360 Grad Unternehmenssicherheit

Interview mit Christian Schaaf, Geschäftsführer der Corporate Trust Business Risk & Crisis Management GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Schaaf, was sind heute wichtige Themen für Unternehmen, wenn es um den großen Bereich der IT-Sicherheit geht?

Christian Schaaf: Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre ist Prävention inzwischen ein wichtiges Thema geworden. Die Unternehmen haben gelernt, dass Vorsicht besser ist als Nachsicht. Im klassischen Sicherheitsbereich geht es dabei um den Aufbau eines ganzheitlichen Krisenmanagements inklusive des Themas IT-Sicherheit mit einer Überprüfung des Systems auf Resilienz. Resilienz ist zu einem geflügelten Wort geworden, vor allem da seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine die Spionage-Übergriffe wieder zugenommen haben. Viele Unternehmen wissen nach wie vor nicht, wo sie eigentlich stehen. Andere wissen es, treffen aber zu wenig Vorkehrungen. Es ist leider immer noch Fakt, dass sich die meisten Unternehmen erst mit dem Thema beschäftigen, wenn schon etwas passiert ist.

Wirtschaftsforum: In welchen Bereichen sehen Sie weiteres Wachstumspotenzial für Corporate Trust?

Christian Schaaf: Das Thema Cyberattacken gewinnt zunehmend an Bedeutung. Aber in den letzten zwei Jahren haben wir auch einen deutlichen Zuwachs im Bereich des Personenschutzes gesehen. Dies gilt zum Beispiel für Vorstandsmitglieder großer Unternehmen und deren Familien oder für Menschen, die sehr vermögend sind. Hier geht es um Vorbeugung von Erpressung und Entführung. In dem Zusammenhang wird auch die Überprüfung der Mitarbeiter und Angestellten wichtiger. Viele Unternehmen verstärken auch ihre Maßnahmen zur Objektsicherung.

Wirtschaftsforum: Mit welchen Neuentwicklungen und Innovationen reagieren Sie auf diese Trends?

Christian Schaaf: Für den Bereich des digitalen Personenschutzes härten wir sämtliche IT-Geräte und überprüfen die Angreifbarkeit der Netze und Systeme, zum Beispiel das heimische WLAN oder die Smart Home-Anwendungen. Außerdem haben wir eine Personenschutz-App entwickelt. Zudem setzen wir intensiv auf Voraufklärung, zum Beispiel auf die Überprüfung des persönlichen Umfelds durch Personenschützer. Wir haben ein externes Screening für Unternehmen zur IT-Sicherheit entwickelt. Häufig scannen die Täter nämlich die Ausgangslage und die Angreifbarkeit ebenfalls extern, bevor sie loslegen. Eine typische offene Flanke ist hier zum Beispiel, wenn der IT-Leiter wechselt und keiner mehr im Unternehmen die noch offenen Ports kennt.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Corporate Trust von anderen Anbietern?

Christian Schaaf: Wir verbinden die Themen IT-Sicherheit und klassische Sicherheit. Wir sind hier einer der führenden Anbieter in Deutschland. Das kann kaum ein anderer Anbieter. Im Laufe der Jahre haben wir uns zudem einen ausgezeichneten Ruf für unsere Zuverlässigkeit und Professionalität, für unsere Flexibilität und Schnelligkeit erarbeitet. Auch unseren präventiven Ansatz und unseren Blick nach vorne wissen unsere Kunden zu schätzen. Wir setzen zwar auch auf die Aufklärung vergangener Vorkommnisse, aber unser oberstes Ziel ist es immer, die Zukunft unserer Kunden abzusichern.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihre Themen für das Jahr 2023?

Christian Schaaf: Wir möchten weiterwachsen. Dazu stellen wir uns den neuen Herausforderungen der IT, mit allen Themen, die dazu gehören, wie zum Beispiel künstlicher Intelligenz. Wir zählen zu den Top-drei-Anbietern in unserem Bereich in Deutschland. Unser Ziel ist es, zu den führenden Anbietern in ganz Europa zu gehören. Dazu werden wir in der kommenden Zeit auch an unserer Sichtbarkeit im Markt arbeiten.

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