Gesunde Mahlzeiten und Salate ‚ready-to-eat‘

Interview mit Virgilio Spera, Managing Director der Thurländer Salate und Feinkost GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Spera, was sind heute die wichtigsten Produkte in ihrem Produktsortiment?

Virgilio Spera: Unser Kernprodukt ist Salat in Schalen. Darüber hinaus bieten wir auch Gemüse und Obst in Schalen und Beuteln an, ebenso gemischte Salate, ready-to-eat Salate und ganze Mahlzeiten.

Wirtschaftsforum: Woher stammt Ihre Rohware?

Virgilio Spera: Wir sourcen deutschlandweit, überwiegend lokal. Da die Produktion in Deutschland im Winter begrenzt ist, haben wir ein Unternehmen in der Foodiverse Gruppe -zu welcher Thurländer Salate auch gehört-, Agromediterránea, im Südosten Spaniens, das in diesen Zeiten die gesamte Gruppe täglich mit frischem Gemüse versorgt. Darüber hinaus haben wir aber auch feste Kooperationen mit anderen Lieferanten aus Deutschland. Speziellere Rohware kaufen wir in den entsprechenden Herkunftsländern. Unser MSC-zertifizierter Lachs aus nachhaltiger Herkunft zum Beispiel kommt aus Norwegen. Wir können vom Feld bis zum Endprodukt eine durchgängige hohe Qualität garantieren. Unsere Kontrollen sind engmaschig und selbstverständlich halten wir alle wichtigen Zertifikate.

Wirtschaftsforum: Welche aktuellen Trends und Innovationen thematisieren Sie zurzeit bei Thurländer?

Virgilio Spera: Innovation ist unser tägliches Brot, von den Rohwaren bis hin zu innovativen Verpackungen. 2020 haben wir zum Beispiel Pappschalen anstelle von Plastikschalen eingeführt. Wir gehen selbstverständlich auch auf die aktuellen Ernährungstrends ein, wie zum Beispiel vegane oder Bio-Ernährung. Vor kurzem haben wir eine große neue Kühlung installiert, um uns auch hier auf neue Themen einstellen zu können.

Wirtschaftsforum: Das heißt, das Thema Nachhaltigkeit wird wichtiger?

Virgilio Spera: Ja. Deshalb bemühen wir uns, über vegane und Bio-Produkte hinaus tatsächlich auch grün zu produzieren. Die Natur gibt uns wunderbare frische Produkte, wie Obst und Gemüse. Wir sind der Überzeugung, dass es unsere Verantwortung ist, etwas zurückzugeben. Wir haben unter anderem eine Solaranlage installieren und versuchen, zwischen 10 bis 15% unsere Strombedarfs durch Solarstrom zu decken. Wir arbeiten konsequent an der Reduzierung unseres Wasserverbrauches und im Verpackungsbereich stellen wir auf recycelfähige Produkte um.

Wirtschaftsforum: Seit wann gibt es Thurländer und wo sehen Sie das Unternehmen heute am Markt?

Virgilio Spera: Unsere Anfänge reichen zurück ins Jahr 1999. Seit 2018 sind wir Teil der internationalen Foodiverse Gruppe – einem multinationalen spanischen Unternehmen, das sich auf den Verkauf frischer und gesunder Lebensmittelprodukte spezialisiert hat. Wir beschäftigen inzwischen bei Thurländer rund 450 Mitarbeiter und sind in Deutschland Marktführer für Salat in Schalen.

Wirtschaftsforum: Herr Spera, was sind Ihre wichtigen Themen für 2021?

Virgilio Spera: Durch die Pandemie hat sich vieles verändert und es sind bei den Verbrauchern neue Trends entstanden. Der Bedarf an Produkten für das Kochen zuhause ist deutlich gestiegen. Das Thema ‚slow cooking‘ ist verstärkt ins Bewusstsein gerückt. Insgesamt legen die Verbraucher mehr Wert auf gesunde Ernährung. Ein weiteres Thema, das immer wichtiger wird, ist das Thema „Nachhaltigkeit“. Durch viele Politikmaßnahmen der EU sind Recycling und nachhaltige Verpackungen zudem stärker ins Bewusstsein gerückt. Und genau das ist unsere Mission bei Thurländer Salate: die Revolution der gesunden Ernährung voranzutreiben!

Wirtschaftsforum: Welches langfristige Ziel verfolgen Sie mit Thurländer?

Virgilio Spera: Wir möchten für Verbraucher die erste Wahl sein und für jede Lebenslage gesunde und frische Produkte bieten. Unser Ziel ist es, unsere Produktpalette und auch unseren Kundenstamm weiter auszubauen. Wir streben an, Marktführer in Nordeuropa zu werden und möchten weiter wachsen. Abseits aller Wachstumspläne aber ist es uns grundsätzlich wichtig, langfristige Werte zu schaffen, für Mitarbeiter, Kollegen und auch unsere Inhaber. In den vergangenen zwei Jahren haben wir eine neue Struktur gebaut. Diese werden wir jetzt konsolidieren.

