Verstehen, was der Kunde braucht

Interview mit Nils Krüger, Geschäftsführer der ARTHUR KRÜGER GmbH

„Wir müssen verstehen, was der Kunde braucht. Was ist ihm wichtig? Wie können wir ihn unterstützen? Das wird in unserer Branche immer wichtiger.“ Nils Krüger weiß, wovon er spricht. Als Geschäftsführer von ARTHUR KRÜGER hat er sowohl die Mitarbeiter als auch die Kunden im Blick. „Unsere Unternehmensgeschichte geht bald 80 Jahre zurück. In dieser Zeit ist viel passiert, wir haben uns organisch entwickelt und sind gewachsen. Es gab Zeiten, da hat ARTHUR KRÜGER ausschließlich Handel betrieben, bis es schließlich hin zur Produktion ging. In unserem Angebot richten wir uns nach den Märkten und der Nachfrage. So kam es zustande, dass wir neben dem Handel die eigene Produktion eingeführt haben. Hier war die Kundenachfrage einfach da. Es geht uns mehr um die Entwicklung für und mit unseren Kunden, als um pure Innovation“, erläutert der Geschäftsführer.

Mittlerweile sorgen 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für zufriedene Kunden – und einen Jahresumsatz von rund 30 Millionen EUR.

„Wir sehen uns als Partner im Kunststoff-Bereich. Zum einen beliefern wir Kunden mit Halbzeugen, wie zum Beispiel Platten, Rohren und Stäben. Unser Sortiment bietet aber außerdem Fertigteile, die nach der Zeichnung und den Vorgaben des Kunden hergestellt werden. Einen weiteren großen Bereich nimmt der GFK-Anlagenbau ein. Hier produzieren wir für unsere Kunden Podeste, Bühnen, Treppenanlagen, bis hin zu ganzen Brücken aus Kunststoff! 12 m lange Brücken für Fußgänger und Radfahrer? Kein Problem für uns. Auch Ladungs- oder Werkstückträger fertigen wir an. Diese finden beispielsweise in der Automobilindustrie Anwendung“, erläutert Nils Krüger.

Aus Letzterer stammen viele Kunden von ARTHUR KRÜGER „Wir haben bereits für VW oder BMW gearbeitet. Doch nicht nur für diesen Bereich sind wir aktiv. Die Bauindustrie, der Maschinenbau, medizinisch-technische Kunden, die Lebensmittelverarbeitung – wir haben eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten und somit auch Industrien, die wir bedienen. Werbe-Kunststoffe haben wir ebenso im Portfolio, also Schilder oder Displays für Läden. Wir orientieren uns an den Kundenbedürfnissen. Daher ist der konstante Austausch so wichtig.“

Nils Krüger, Geschäftsführer der ARTHUR KRÜGER GmbH
„Wir müssen wissen wie der Kunde tickt – auch unsere Mitarbeiter aus Produktion und Fertigung. So können wir noch besseren Service bieten.“ Nils KrügerGeschäftsführer

Um diesen Servicegedanken noch stärker ins Unternehmen zu tragen, ist Nils Krüger selbst stark aktiv. „Bei uns soll es nicht so unpersönlich sein wie beispielsweise bei Amazon. Daher wollen wir den Fokus auf Dienstleistungen und Service im Industrie- und B2B-Bereich noch stärker fokussieren – so wie es sein sollte! Ich möchte das Unternehmen noch kundenorientierter aufstellen. Diese Mentalität muss im gesamten Unternehmen gelebt werden. Als eine technisch ausgelegte Firma bringt uns die Einführung von noch mehr Kunden- und Marktnähe nach vorn.“

Nah an Markt und Kunde

In Sachen Weiterentwicklung hat der Geschäftsführer das Thema Digitalisierung auf dem Schirm. Aber auch hier gilt: Nichts wird aufgezwungen, alles geschieht mit und für den Kunden. „Wir wollen unsere Kunden nicht mit der Technik erschlagen, sondern unsere Kunden interviewen und daraus Schlüsse für Entwicklungspotenziale ziehen. Der Bestellprozess kann beispielsweise vereinfacht werden, aber das persönliche Gespräch ist nicht zu ersetzen. Manche Produkte und Angebote sind nicht ohne Weiteres digitalisierbar.“

Der verlässliche, persönliche Kundenkontakt ist das, was sich für ARTHUR KRÜGER auszahlt. Dies gilt zudem für die interne Strukturierung. „Natürlich ist der Fachkräftemangel für uns ein Thema. Es muss Teil der Unternehmensaufgabe sein, die richtigen Mitarbeiter zu finden und das Unternehmen so zu führen, dass sie zufrieden sind. Hier ist die Führungsetage gefordert, es muss schließlich attraktiv sein für neue Mitarbeiter, bei uns anzufangen. Und so gut laufen, dass sie bleiben. Das ist uns wichtig“, hält Nils Krüger fest.

