„Wir kommunizieren Medizin“
Interview mit Robert Pichlmaier, Geschäftsführer und Michael Wehnelt, Vorstand und Mitinhaber der dpmed GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Wehnelt, Sie sind Vorstand und Mitinhaber, Herr Pichlmaier Geschäftsführer der dpmed GmbH. Was gab den Ausschlag für die Gründung der the medical communication group?
Michael Wehnelt: Im Grunde war das der logische nächste Schritt. Wir haben drei Agenturen, die alle im Healthcare-Markt arbeiten, aber unterschiedliche Schwerpunkte haben: dpmed kommt aus der Kommunikation für verschreibungspflichtige Arzneimittel, Petersen & Partner aus der Patienten- und Consumer-Kommunikation und dpmedia aus Media und Mediastrategie sowohl für RX, als auch OTC-Produkte. Diese Kompetenzen führen wir jetzt enger zusammen. Jede Agentur behält jedoch ihre klare Positionierung und ihre Spezialisten, die Gruppe bildet die Klammer. So können wir unsere Kunden heute sehr integriert begleiten – von Medical Affairs und Medical Writing über PR und Kreation bis Digital, Omnichannel und Media.
Wirtschaftsforum: Was war der Schlüssel zu dieser Entwicklung?
Michael Wehnelt: Ganz klar unsere medizinische Exzellenz. Die medizinische Fachredaktion mit mehr als 20 fest angestellten Mediziner:innen, Biolog:innen und Pharmazeut:innen war immer das Herzstück unserer Erfolgsgeschichte und ist es bis heute. Unser Claim „Wir kommunizieren Medizin“ ist deshalb keine Werbeformel, sondern bringt ziemlich genau auf den Punkt, was wir tun. Daraus ist unser Leistungsspektrum organisch gewachsen. Wir haben immer wieder in den Markt hineingehört: Was brauchen unsere Kund:innen wirklich? Heute verstehen wir uns deshalb nicht mehr nur als Kommunikationsagentur, sondern als strategischer Beratungspartner. Ich bin übrigens kein großer Freund des Begriffs „Full Service“: Er verwässert schnell die eigentlichen Kernkompetenzen. Uns geht es darum, Spezialisierungen intelligent miteinander zu verbinden. Dass dieser Weg funktioniert, zeigt auch unsere Marktposition: Im PR-Agenturranking der Healthcare-Agenturen stehen wir seit einigen Jahren auf Platz 2 und der Abstand nach ganz oben wird kleiner.
Wirtschaftsforum: Corona hat die Digitalisierung enorm beschleunigt, heute verändert KI die Branche. Was bedeutet das für dpmed?
Robert Pichlmaier: Corona war für uns tatsächlich ein enormer Wachstumstreiber. Drei Jahre hintereinander sind wir um mehr als 30% gewachsen und haben unsere Mitarbeiterzahl in kurzer Zeit mehr als verdoppelt. Uns kam zugute, dass wir digitale Kommunikation schon vorher beherrscht haben. Wir mussten nicht erst überlegen, was digital möglich ist, sondern konnten konkrete Lösungen anbieten. Bei KI erleben wir jetzt den nächsten großen Umbruch. Wir können Prozesse effizienter machen, Daten besser analysieren und Zielgruppen gezielter ansprechen. Aber KI ist ein Werkzeug. Dahinter sitzt die eigentliche Expertise – der Mensch. Gerade in der Medizin kann ein Fehler in der Kommunikation gravierende Folgen haben. Prozesse lassen sich abkürzen, Verantwortung nicht.
Wirtschaftsforum: Worauf wollen Sie in den kommenden Jahren den Schwerpunkt legen?
Robert Pichlmaier: Wir wollen gesund wachsen und bei den Veränderungen im Healthcare-Markt nicht mitlaufen, sondern mitgestalten. Unsere Kund:innen brauchen bei Digitalisierung und KI nicht nur Dienstleister, sondern Sparringspartner, die fragen: Was schafft wirklich Mehrwert? Genauso wichtig ist uns, unsere Kultur zu bewahren. Die mussten wir nicht irgendwann erfinden, sie ist über viele Jahre gewachsen. Wir verstehen uns trotz unserer heutigen Größe als familiäres Unternehmen. Respekt, fachliche Exzellenz und die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, sind für uns keine Werte auf dem Papier. Viele Kolleg:innen sind seit Jahren bei uns, unsere Fluktuation ist ausgesprochen gering. Darauf sind wir stolz! Denn am Ende entsteht Erfolg durch Menschen die mit Qualität, und Verantwortung arbeiten und mit Freude und Herzblut bei der Sache sind. Das wird auch die KI nicht ändern.








