Die digitale Werkbank der Industrie
Interview mit Simon Knoche, Vertriebsleiter DACH der 247TailorSteel Deutschland GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Knoche, was zeichnet das Geschäftsmodell von 247TailorSteel aus?
Simon Knoche: Unser Ziel ist es, die Beschaffung individuell gefertigter Metallteile so einfach wie möglich zu machen. Geschäftskunden laden ihre CAD-Zeichnung auf unsere Onlineplattform Sophia hoch, wählen Material, Stückzahl und weitere Anforderungen aus und erhalten in weniger als einer Minute ein Angebot. Anschließend können sie direkt bestellen. Damit digitalisieren wir einen Prozess, der in der klassischen Metallverarbeitung teilweise mehrere Tage oder sogar Wochen dauert.
Wirtschaftsforum: Welche Leistungen können Kunden über die Plattform beziehen?
Simon Knoche: Unser Angebot reicht von Laser- und Kantteilen über Rohrlaserteile bis zum Gewindeschneiden. Dabei sind sowohl Einzelstücke als auch große Serien möglich. Auch Gravuren, besondere Verpackungsvorgaben und unterschiedliche Lieferzeitfenster lassen sich digital auswählen. Für besonders dringende Bestellungen bieten wir mit unserem Sprinter-Service eine priorisierte Fertigung an. Je nach Auftrag ist eine Lieferung innerhalb von 48 Stunden möglich.
Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielen die deutschen Produktionsstandorte?
Simon Knoche: Die Nähe zum Kunden ist ein zentraler Bestandteil unserer Strategie. Deshalb verfügen wir über Produktionsstandorte im Norden, in der Mitte und im Süden Deutschlands: in Oyten bei Bremen, in Hilden bei Düsseldorf und in Langenau bei Ulm. Dort fertigen wir mit einem modernen Maschinenpark, zu dem unternehmensweit mehr als 80 Laserschneidanlagen und rund 50 Abkantpressen gehören. Digitalisierung und eigene Produktion greifen bei uns unmittelbar ineinander. Genau diese Kombination unterscheidet uns von reinen Online-Marktplätzen.
Wirtschaftsforum: An welche Branchen richtet sich das Angebot?
Simon Knoche: Wir arbeiten ausschließlich im B2B-Bereich, sind aber nicht auf einzelne Branchen beschränkt. Unsere Kunden kommen unter anderem aus dem klassischen Metallbau, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Lebensmittel- und Verpackungstechnik, dem Fahrzeugbau, der Architektur oder der Fitnessindustrie. Diese breite Aufstellung ist gerade in einem volatilen Markt ein großer Vorteil: Schwächelt eine Branche, können andere Bereiche dies teilweise ausgleichen.
Wirtschaftsforum: Wie reagieren Sie auf die wirtschaftlichen Unsicherheiten der vergangenen Jahre?
Simon Knoche: Viele Unternehmen möchten ihre Investitionen und Lagerbestände möglichst flexibel halten. Wir können für sie gewissermaßen als verlängerte Werkbank fungieren. Sie müssen keine eigenen Laserschneidanlagen anschaffen und kein umfangreiches Materiallager aufbauen, sondern bestellen genau die Teile und Mengen, die sie benötigen. Gleichzeitig investieren wir kontinuierlich in Automatisierung, Softwareentwicklung und zusätzliche Fertigungsmöglichkeiten.
Wirtschaftsforum: Welche Bedeutung haben Nachhaltigkeit und künstliche Intelligenz?
Simon Knoche: Nachhaltigkeit wird für unsere Kunden zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Wir arbeiten deshalb daran, den Energie- und Gasverbrauch zu senken, Verpackungsmaterialien zu reduzieren und Produktions- sowie Transportprozesse zu optimieren. Eine intelligente Verschachtelung sorgt dafür, dass Bleche möglichst vollständig genutzt werden. Das reduziert den Ausschuss und senkt zugleich die Kosten für den Kunden.
Auch künstliche Intelligenz wird unsere Prozesse weiter verändern. Wir entwickeln derzeit neue KI-gestützte Funktionen rund um die Angebotserstellung und Teileprüfung. Digitalisierung ist für uns kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess.
Wirtschaftsforum: Welche Ziele verfolgen Sie im DACH-Markt?
Simon Knoche: Wir möchten unsere Marktposition in Deutschland, Österreich und der Schweiz deutlich stärken. In den Niederlanden ist 247TailorSteel in der Metallbranche bereits sehr bekannt. Dieses Niveau wollen wir auch im DACH-Raum erreichen. Auch in diesem Jahr werden wir auf der EuroBLECH in Hannover präsent sein und dort mit unseren Kunden persönlich ins Gespräch kommen.










