Gemüsegärten zum Mieten: ein Komplettpaket

Interview mit Natalie Kirchbaumer, Gründerin von meine ernte

Wirtschaftsforum: Sie bieten Gärten zum Mieten, warum setzen Sie auf dieses Angebot, wenn es schon Schrebergärten gibt?

Natalie Kirchbaumer: Wir bieten Gemüsegärten zum Mieten an, für Stadtmenschen, die sich ein Stückweit selbst versorgen möchten. Es sind bereits 20 verschiedene Gemüsesorten von unserem Kooperationslandwirt professionell vorbepflanzt. Darüber hinaus gibt es ein Wunschbeet, das die Gärtner für ihre eigenen Ideen nutzen können. Die Gemüsegärten zum Mieten sind ein Komplettpaket. Das bedeutet, dass alles, was der Gärtner benötigt, inklusive ist: von Gartengeräten, Wasser zum Gießen, sowie professionelle Beratung vor Ort und Online durch unseren Gärtnerbrief und WhatsApp-Gruppen. Gerade diese Beratung und Unterstützung finden viele unserer Gärtner gut, um sich dem Thema Gärtnern zu nähern. Bei Schrebergärten werden vom Gesetzgeber einige Dinge vorgeschrieben. Dazu gehören zum Beispiel die Größe der Hütte und dass ein Drittel der Fläche Nutzgarten sein muss. Zudem kann es bei Kleingärten zu längeren Wartezeiten kommen. Und das Vereinsleben ist vielleicht nicht für Jedermann etwas.

Natalie Kirchbaumer
„Die Themen: gesunde Ernährung, Selbstversorgung, Wertschätzung von Lebensmitteln etc. sind im Bewusstsein der Bevölkerung immer präsenter und wichtiger geworden.“ Natalie Kirchbaumer

Wirtschaftsforum: Mit meine ernte sind Sie seit zehn Jahren am Markt aktiv, aber erst jetzt bekommen Sie immer mehr Aufmerksamkeit und die Resonanz an verfügbaren Gärten ist gestiegen. Wie hat sich das Interesse an Ihrem Konzept über die Jahre entwickelt?

Natalie Kirchbaumer: meine ernte hat sich schon seit Beginn positiv entwickelt. Vor zehn Jahren erfolgte der Start in sechs Städten in Nordrhein-Westfalen und in Hessen. Inzwischen sind wir mit den Gemüsegärten an 25 Standorten deutschlandweit präsent und es kommen jedes Jahr neue Standorte hinzu. Für 2020 stehen schon drei neue Standorte in den Startlöchern.

Neu ist, dass wir uns zusätzlich an Menschen richten möchten, die einen eigenen Garten oder eine Terrasse haben, aber noch etwas Unterstützung beim Einstieg in die Selbstversorgung brauchen. Die Themen: gesunde Ernährung, Selbstversorgung, wo kommt meine Nahrung her, Wertschätzung von Lebensmitteln, Saisonalität etc. sind im Bewusstsein der Bevölkerung in den letzten Jahren immer präsenter und wichtiger geworden.

Wirtschaftsforum: Welche positiven Eigenschaften verbinden Sie mit der Gartenarbeit?

Natalie Kirchbaumer: Viele. Im Vordergrund stehen für mich vor allem das Abschalten und Entspannen. Aber auch Zeit für sich haben und etwas Gutes zu tun, sind angenehme Nebeneffekte. Das Gärtnern kann sehr meditativ wirken und beansprucht sehr unterschiedliche Muskeln. Gleichzeitig kann man das Gärtnern zusammen mit der Familie oder Freunden machen. Wir zeigen unseren Kindern, wie Gemüse wächst und dadurch entsteht eine ganz andere Wertschätzung unserer Nahrung.

Wirtschaftsforum: Mit „Das 100% Ernte-Glück“ haben Sie bereits ein Praxisbuch veröffentlicht. Könnten Sie sich vorstellen, ein Kochbuch zu schreiben?

Natalie Kirchbaumer: Ja klar, das können wir uns auf jeden Fall vorstellen. In unserem Buch haben wir ja schon die ein oder anderen Rezeptvorschläge veröffentlicht. Unseren Kunden geben wir im Rahmen des Gärtnerbriefs und auf unserer Internetseite außerdem Infos, wie welches Gemüse verarbeitet werden kann und geben Tipps zur Haltbarkeit der verschiedenen Gemüsesorten.

Interview: Vera Gaidies | Fotos: meine ernte

Galerie | meine ernte

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