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„Jeder sollte die Zeit und die Möglichkeiten, die er hat, nutzen!“

Interview mit Peter Maffay, Künstler, Unternehmer und sozialer Botschafter

Wirtschaftsforum: „Herr Maffay, Sie prägen maßgeblich die Musik- und Musicalszene in Deutschland. Gleichzeitig engagieren Sie sich in sozialen und gesellschaftlichen Projekten. Was treibt Sie an, immer wieder neue Projekte zu beginnen? Woher nehmen Sie die Energie? Sind Sie rastlos?“

Peter Maffay: „Ja, ein bisschen schon. Ich finde, jeder sollte die Zeit und die Möglichkeiten, die er hat, nutzen. Müßiggang ist nicht mein Ding.“

Wirtschaftsforum: „Künstler oder/und Unternehmer – als was verstehen Sie sich selbst?“

Peter Maffay: „In erster Linie bin ich Künstler. Ich lebe für die Musik und das schon seit meinem 14. Lebensjahr. Um nichts auf der Welt möchte ich das missen. Aber ich bin auch gerne Unternehmer – allerdings in bescheidenem Umfang. Ich habe etwa 40 Mitarbeiter – im Büro, auf Tourneen, im Tonstudio, in der Stiftung und auf drei Bauernhöfen. Ich kenne also die Verantwortung, die Arbeitgeber haben.“

„Ich lebe für die Musik und das schon seit meinem 14. Lebensjahr.“ Peter Maffay

Wirtschaftsforum: „Sie sind vielfältig sozial engagiert, äußern sich auch kritisch zu Sachverhalten. Wie ist es Ihrer Meinung nach um das gesellschaftliche Engagement in Deutschland, zum Beispiel in Bezug auf Kinder, bestellt?“

Peter Maffay: „Im Vergleich zu vielen anderen Ländern ist Deutschland sicher vorbildlich. Es gibt ein gutes Bildungssystem und viele staatliche und nichtstaatliche Einrichtungen und Möglichkeiten für Kinder und Heranwachsende. Allerdings gibt es auch zahlreiche Kinder, die im Schatten stehen und den Zugang zu Vereinen, Musik, Sport und Bildungseinrichtungen nicht finden. Kinder, die in prekären Verhältnissen groß werden, die durch Gewalt oder Missbrauch traumatisiert sind. Um diese Kinder kümmern wir uns in unserer Stiftung. Wir ermöglichen ihnen in unseren Kinderhäusern Ferienaufenthalte in intakter Umgebung. Dafür sind wir laufend mit der Spendendose unterwegs. Meine Band und ich geben zum Beispiel Benefizkonzerte. Ich fühle mich vom Leben reich beschenkt und spüre deshalb eine Verpflichtung, mich ehrenamtlich zu engagieren.“

Wirtschaftsforum: „Politik und Wirtschaft beeinflussen unseren Alltag. Wie weit darf dieser Einfluss für Sie gehen?“

Peter Maffay: „Ohne eine prosperierende Wirtschaft und die daraus resultierenden Steuereinnahmen wäre vieles in unserer Wohlstandsgesellschaft nicht denkbar. Daher darf die Wirtschaft wie andere Kräfte auch ihre Stimme erheben, Einfluss nehmen und Interessen formulieren. Die Politik darf das sowieso. Sie muss es sogar. Wir wählen Politiker, damit sie gestalten und nicht, damit sie sich raushalten. Solange sich neben Politik und Wirtschaft auch noch die Kirchen, die Gewerkschaften, die Sozialverbände, die Presse, die Wissenschaft und andere Gruppen und Institutionen einbringen, bewegt sich alles in die richtige Richtung. Ich bin in einem kommunistischen Regime groß geworden und habe erfahren, was es bedeutet, wenn die Politik allmächtig wird. Deshalb werde ich immer dafür eintreten, dass viele gesellschaftliche Kräfte sich artikulieren und Einfluss nehmen dürfen, um als korrektiv oder regulativ zu funktionieren.“

„Ich bin in einem kommunistischen Regime groß geworden und habe erfahren, was es bedeutet, wenn die Politik allmächtig wird.“ Peter Maffay

Wirtschaftsforum: „Was sind wichtige Werte in Ihrem Leben?“

Peter Maffay: „Die Achtung der Schöpfung, die enge Beziehung des Menschen zur Natur, der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und gesunde Ernährung.“

Wirtschaftsforum: „Vervollständigen Sie abschließend bitte diesen Satz: Der Unterschied zwischen einem Rockkonzert und einem Kindermusical besteht darin, dass… „

Peter Maffay: „…Kinder sich noch stärker von einer Geschichte einfangen lassen und spontaner reagieren als Erwachsene. Aber: beides macht mir Freude. Die leisen Töne in einem Kindermusical und die lauten in einem Rockkonzert. Ich bin froh, dass ich beides machen darf.“

Photos: Wolfgang Köhler & Ralph Lahrmann

Interview: Sabine Benzler

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