„Unser Ziel lautet: ‘Wir helfen!’“

Interview mit Jarno Bor, Geschäftsführer der Service 24 Notdienst GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Bor, die Service 24 Notdienst GmbH bietet ein sehr umfassendes Leistungsspektrum an. Auf welche Kompetenzen können sich Ihre Kunden verlassen?

Jarno Bor: Unsere Mission lässt sich im Prinzip in zwei Worten zusammenfassen: ‘Wir helfen!’ Dabei unterstützen wir mittlerweile in ganz Europa eine Vielzahl von Unternehmen und Fachkräften aus dem Mobilitätssektor, von weitverzweigten multinationalen Logistikdienstleistern mit einem knapp 10.000 Lkw starken Fuhrpark bis hin zu kleineren Spediteuren mit wenigen Dutzend Fahrzeugen im Bestand. Seit 42 Jahren treibt uns jeden Tag aufs Neue an, die Nutzfahrzeugbranche mobil zu halten.

In diesem Zuge fungieren wir für unsere Kunden und die bei ihnen beschäftigten Kraftfahrerinnen als erster Kontaktpunkt, wenn irgendetwas schiefgeht – beispielsweise bei einem Unfall.

Wirtschaftsforum: In Situationen also, in denen zuvorderst schnell gehandelt werden muss – wie rasch kann Service 24 unterstützen?

Jarno Bor: Mittlerweile haben wir eine Schlagzahl von 1,8 Millionen Kundenkontakten pro Jahr erreicht, wovon 70% auf telefonischem Wege erfolgen. Trotz dieses rasanten Wachstums halten wir an unserer Anforderung fest, 80% der eingehenden Anrufe innerhalb von 20 Sekunden persönlich entgegenzunehmen – deshalb ist auch jenseits des Fachpersonals in unseren europaweit verzweigten Callcentern jeder einzelne Mitarbeiter in unserem Unternehmen, vom Key Account Management bis hin zur Geschäftsführung, darauf geschult, bedarfsweise selbst Notrufe am Telefon zu bearbeiten. Durch unser breites Netzwerk verfügen wir über die Schlagkraft, jedem Lkw-Fahrer, der in einer akuten Problemsituation bei uns vorstellig wird, unverzüglich in seiner Muttersprache zu helfen – dabei bleibt diese Sprachkompetenz auch im vereinten Europa gerade in Ausnahmesituationen von besonderer Bedeutung. Jenseits der Pannenhilfe sowie gegebenenfalls der unverzüglichen Verfügbarmachung der erforderlichen medizinischen Versorgung vor Ort können wir auch in anderen Akutsituationen unterstützen: So verantworten wir beispielsweise die Sperrung von Tankkarten, wenn einem Kraftfahrer die Brieftasche entwendet wurde. Ferner setzen wir etwa für Hersteller von Traktoren umfassende Kundensupport-Dienstleistungen um und engagieren uns zudem im Schadensmanagement von Versicherungen. Unser Schwerpunkt liegt jedoch weiterhin auf einer alltagsnahen Unterstützung von Kraftfahrern, insbesondere in schwierigen Situationen. Das bleibt für uns die zentrale Herzensangelegenheit, gerade in besonders schwierigen Zeiten: So haben wir etwa während der Pandemie zusammen mit DocStop dafür gesorgt, dass Berufskraftfahrer trotz gesperrter Raststätten Zugang zu Hygieneprodukten erhalten konnten.

Wirtschaftsforum: Wie sorgen Sie dafür, dass Ihr Leitbild „Big enough to handle, small enough to care“ auch im Tagesgeschäft aufgeht?

Jarno Bor: Als Teil des ÖAMTC tritt die Service 24 Notdienst GmbH zusammen mit dem ADAC Truck Service mittlerweile als 24/7 GmbH im Markt auf und verfolgt dabei das klare Ziel, die beste und größte Notrufzentrale in Europa zu werden. Durch die gewachsenen Strukturen in 27 Ländern können wir dabei auf ein europaweites Netzwerk bauen, wobei wir noch dieses Jahr mit entsprechenden Aktivitäten im MENA-Raum über den europäischen Markt hinauswachsen werden. Während wir insgesamt etwa 400 Mitarbeiter beschäftigen, haben die Teams in den jeweiligen Ländern eine überschaubare Größe und verfügen zudem über das erforderliche lokale Know-how, um sich mit einer möglichst hohen Agilität den örtlichen Herausforderungen zu stellen. Gleichzeitig sind diese lokalen Einheiten bestens miteinander vernetzt, um voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen. So können wir Schlagkraft und Flexibilität bestmöglich vereinen.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