Wir werden den Markt genau im Auge behalten, unser Team um gute Mitarbeiter und Spezialisten stärken, zum Beispiel für den Bereich der Qualitätskontrolle. Wir werden intern die Strukturen schaffen, dass wir unsere Wachstumsziele erreichen können. Das vergangene Jahr war ein kompliziertes Jahr für unsere Branche. Ich möchte mich an dieser Stelle einmal ausdrücklich bei unseren Mitarbeitern bedanken. Sie alle haben trotz der schwierigen Situation ihr Bestes gegeben. Ohne unsere Mitarbeiter hätten wir diesen Erfolg nicht erreicht. Wir sind ein großartiges Team mit einer Familienseele. Das erfüllt uns mit Glück und Stolz.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Genusswelten

„Für uns ist Regionalität das bessere Bio!“

Interview mit Uwe Nickut, Geschäftsführer der nickut catering GmbH

„Für uns ist Regionalität das bessere Bio!“

Wer im Bergischen Land eine Schule besucht, in einem Seniorenheim lebt oder eine Klinik aufsuchen muss, hat gute Chancen, dort von der nickut catering GmbH verpflegt zu werden, die sich…

Wo die Seele des Prosecco wächst

Interview mit Stefano Gava, General Manager der Val d‘Oca S.r.l.

Wo die Seele des Prosecco wächst

Die Weinbranche steht unter dem Einfluss globaler Trends, von neuen Konsumgewohnheiten bis hin zu steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Qualität. In dieser dynamischen Landschaft behauptet sich Val d’Oca als eine…

Für das leibliche Wohl

Interview mit Nicole Stein, Geschäftsführerin der Melles & Stein Messe-Service GmbH

Für das leibliche Wohl

Als innovativer und zuverlässiger Partner für die kulinarische und personelle Messestandbetreuung hat sich die Melles & Stein Messe-Service GmbH in der dynamischen Messewelt einen Namen gemacht. Trotz der Herausforderungen, die…

Spannendes aus der Region

Mit regional verfügbaren Ressourcen die  Wettbewerbsfähigkeit am Standort stärken!

Interview mit Dr. Tobias Wolfinger, Geschäftsführer der Technikum Laubholz GmbH

Mit regional verfügbaren Ressourcen die Wettbewerbsfähigkeit am Standort stärken!

An der Schnittstelle zwischen Entwicklung und Produktion will das Technikum Laubholz aus Baden-Württemberg dafür sorgen, dass innovative Produkte, die die bioökonomische Transformation vorantreiben, schnell skaliert werden können und somit möglichst…

Repowering als Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende

Interview mit Prof. Dr. Werner Süss, CEO der NeXtWind Management GmbH

Repowering als Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende

Der Ausbau der erneuerbaren Energien gilt als zentrale Voraussetzung für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und eine unabhängige Energieversorgung. Gleichzeitig erreichen viele der ersten Windanlagen aus den 1990er-Jahren das Ende ihres Lebenszyklus. Die…

Jetzt die Weichen richtig stellen

Interview mit Marian Thomas, Vorstand und Roland Müller, Vorstandsvorsitzender der BUG Verkehrsbau SE

Jetzt die Weichen richtig stellen

Die Verkehrswende gilt als zentrale Zukunftsaufgabe und stellt Infrastruktur und Bauunternehmen vor große Herausforderungen. Die BUG Verkehrsbau SE mit Sitz in Berlin sieht sich als aktiver Mitgestalter und treibt als…

Das könnte Sie auch interessieren

Herzgesund wirksam, sanft im Alltag

Interview mit Ina Auramava, Associate Director Commercial der Wakunaga of Europe GmbH

Herzgesund wirksam, sanft im Alltag

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in Deutschland – und doch gibt es viele Möglichkeiten, aktiv vorzubeugen. Immer mehr Menschen suchen nach natürlichen Wegen, ihre Vitalität zu stärken. Genau hier…

„Wir brauchen im digitalen Alltag einen Sicherheitsgurt“

Interview mit Erika Felder, Geschäftsführerin der memon bionic instruments GmbH

„Wir brauchen im digitalen Alltag einen Sicherheitsgurt“

Es beginnt mit einer persönlichen Erfahrung – und mündet in eine unternehmerische Mission. Erika und Hans Felder haben ihr erfolgreiches Immobiliengeschäft aufgegeben, um eine Technologie bekannt zu machen, die Menschen…

„Wir müssen uns die mittelständische Landwirtschaft  bewahren!“

Interview mit Christian Gaisböck, Geschäftsführer der MFG Deutsche Saatgut GmbH

„Wir müssen uns die mittelständische Landwirtschaft bewahren!“

Die MFG Deutsche Saatgut GmbH unterstützt Landwirte mit widerstandsfähigem und ertragreichem Mais- und Sojasaatgut sowie vielfältigen Zwischenfrüchten und Gräser­mischungen. Warum die Innovationen dabei in Nuancen vorangehen und trotzdem starke Nutzengewinne…

TOP