Digitalisierung mit Augenmaß
Interview mit Falk Tengler, Geschäftsführer der dvhaus Software & Solutions GmbH

Das Unternehmen wurde 1999 von fünf Gesellschaftern gegründet, die bewusst ihren eigenen Weg gehen wollten. Nach ersten Projekten im Sozialwesen und für die Bundesagentur für Arbeit entwickelte sich die Justiz schnell zum strategischen Schwerpunkt. Heute beschäftigt dvhaus 70 Mitarbeitende und zählt zu den etablierten Partnern bei der Digitalisierung gerichtlicher Arbeitsprozesse. „Wir arbeiten schwerpunktmäßig im Bereich ‘Digitalisierung der Justiz’, beschreibt Geschäftsführer Falk Tengler die klare Ausrichtung. Dabei entwickelt das Unternehmen Lösungen für die elektronische Textverarbeitung in Gerichten und Staatsanwaltschaften: von Urteilen und Beschlüssen bis hin zum elektronischen Rechtsverkehr. Ziel ist es, papierbasierte Abläufe Schritt für Schritt in digitale Prozesse zu überführen. Mit der
Einführung der elektronischen Akte sei die Digitalisierung zwar auf einem guten Weg, erläutert Falk Tengler, doch das eigentliche Potenzial liege erst in der nächsten Entwicklungsstufe. Künftig sollen strukturierte Daten papierähnliche Dokumente ersetzen und Arbeitsabläufe weiter automatisieren. Künstliche Intelligenz unterstützt dabei zunächst vor allem Routineaufgaben, etwa beim Übertragen von Informationen aus Dokumenten. „Man muss die Richter, Staatsanwälte und Servicekräfte mitnehmen“, betont der Geschäftsführer. Digitalisierung könne nur gelingen, wenn Technik und Anwender gemeinsam wachsen.
Partner statt Softwarelieferant
Neben der Softwareentwicklung versteht sich dvhaus als Berater der öffentlichen Hand. Das Unternehmen begleitet Länderverbünde bei strategischen Entscheidungen und bringt seine Erfahrung in föderale Digitalisierungsprojekte ein. Ein weiterer Meilenstein ist die gemeinsam mit IBM und weiteren Partnern gegründete Innovationsallianz, die Justizbehörden ganzheitlich von der Beratung bis zur Umsetzung unterstützt. „Wir verstehen die Justiz, wir verstehen die Anforderungen und wir verstehen auch die Fachlichkeit“, fasst Falk Tengler den entscheidenden Wettbewerbsvorteil zusammen. Diese Spezialisierung macht dvhaus seit vielen Jahren zu einem geschätzten Partner der Justiz in zahlreichen Bundesländern.
Trotz voller Auftragsbücher blickt das Unternehmen nach vorn. Mittelfristig soll das Know-how auch weiteren Bereichen der öffentlichen Verwaltung zugutekommen. Gleichzeitig bleibt dvhaus bewusst mittelständisch. „Wir wollen Mittelstand bleiben“, sagt Falk Tengler. Für ihn steht nicht möglichst schnelles Wachstum im Mittelpunkt, sondern nachhaltige Entwicklung und der Anspruch, Lösungen zu schaffen, die den Arbeitsalltag der Anwender tatsächlich verbessern. „Wenn die Richter sagen: ,Mit dem System kann man sehr gut arbeiten‘, dann haben wir unser Ziel erreicht.“








