiter steigern konnten, aber wir konnten weiterarbeiten, weil unsere Leistungen für industrielle Wartungsprozesse weiterhin gebraucht wurden. Eine größere Herausforderung war später der starke Anstieg der Materialpreise nach Beginn des Ukrainekriegs. Hier hat uns geholfen, dass wir meist mit relativ kurzen Projektlaufzeiten arbeiten und unsere Preise entsprechend anpassen konnten.
Wirtschaftsforum: Neben der Stahlindustrie gibt es bei Vexa noch andere Geschäftsbereiche. Welche Rolle spielt diese Diversifizierung?
Federica Calandra: Neben der Stahlindustrie sind für uns der klassische Metallbau sowie technische Speziallösungen für Bau- und Infrastrukturprojekte relevante Geschäftsbereiche. Gerade im Stahlbereich gibt es klare Wartungszyklen, die häufig auf bestimmte Zeiten im Jahr konzentriert sind. Projekte im Metallbau oder im Infrastrukturbereich lassen sich dagegen flexibler planen. Durch diese Kombination können wir unsere Kapazitäten besser auslasten und gleichzeitig unabhängiger von einzelnen Marktzyklen agieren.
Wirtschaftsforum: Welche Ziele haben Sie für die kommenden Jahre?
Federica Calandra: Unser Ziel ist es, weiter zu wachsen und unsere Marktposition insbesondere im Bereich der Stahlindustrie auszubauen. Dafür möchten wir unsere Vertriebsaktivitäten verstärken und gleichzeitig stärker mit Partnerunternehmen zusammenarbeiten, um größere Projekte realisieren zu können. Wichtig ist uns dabei auch die interne Entwicklung: Wir möchten ein Unternehmen sein, in dem Menschen gerne arbeiten und sich langfristig einbringen. Gerade bei unserem schnellen Wachstum ist es entscheidend, Strukturen zu schaffen, die nachhaltig funktionieren.
















