Vom Experten versichert

Interview mit Helmut Geil, CEO der Aon Austria

Wirtschaftsforum: Heutzutage ist das Thema Sicherheit entscheidender als je zuvor. Wie schaffen Sie es bei Aon, für die unterschiedlichsten Kunden die passende Absicherung zu garantieren?

Helmut Geil: Einer unserer größten Vorteile ist es, dass wir weitreichende Fragen stellen. Wir hören den Kunden zu und versuchen sie zu verstehen. Wir setzen nicht direkt mit dem Verkauf oder dem Angebot an, sondern sammeln die Wünsche der Kunden. In der zweiten Runde bringen wir dann aktiv unsere Fragen ein. So schaffen wir Verständnis für die Belange des Kunden.

Wirtschaftsforum: Das Besondere ist ja, dass Ihre Kunden aus den verschiedensten Bereichen stammen können: Vom Familienvater, der eine KFZ-Versicherung sucht, über den Lebensmittelhersteller bis hin zum Filmstudioinhaber, der sein Material schützen möchte. Wie ermöglicht Aon diese Bandbreite an Services?

Helmut Geil: Als Makler sind wir komplett unabhängig. Allein in Österreich arbeiten wir mit bis zu 50 Versicherern zusammen, weltweit sind es mehrere Hundert. Wir suchen uns dann immer genau den Versicherer heraus, der zu unserem jeweiligen Kunden am besten passt.

Wirtschaftsforum: Also ist hier vor allem die Kombination von regionaler Aufstellung und weltweiter Vernetzung von Vorteil?

Helmut Geil: Genau, das ist eines unserer Erfolgsgeheimnisse. In Österreich haben wir in acht Bundesländern Standorte, wo die Kunden persönlich betreut werden. Die Kundenbetreuung vor Ort arbeitet immer mit Fachabteilungen, um die spezifischen Produkte zu entwickeln. Dank der Fusion mit VERO im Januar 2017 sind wir mit Abstand der größte Versicherungsmakler in Österreich. Das war ein Meilenstein für uns. Wir haben uns als Aon in Österreich auf den Industriebereich spezialisiert und VERO war primär im KMU- und Privatkundensegment tätig. Das war also ein sehr komplementäres Zusammenkommen, von dem vor allem die Kunden profitieren: Wir sind wirklich sehr lokal aufgestellt, haben aber neben dem reinen lokalen Know-how den 100%igen Zugriff auf die gesamte europa- und weltweite Expertise von Aon. Der Kunde bekommt mit einem Schlag durch seine lokalen Betreuer den Zugang zum weltweiten Markt. Er hat die Möglichkeit, über alle Entwicklungen weltweit informiert zu werden und auf Informationen, Kontakte und das Netzwerk zuzugreifen.

Wirtschaftsforum: Bei einer so flächendeckenden Aufstellung und einem ebenso ausgerichteten Angebot hat Aon die Trends der Versicherungsbranche im Blick, oder?

Helmut Geil: Tatsächlich ist das sogenannte Cyber-Risiko ein aktuelles Thema. Das ist ein komplexer Bereich mit Risikoszenarien, die wir so noch nicht kennen. Wir sprechen hier über eine Versicherungsdeckung für Schäden, die wir heute noch nicht ausmachen können. Deshalb arbeiten wir jetzt daran, uns genau auf diese möglichen Szenarien und Schäden vorzubereiten. Auch das Reputationsrisiko ist für unsere Kunden ein wichtiges Thema. Unser Ansatz hier ist nicht die hohe Versicherungssumme. Unser Ansatz greift viel früher. Wir wollen, dass diese Risiken minimiert werden. Uns geht es darum, dass wir mit dem Kunden eine Risiko-Awareness schaffen und ihn so unterstützen, dass diese Risiken gar nicht erst eintreten.

Wirtschaftsforum: Und wie soll sich die weitere Unternehmensentwicklung von Aon in Zukunft gestalten?

Helmut Geil: Ohne uns, die Versicherungswirtschaft, gäbe es keine Wirtschaft. Wir sind die stabilste Finanzdienstleistungsbrache, die es gibt. Genau darauf bauen wir. Insgesamt streben wir ein Konzernwachstum von 10% pro Jahr an. Mein persönliches Ziel ist es zusätzlich, die fusionierten Teams von Aon und VERO in einem gemeinsamen Team zusammenzuführen. Da bin ich mit voller Leidenschaft dabei.

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