Digitalisierung braucht ein Fundament
Interview mit Jürgen Schilz, geschäftsführender Gesellschafter der HSP-GPC Beratungsgruppe

Wer ein Haus bauen oder umbauen will, geht zum Architekten. Für Jürgen Schilz beschreibt dieses Bild auch die Arbeit der HSP-GPC treffend. Das Beratungsunternehmen begleitet Kunden bei der Gestaltung ihres digitalen Unternehmens. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Ziele: Kosten transparent zu machen und zu optimieren, Innovation zu ermöglichen und die Qualität an den Kundenschnittstellen zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt auf Healthcare, Public, Handel und Logistik sowie Banking und Finance.
Erst die Autobahn, dann der Ferrari
Besonders deutlich werden die Herausforderungen im Gesundheitswesen. Viele Krankenhäuser stehen unter Kostendruck und sollen gleichzeitig modernisieren. Dabei fehlt laut Jürgen Schilz nicht selten schon das technische Fundament: „Wenn ich einen Ferrari fahren lassen will, brauche ich auch eine entsprechende Autobahn dafür. Ein Feldweg nützt nichts.“ Für die HSP-GPC bedeutet Digitalisierung deshalb, das Ganze in den Blick zu nehmen: Wo lassen sich Mittel freisetzen? Wo besteht der größte Handlungsbedarf?
Und welche Schritte sichern die künftige Geschäftsfähigkeit? Auch bei Neubauten müsse die Digitalstrategie bereits in die Planung einfließen und dürfe nicht erst am Ende hinzukommen.
KI erhöht das Tempo
„Das Thema KI ist allgegenwärtig“, sagt Jürgen Schilz. Für die Beratung sei sie ein wichtiges Hilfsmittel; in Projekten komme sie dort zum Einsatz, wo sich Informationen besser nutzen und Prozesse vereinfachen lassen. Gerade im Gesundheitswesen sieht er Potenzial in digitalen Entscheidungs- und Unterstützungssystemen. Doch Technologie allein verändert keine Organisation. Ein wesentlicher ‘Showstopper’ sei das Change-Management. Sorgen vor Veränderungen müssten ernst genommen werden. „Man muss die Menschen frühzeitig abholen und mit auf den Weg nehmen“, betont Jürgen Schilz. Entscheidend sei, offen zu erklären, worum es gehe, und auch die Mitarbeitervertretungen frühzeitig einzubeziehen. Für die kommenden Jahre ist Jürgen Schilz optimistisch. KI habe eine Welle ausgelöst, die Unternehmen zum Handeln zwinge. Strategien müssten dabei regelmäßig überprüft werden, weil sich die technischen Möglichkeiten rasant verändern. Sein Appell ist dennoch kein Plädoyer für Aktionismus. „Ich muss nicht alles auf einmal tun“, sagt Jürgen Schilz. Wichtig sei, überhaupt anzufangen und notwendige Maßnahmen Schritt für Schritt in die Geschäftsplanung aufzunehmen.
Angst als Verkaufsargument lehnt er ab. Schließlich gehe es bei Digitalisierung und IT-Sicherheit nicht nur darum, Risiken abzuwehren. Entsprechende Investitionen könnten Unternehmen zugleich zusätzliche Chancen eröffnen.










