Automatisierte Verpackungstechnik

Interview mit Ernst-Martin Tröscher, Firmengründer & Prokurist und Leon Luis Lincoln Tröscher, Geschäftsführer der AVT Automatisierte Verpackungs-Technologie GmbH

Als junger Ingenieur erlebte Ernst-Martin Tröscher Anfang der 1990er-Jahre die Rezession – in einer Zeit, in der kaum gegründet wurde – und gründete dennoch die AVT GmbH. „Uns war klar, dass wir nur mit einem ganzheitlichen Ansatz erfolgreich sein würden. Deshalb haben wir von Beginn an die gesamte Prozesskette betrachtet – vom Einfüllen bis zum Weitertransport“, erklärt Ernst-Martin Tröscher. So gelang trotz schwierigen Rahmenbedingungen der Einstieg in mehrere Schlüsselbranchen. Seither entwickelte sich die AVT GmbH – trotz wiederkehrender Krisen – kontinuierlich weiter und wuchs bis zur Corona-Zäsur stetig. Während der Lockdowns nutzte das Unternehmen staatliche Hilfen, entschied jedoch klar: Das werde man nie wieder tun, da das Wiederhochfahren zu viel Zeit und Energie koste. Heute beschäftigt die AVT GmbH 33 Mitarbeitende und erwirtschaftet rund 7 Millionen EUR Umsatz. Das Portfolio umfasst Verpackungsanlagen für Beutel, Kartons und Behälter, von denen 90% Sondermaschinen sind.

Standardlösungen dienen als Basis für individuelle Sonderlösungen. Das gewachsene Know-how ist entscheidend – oft liefert die AVT GmbH die Ideen, die gemeinsam mit Kunden umgesetzt werden.

Nachhaltigkeit, Fachkräfte und Internationalisierung im Fokus

Der Fachkräftemangel bleibt eine Herausforderung. „Dass große Unternehmen Personal freisetzen, eröffnet uns Chancen, gute Leute zu gewinnen“, betont Leon Luis Lincoln Tröscher. Konzerne wie Bosch oder Daimler locken mit hohen Gehältern, während die AVT GmbH als Mittelständler auf andere Stärken setzt – etwa eine Unternehmenskultur mit Mitarbeiterbenefits. Auch Kunden profitieren: Mit AVT-Anlagen sparen sie Personal und steigern ihre Effizienz. Nahezu alle Abläufe sind heute voll automatisiert, was Planbarkeit und

Effizienz erhöht. Kunden wie Rosenberger und Würth vertrauen auf die AVT GmbH, während in der Corona-Zeit ein Spiele-Boom bei Ravensburger für zusätzliche Nachfrage sorgte. Nach schwachem Jahresbeginn ziehen die Investitionen inzwischen wieder an. Von der Politik erwarten die Unternehmer klare Entscheidungen, weniger Bürokratie und modernisierte Abläufe – ebenso wie Frieden in Europa und einen stabilen Euro. Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung: Maschinen für Papier oder recycelte Materialien sind stärker gefragt. Parallel soll der Export, bisher auf den DACH-Raum konzentriert, gezielt nach Skandinavien und in die USA ausgebaut werden.„Zunächst wollen wir das Unternehmen stabilisieren, danach mit einem breiteren Portfolio wachsen – stets mit Blick auf internationale Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Leon Luis Lincoln Tröscher abschließend.

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