Wo Technik auf Verantwortung trifft

Interview mit Tobias Krüer, Geschäftsführer der FACT GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Krüer, die Krankenhausbranche steht unter massivem Druck. Wie erleben Sie die aktuelle Situation?

Tobias Krüer: Wir sprechen intern tatsächlich von einem ‘politischen Orkan’. Viele Krankenhäuser wissen derzeit nicht, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln werden. Gleichzeitig müssen sie wirtschaftlich bestehen. Das führt zu großer Unsicherheit und Investitionszurückhaltung. Was jetzt zählt, sind Klarheit und Perspektive.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle übernimmt Ihr Unternehmen dabei?

Tobias Krüer: Wir verstehen uns als ganzheitlicher Dienstleistungspartner und Berater im Gesundheitswesen und unterstützen Krankenhäuser darin, auf wirtschaftliche und strukturelle

Herausforderungen zu reagieren. Ausgehend von unseren Wurzeln im Krankenhausumfeld haben wir unser Leistungsspektrum konsequent erweitert. Heute gliedert es sich in fünf Geschäftsfelder: Krankenhaustechnik, Wirtschaftsdienste, Medizinische Dokumentation, Krankenhaus-IT sowie Beratung, Planung und Bau. Damit decken wir nahezu alle nicht-medizinischen Prozesse ab – von der Planung über den Bau bis in den Betrieb – und verbinden operative Umsetzung mit strategischer Beratung. Unser Ansatz lautet dabei: aus der Praxis für die Praxis.

Wirtschaftsforum: Wo setzen Sie konkret an, um Ihre Kunden zu unterstützen?

Tobias Krüer: Neben klassischen Effizienzthemen geht es vor allem darum, Strukturen neu zu denken. Der Wandel hin zu mehr ambulanter Versorgung erfordert ganz andere organisatorische und bauliche Konzepte. Gleichzeitig stehen viele Häuser unter enormem wirtschaftlichen Druck. Hier setzen wir mit Analysen, Benchmarks und Quick Checks an, um Potenziale sichtbar zu machen und anschließend gemeinsam in die Umsetzung zu gehen, etwa bei Prozessen, Kostenstrukturen oder der Organisation.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielen dabei Innovation und Digitalisierung?

Tobias Krüer: Eine große. Wir arbeiten intensiv an Themen wie Automatisierung, Robotik und künstlicher Intelligenz. Gemeinsam mit Partnern entwickeln wir Lösungen für logistische Prozesse oder Transportaufgaben. Gleichzeitig setzen wir KI im administrativen Bereich ein, etwa zur Auswertung von Daten, zur Bearbeitung von Störmeldungen oder zur Optimierung von Workflows. Ziel ist immer, Ressourcen zu entlasten und Effizienzpotenziale zu heben – gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Arbeitskräftemangels, der uns stark beschäftigen wird.

Wirtschaftsforum: Wie gelingt es Ihnen, bei dieser Breite den Überblick zu behalten und Qualität sicherzustellen?

Tobias Krüer: Entscheidend ist, dass wir unsere Leistungen strukturiert bündeln und gleichzeitig eng mit unseren Kunden zusammenarbeiten. Wir richten uns konsequent am Bedarf des Krankenhauses aus und passen unsere Leistungen flexibel daran an. Transparenz, etwa durch offene Kalkulationsansätze, ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Gleichzeitig sorgen klare Prozesse und Verantwortlichkeiten für Qualität. Unsere interdisziplinären Teams ermöglichen es, auch komplexe Anforderungen ganzheitlich zu steuern und zuverlässig umzusetzen.

Wirtschaftsforum: Wie wichtig sind Werte für Ihr Unternehmen?

Tobias Krüer: Werte haben für uns eine zentrale Bedeutung – sie sind eine Frage der Haltung. Unsere Wurzeln liegen in der Franziskus Stiftung, und daraus leitet sich unser Selbstverständnis bis heute ab. Für mich steht im Mittelpunkt: Unsere Arbeit ist dann gut, wenn sie für Menschen sinnvoll ist. Wir schaffen Rahmenbedingungen dafür, dass Menschen gut versorgt werden können – vom Anfang bis zum Ende des Lebens. Das prägt unseren Umgang miteinander ebenso wie unsere Haltung gegenüber Kunden und Mitarbeitenden.

Wirtschaftsforum: Was macht aus Ihrer Sicht den Erfolg von FACT aus?

Tobias Krüer: Unser Erfolg basiert auf der engen Zusammenarbeit mit unseren Kunden und dem Anspruch, Lösungen nicht nur zu konzipieren, sondern auch umzusetzen. Dabei verbinden wir Wirtschaftlichkeit mit Partnerschaft und Verlässlichkeit. Innovation entsteht bei uns häufig im direkten Austausch mit dem Kunden – und wird dann systematisch weiterentwickelt.

Wirtschaftsforum: Und wohin soll sich das Unternehmen in den kommenden Jahren entwickeln?

Tobias Krüer: Wir wollen unsere Rolle als Partner im Gesundheitswesen weiter stärken und unsere Leistungen gezielt ausbauen – insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit, Effizienz und bedarfsgerechte Strukturen. Gerade im Krankenhaus, wo schließlich der Mensch im Mittelpunkt steht, lassen sich viele Prozesse wirtschaftlicher und zugleich sinnvoller gestalten. Unser Anspruch ist es, hier einen echten Beitrag zu leisten – für die Einrichtungen und für die Menschen, die auf sie angewiesen sind.

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