„Entscheidend sind Qualität und Termintreue!“
Interview mit Alexander Schaal, Geschäftsführer Sport der SPORTSTÄTTENBAU Garten-Moser GmbH u. Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Schaal, schon seit über 90 Jahren steht Garten Moser für weit mehr als Grün- und Landschaftspflege – an welcher Stelle engagiert sich dabei die Tochtergesellschaft, die Sie verantworten?
Alexander Schaal: Neben Dachbegrünungs- und Beregnungstechnikunternehmen sowie einer starken Elektrotechniksparte, die allesamt als eigenständige Gesellschaften firmieren, steht unser Teilbereich für die gesamte Vielfalt des Outdoor-Sports. Dabei übernehmen wir nicht nur sämtliche Installationsarbeiten für Kunst- oder Naturrasenspielfelder sowie leichtathletische Anlagen samt Laufbahnen, sondern kümmern uns auch um entsprechende Pflege-, Renovierungs- und Regenerationsarbeiten: Allein im Rahmen der Frühjahrsinstandsetzung fallen bei uns jährlich etwa 1.300 Tennisplätze an. Im Moment stehen zudem gerade Sanierungsmaßnahmen in den Augsburger und Hoffenheimer Fußballstadien an, bevor wir anschließend bereits nach Stuttgart weiterziehen. Zudem bauen wir derzeit für den FC Bayern einen großen beheizten Trainingsplatz samt zusätzlichem Torwarttrainingsplatz mit einem aufwendigen Sichtschutzzaun, wie es ihn in dieser Form bisher noch nicht gab – ein technologisches Novum, das wir gemeinsam mit einer Partnerfirma entwickeln.
Wirtschaftsforum: Wie gestaltet sich dabei die Zusammenarbeit mit Ihren Kunden?
Alexander Schaal: Zu unseren Auftraggebern zählt auch die öffentliche Hand auf kommunaler wie auf Bundes- und Landesebene. Hier nehmen wir auf dem üblichen Wege an Ausschreibungen teil, werden als einer von wenigen hoch spezialisierten Marktteilnehmern in unserem Segment aber auch bisweilen explizit zur Angebotsabgabe aufgefordert. Mehr als die Hälfte unserer Aufträge stammt allerdings direkt von den entsprechenden Sportvereinen von der Kreisligaebene bis hinauf zu den Bundesligisten. Auf Basis unseres jahrzehntelang gewachsenen Fachwissens ist unsere Expertise dort auch vielfach bereits in der ersten Planungsphase sowie bei der Zuschussbeantragung gefragt.
Wirtschaftsforum: Wie haben Sie sich dieses Vertrauen über die Jahre erarbeitet?
Alexander Schaal: Trotz unserer Größe – inzwischen beschäftigt die gesamte Unternehmensgruppe über sämtliche Teilbereiche hinweg nahezu 300 Mitarbeiter – sind wir durch und durch ein Familienbetrieb mit kurzen Entscheidungswegen geblieben. Diese breite Entscheidungsfreiheit für die einzelnen CEOs der Konzerngesellschaften und das starke Rückgrat, das die Unternehmerfamilie uns zuteilwerden lässt, hält auch mich persönlich bereits seit über 25 Jahren bei Garten Moser. Aus dieser Haltung heraus ergibt sich für uns zudem unser unbedingtes Qualitätsbewusstsein, für das wir seit Jahrzehnten im Markt stehen: Denn wir prüfen nicht nur sämtliche von uns eingesetzten Materialien unter realen und Laborbedingungen, sondern lassen unsere Ausführungsqualität bisweilen auch extern überwachen. Das schafft Vertrauen und Transparenz.
Wirtschaftsforum: Worauf kommt es den Vereinen neben Ihrem starken Qualitätsversprechen besonders an?
Alexander Schaal: Auf die bedingungslose Einhaltung der verabredeten Zeitvorgaben! Denn umfassende Sanierungs- und Ausführungsarbeiten lassen sich nur während der Spielpausen umsetzen – nach diesem Kalender hat sich also alles andere auszurichten. Diese verlässliche Termintreue haben wir dabei schon oft genug unter Beweis gestellt, nicht zuletzt dank unseren erfahrenen langjährigen Mitarbeitern, die die unumstößliche Grundlage für unseren anhaltenden Unternehmenserfolg darstellen: Auch sie schätzen unsere Verlässlichkeit als alteingesessener Familienbetrieb und zugleich unsere Flexibilität, mit der wir eine Tätigkeit bei uns attraktiv machen können: etwa mit einer Viertagewoche und einer attraktiven Vergütung bei Einsätzen auf Montage.
Wirtschaftsforum: Welche Innovationen stehen derzeit im Zentrum Ihrer Aufmerksamkeit?
Alexander Schaal: Inzwischen gibt es eigentlich kaum noch ein Stadion ohne Hybridrasen; das war vor einigen Jahren noch anders. Gleiches gilt für Rasenheizungen, die vom DFB inzwischen bis in die 3. Bundesliga hinunter für die Stadien vorgesehen sind: Aus Gründen der Energieeffizienz müssen diese zusätzlich mit einer entsprechenden Dämmschicht versehen werden, damit nach unten hin nicht unnötig Abwärme abgestrahlt wird. Auch beim Wasserverbrauch wird das Thema Nachhaltigkeit für die Vereine immer wichtiger; hier arbeiten viele inzwischen mit Zisternen. Trotz der immer heißeren und trockeneren Sommer bestehen die Vereine gerade im professionellen Bereich natürlich auf ganzjährig hochbelastbare Spielfelder, was immer größere technologische Herausforderungen mit sich bringt. Selbstverständlich können auch wir die Natur nicht verbiegen, wohl aber auf Basis unserer langjährigen Erfahrung neue Lösungen entwickeln, die auch unter extremeren Wetterbedingungen tragen. Das ist nicht billig und gerade für die kleineren Vereine, die jeden Euro umdrehen müssen, tut die Politik aus meiner Sicht zu wenig, nicht zuletzt auch angesichts der deutlich gestiegenen Energiepreise. Gleichzeitig steigen die bürokratischen Anforderungen weiterhin beständig an, was nicht nur bei uns, sondern auch bei den Vereinen oftmals unnötig viele Ressourcen bindet.









