Schadenregulierer und Innovationstreiber

Interview mit Gerd Neumann, Vorstand und Alexander Dietrich, Vorstandsvorsitzender der Interschaden Van Ameyde AG

Die Erfolgsgeschichte von Van Ameyde beginnt mit einem Visionär: Henry Van Ameyde gründete das Unternehmen in den 1940er-Jahren und spezialisierte sich zunächst auf Marine- und Militärfahrzeugschäden. Der entscheidende Wendepunkt kam 1949 mit der Einführung des Grüne-Karte-Systems. „Das war ein wichtiger Schritt für uns als Gruppe in Richtung Expansion“, erklärt Alexander Dietrich, seit elf Jahren Geschäftsführer der deutschen Van Ameyde Gesellschaften unter dem Dach der Interschaden Van Ameyde AG. Der Gründer erkannte früh das Potenzial des grenzüberschreitenden Verkehrs und expandierte bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren in die Nachbarländer der Niederlande. Diese frühe Internationalisierung zahlt sich bis heute aus: Van Ameyde ist inzwischen in 46 Ländern aktiv, davon in 34 mit eigenen Büros. Heute erwirtschaftet die Gruppe einen Jahresumsatz von etwa 190 Millionen EUR, wovon rund 40 Millionen EUR auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz entfallen.

Wachstum trotz Fachkräftemangel

Auch in der Versicherungsbranche ist der Fachkräftemangel ein Thema. Trotzdem ist es Van Ameyde gelungen, 2024 in Deutschland 100 neue Mitarbeitende einzustellen und 2025 bereits weitere 65. Das Erfolgsrezept liegt unter anderem in der Unternehmenskultur: „Flache Hierarchien, schnelle Entscheidungswege und bundesweites Remote Work“, erklärt Gerd Neumann, seit 33 Jahren im Unternehmen. „Für die jüngere Generation ist es neben vielen anderen Themen entscheidend, flexibel von zu Hause arbeiten zu können.“ 

Innovation und Expansion

Längst hat sich Van Ameyde über die Auslandsschadenregulierung hinaus weiterentwickelt. Von der Schadeninnenregulierung nationaler Schadenfälle bis hin zur Außenregulierung hat man das Portfolio stark diversifiziert. Mit ‘Flexolutions’ unterstützt das Unternehmen deutsche Versicherer kurz-, mittel und langfristig bei Kapazitätsengpässen. Parallel dazu entwickelte das Unternehmen vor zwölf Jahren eine eigene Schadenbearbeitungssoftware, die über die Jahre stetig weiterentwickelt wurde, automatisierungs- und KI-gestützt ist und sowohl intern als auch extern zum Einsatz kommt. „Der ideale Mix aus Mensch und Maschine ist das, was in Zukunft erforderlich ist“, betont Alexander Dietrich. Für die kommenden Jahre plant das Unternehmen weiteres Wachstum, ohne von seinem Qualitätsanspruch abzurücken: „Wir wollen auch bei hohen Schadenvolumina immer unserem Qualitätsanspruch gerecht werden.“ Die Erfolgsformel von Van Ameyde basiert auf der Kombination aus Gruppenstärke und lokaler Kompetenz – unterstützt vom Eigentümer RW TÜV.

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