Serielle Baukonzepte für einen veränderten Markt

Interview mit Mario Haubner, Geschäftsleiter und Stefanie Haubner, Geschäftsleiterin der Haubner Holding GmbH

Serielle Baukonzepte für einen veränderten Markt

Modulares Bauen gewinnt angesichts steigender Kosten und hoher Zinsen zunehmend an Bedeutung. Die Haubner Holding GmbH setzt dabei auf industrielle Vorfertigung, klare Prozesse und eine strategisch breit angelegte Ausrichtung. Mario…

Der Wow-Effekt unter dem Helm

Interview mit Dirk Rosenbauer, Business Development ­Manager DACH, KASK Safety

Der Wow-Effekt unter dem Helm

Wenn es um Arbeitsschutz geht, entscheidet heute nicht mehr allein die Erfüllung von Normen über den Erfolg eines Produkts. In vielen Branchen zählt vor allem, ob Schutzausrüstung im Alltag akzeptiert…

Den Netzausbau weiter vorantreiben

Interview mit Dr. Thomas Schoenemann, Geschäftsführer der IMD Infrastruktur GmbH

Den Netzausbau weiter vorantreiben

Was haben die Gas-, Wasser-, Strom- und Fernwärmenetze in Deutschland gemeinsam? Bei allen besteht deutlicher Ausbau- und Sanierungsbedarf – und genau an dieser Stelle engagiert sich die IMD Infrastruktur GmbH…

Spannendes aus der Region Altaussee

Erfolgreich dank gutem Miteinander

Interview mit Martin Pointner, Geschäftsführer der Herbert KNEITZ GmbH

Erfolgreich dank gutem Miteinander

Vom Spielzeughersteller zum führenden Anbieter von Sitzbezügen für Fahrzeuge im deutschsprachigen Raum: Die Herbert KNEITZ GmbH hat eine beachtliche Entwicklung vollzogen. Das liegt – neben dem absoluten Fokus auf Qualität…

„Wir haben uns einen sehr guten Namen gemacht“!

Interview mit Hansjörg Stocker, Geschäftsführer des congress Schladming

„Wir haben uns einen sehr guten Namen gemacht“!

Die einen loben die ‘hochprofessionelle Licht- und Tontechnik’. Die anderen ‘die professionelle Abwicklung vor Ort’. Kunden des congress Schladming sind voll des Lobes über das Gebäude und die Betreuung. Im…

Integrierte Wertschöpfung im Wohnbau

Interview mit Rudolf Wagner, Vertriebsleiter der ETZI-Group GmbH

Integrierte Wertschöpfung im Wohnbau

Steigende Baukosten, knapper Wohnraum und akuter Fachkräftemangel setzen die Bauwirtschaft massiv unter Druck. Gleichzeitig wächst der Bedarf an leistbaren, nachhaltigen und effizient realisierbaren Wohnlösungen. Dass diesen Herausforderungen beispielhaft begegnet werden…

Das könnte Sie auch interessieren

Strategie statt Chaos in der Kommunikation

Interview mit Björn Bröhl, Geschäftsführer der Scompler Technologies GmbH

Strategie statt Chaos in der Kommunikation

In Zeiten der digitalen Kommunikation produzieren Unternehmen mehr Content denn je – doch häufig fehlt die Strategie dahinter. Social Media-Posts werden ad hoc erstellt, Kampagnen ohne roten Faden gestartet. Die…

incampus Ingolstadt: Neue Heimat für Technologien der Zukunft

Interview mit Dr.-Ing. Christof Messner, Geschäftsführer und Norbert Forster, Geschäftsführer der IN-Campus GmbH

incampus Ingolstadt: Neue Heimat für Technologien der Zukunft

Viel Raum für innovative Ideen bietet der hochmoderne incampus Ingolstadt. Das von der AUDI AG und der IFG Ingolstadt AöR, einer 100%igen Tochtergesellschaft der Stadt Ingolstadt, getragene Projekt nutzt die…

Vom Service zum System:  Fluid Management neu definiert

Interview mit Erdem Ates, Geschäftsführer der Fluid Service Plus GmbH

Vom Service zum System: Fluid Management neu definiert

Kühlschmierstoffe und Prozessflüssigkeiten sind entscheidend für stabile Fertigungsprozesse – und doch oft unterschätzt. Im Interview spricht Erdem Ates, Geschäftsführer der Fluid Service Plus GmbH, über seinen Weg ins Familienunternehmen, die…

TOP