Ausgerichtet auf die Kunden, ausgerichtet auf die Mitarbeiter, ausgerichtet auf die Zukunft? Das funktioniert alles, wie der Geschäftsführer beweist: „Wir behalten Marktentwicklungen im Blick und definieren eigene Ziele. Das Thema Industrie 4.0 ist allgegenwärtig und schlägt sich beispielsweise in der Optimierung von Fertigungsprozessen, Maschinen und internen Schleifen nieder. Das ist auch für uns ein Thema. Neben diesen eher technischen Themen möchte ich ARTHUR KRÜGER in Zukunft auch stärker positionieren. Und zwar als einzigartiges Unternehmen, das ein Leistungsspektrum liefert, welches es nirgendwo sonst gibt. Wir wollen mit unserer Kompetenz und Technologie in der Verarbeitung von Kunststoff überzeugen.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema

„Wir denken nicht im Quartal, sondern in Generationen“

Interview mit Thomas Fischer, Geschäftsführer der MBI Deutschland GmbH

„Wir denken nicht im Quartal, sondern in Generationen“

Wer Thomas Fischer zuhört, spürt schnell: Hier spricht keiner in Marketingfloskeln. Es geht um Technik, um robuste Lösungen – und um Vertrauen. Um Präsenz im richtigen Moment. Und darum, wie…

Das Sägewerk der Zukunft gestalten

Interview mit Alexander Gebele, Geschäftsführer der HOLTEC GmbH & Co. KG

Das Sägewerk der Zukunft gestalten

Steigende Energiepreise, Rohstoffknappheit und Digitalisierung setzen die Sägeindustrie massiv unter Druck. Gefragt sind effiziente, nachhaltige Komplettlösungen. Die HOLTEC GmbH & Co. KG aus Hellenthal zählt im Rundholzhandling zu den europäischen…

Seele statt Standard

Interview mit Niels Battenfeld, Geschäftsführer der Lieblingsplatz Hotels Betriebs- und Managementgesellschaft mbH

Seele statt Standard

Wie sieht ein Hotel aus, das kein Hotel ist und zu einer Hotelkette gehört, die keine Hotelkette ist? Für Niels Battenfeld ist die Antwort klar: Wie ein Wohnzimmer, wie…

Spannendes aus der Region Kreis Stormarn

Zwei Marken, ein Anspruch – Genuss, der überzeugt

Interview mit Stefan Kunzmann, Managing Director der Euryza GmbH

Zwei Marken, ein Anspruch – Genuss, der überzeugt

Reis ist weit mehr als eine schlichte Sättigungsbeilage: kalorienarm, nährstoffreich, glutenfrei und voller komplexer Kohlenhydrate liefert er Energie, die lange vorhält – und passt in jede moderne Ernährungsweise. Für die…

Natürlich stark: Nahrungsergänzung für echte Power

Interview mit Dr. Annette Horváth, Geschäftsführerin der WELL PLUS TRADE GmbH

Natürlich stark: Nahrungsergänzung für echte Power

Proteinriegel sind aus der Fitness- und Ernährungswelt nicht mehr wegzudenken. Was einst als Nischenprodukt für Bodybuilder galt, hat sich mittlerweile zu einem beliebten Snack für Fitness-Enthusiasten aller Art entwickelt. Diese…

Lösungen für die neuen  hybriden Arbeitswelten

Interview mit Simon Härke, Geschäftsführer der DEKOM GmbH

Lösungen für die neuen hybriden Arbeitswelten

Die DEKOM GmbH ist ein innovatives IT-Systemhaus, das sich auf hochwertige AV-Technik spezialisiert hat. Mit über 280 Mitarbeitern und 15 internationalen Standorten ist das Unternehmen ein führender Anbieter von Lösungen…

Das könnte Sie auch interessieren

„Nachhaltigkeit ist kein Luxus,  sondern eine Notwendigkeit“

Interview mit Hartmut Schoon, CEO der Enneatech AG

„Nachhaltigkeit ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit“

Die Recyclingbranche steht vor einer enormen Herausforderung: Wie lässt sich Kunststoff nachhaltig wiederverwerten, ohne auf Qualität zu verzichten? Die Enneatech AG aus Ostfriesland hat sich dieser Frage gestellt – und…

Profil, Partnerschaft und Perspektive

Interview mit Arjan Bosch, Key Account Manager der CF Kunststofprofielen Teil der CF Kunststoffen B.V.

Profil, Partnerschaft und Perspektive

Kunststoffprofile sind längst mehr als unscheinbare Bauteile – sie entscheiden über Effizienz, Komfort und Langlebigkeit moderner Gebäude und Technik. CF Kunststofprofielen aus Gramsbergen in den Niederlanden zeigt, wie ein familiengeführtes…

Schutz für Produkt und Mensch

Interview mit Dr. Michael Bungert, Leiter Produktmanagement und Jan Schultealbert, Geschäftsführer und Sebastian Heumüller, Vertriebsleiter der Jung Gummitechnik GmbH

Schutz für Produkt und Mensch

Von technischen Sonderbauteilen bis zu anspruchsvollen Handschuhsystemen für Pharma und Arbeitsschutz: Seit 1982 entwickelt und fertigt die Jung Gummitechnik GmbH in Einhausen hoch spezialisierte Lösungen aus Gummi und Elastomeren. Dabei…

TOP