Logistik, die begeistert
Interview mit Alexander Hewel, Geschäftsführer der KELLERGROUP

KELLERGROUP blickt auf 90 Jahre Erfahrung in der Logistikbranche zurück. Das Unternehmen wurde in den 1930er-Jahren als bahnamtliches Rollfuhrunternehmen gegründet und später von der 2. und 3. Familiengeneration ausgebaut. Heute führt Alexander Hewel die KELLERGROUP gemeinsam mit seiner Frau und seinem Bruder. „Die Wurzeln des Unternehmens lagen im Transportwesen“, sagt er. „In den 1980er-Jahren stellten mein Vater und meine Tante die Weichen neu und setzten auf die Symbiose von operativer Logistik und beratender Tätigkeit, die uns heute auszeichnet.“ Als KELLERGROUP in den 1990er-Jahren ein Joint Venture mit der damaligen Daimler Benz AG schloss, ging damit die Betreuung größerer und komplexerer Lagerlogistikthemen einher. Beratungsdienstleistungen wurden eine tragende Säule des Portfolios. „Mein Vater hat mit großer Weitsicht das Unternehmen gemeinsam mit Mitarbeitenden ausgebaut“, sagt Alexander Hewel. „Dabei war immer klar, dass die KELLERGROUP ein Familienunternehmen, ein inhabergeführtes Mittelstandsunternehmen bleiben sollte, das nah am Kunden agiert und flexibel und direkt auf Kundenwünsche reagieren kann.“
Mit Herzblut und Weitsicht
Auch die 4. Generation der Familie verkörpert diese Haltung. „Ich bin mit dem Unternehmen aufgewachsen, saß mit fünf Jahren schon auf dem Lkw. Ab einem bestimmten Zeitpunkt war mir klar, dass ich das Familienunternehmen in die Zukunft führen möchte“, erklärt Alexander Hewel. „15 Jahre lang habe ich bei einem Tochterunternehmen von Mercedes Benz verschiedene Logistikaktivitäten in geschäftsführenden Positionen verantwortet. Auch wenn KELLERGROUP immer ein Herzensgeschäft war und ist, möchte ich diese Außer-Haus-Erfahrungen nicht missen. Heute arbeite ich mit meiner Frau und meinem Bruder daran, das Unternehmen mit neuen Ansätzen nach vorn zu bringen. Seit Mitte 2020 befinden wir uns in Ausnahmezuständen: Corona, der Ukrainekrieg, die gesamte geopolitische Lage mit verschobenen Machtverhältnissen, die sich nachhaltig auf die europäische Wirtschaft auswirken, stellen uns vor neue Herausforderungen. Darauf müssen wir Antworten finden. Trotzdem bieten diese schwierigen Zeiten auch Chancen.“
Breite Aufstellung, komplexe Herausforderungen
KELLERGROUP ist breit aufgestellt, arbeitet für viele Branchen und unterschiedliche Kunden, ist jedoch traditionell eng mit der Automotive-Branche verbunden. Während diese mit hohen Rabattschlachten, Zöllen und massivem Wettbewerbsdruck aus Asien kämpft, stellt sich die Situation bei Kunden aus anderen Branchen wie Handel und Retail differenzierter dar. „Es gibt Kunden, die investieren, wachsen und positiv nach vorn schauen, andere wiederum geraten in die Insolvenz“, sagt Alexander Hewel. „Dabei zeigt sich oft, dass der Investitionsstau in Organisation, Struktur, Digitalisierung und Logistik ein großes Problem war, das nicht rechtzeitig gelöst wurde.“
Logistiker und Lösungsanbieter
KELLERGROUP selbst hat investiert – und sich neu erfunden. Um weiter wachsen, in neue Technologien investieren und eine größere Bandbreite an Beratungsleistungen erbringen zu können, wurden vor rund drei Jahren neue Unternehmensziele definiert, die im letzten Jahr um Mission, Vision, Werte und Kultur ergänzt wurden, sowie die Unternehmensstrategie in einer gemeinsamen Ausarbeitung mit allen Mitarbeitenden geschärft. Das Konzept ging auf: Heute steht das Unternehmen mit rund 170 Mitarbeitenden und einem Umsatz von 20 Millionen EUR gut da und arbeitet an spannenden Projekten mit Kunden aus den Bereichen Automotive, Fashion, E-Commerce, Fast Moving Consumer Goods und nicht zuletzt Defense. „Wir sind heute der Dienstleiser, der auf jede Frage und jede Herausforderung unserer Kunden entlang ihrer Supply Chain und ihrer Logistik eine Antwort liefert“, betont Alexander Hewel. „Wir betreiben eine eigene Logistik und Spedition und wissen, wie Logistik funktioniert. Durch unsere Erfahrungen als operativer Logistiker können wir hochwertige Beratungsdienstleistungen anbieten und uns so vom Markt absetzen.“ KELLERGROUP steht für die gesamte Bau-, Technologie- und Entwicklungsschiene aus einer Hand, „gepaart mit einem mittelständischen, schwäbischen Hang zum Perfektionismus“, wie Alexander Hewel es ausdrückt. „Das macht uns einzigartig und wettbewerbsfähig.“
Schwaben mit Hang zur Perfektion
Mit den drei Säulen Transport, Logistik und Consulting fühlt sich KELLERGROUP gut für die Zukunft aufgestellt; die Triebfeder der Zukunft ist das Consulting-Geschäft, das deutschlandweit und international von Kunden geschätzt wird. „Kunden entscheiden sich für Keller, weil wir die größte Leistungstiefe mit der besten Qualität bieten“, unterstreicht Alexander Hewel. „Wenn es um hochkomplexe Logistik und Strategieentwicklung geht, sind wir ein Geheimtipp. Die Bandbreite, die wir anbieten, strategisch, IT-seitig, automatisierungsspezifisch oder wenn es um den Bau komplexer Logistikzentren geht, und wo wir mit eigenen Architekten die gesamte Bautiefe abbilden, ist in der Branche einzigartig.“ Künftig wird sich KELLERGROUP verstärkt mit Automatisierungs- und Nachhaltigkeitsthemen auseinandersetzen – Ziel ist es, effizient und nachhaltig zu agieren. KELLERGROUP setzt verschiedene Antriebe ein, um eine CO2-reduzierte Transportlogistik zu ermöglichen, sieht in der E-Mobilität das größte Potenzial und möchte als Spediteur die Energiewende in Deutschland aktiv mitgestalten. Die Zukunftsziele sind ambitioniert: KELLERGROUP will wachsen, ohne den Charakter des inhabergeführten Mittelständlers zu verlieren, den IT-Softwarebereich weiterentwickeln, sich noch internationaler aufstellen und Kunden dabei helfen, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken – durch Logistik, die begeistert.













