Wir geben Ihrem Gebäude ein Gesicht

Interview mit Michael Groß, Geschäftsführer der IGM GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr Groß, was ist die Kernkompetenz von IGM?

Michael Groß: Früher haben wir uns auf standardisierte Fensterelemente konzentriert. Heute sind wir Experte für Elementfassaden. Rund um das Thema bieten wir unseren Kunden alles aus einer Hand an, vom Konzept über das Design, die Entwicklung der Profile, das Fertigungskonzept und einer Kapazitätsplanung bis zur Logistik und der Montage. Wir verfügen auch über ein eigenes After-Sales Management, übernehmen Wartungen und selbstverständlich auch Sonderwünsche.

Wirtschaftsforum: Bitte geben Sie uns doch einige Referenzbeispiele?

Michael Groß: Der größte Auftrag in unserer Firmengeschichte war bis heute ein Projekt in Bad Friedrichshall, bei dem ein extrem hohes Maß an Engineering gefragt war. Zurzeit entwickeln wir die Fassade für den Messeturm Frankfurt, welche im August in die Produktion geht. Hierbei handelt es sich um eine zweischalige Fassade mit 3.000 Elementen. Bei unserem Projekt Sonneninsel in Berlin, mussten wir die Logistik und Montage vor Ort auf engstem Raum ausführen und haben komplette Elemente, inklusive zum Beispiel Jalousiekoffern und Sonnenschutzanlagen, montiert. Der Kanzlerplatz in Bonn ist ein weiteres Meilenstein-Projekt: hier haben wir eine Glasfaserbeton-Entwicklung gemacht, die vor unsere Elementfassade montiert wurde. Für eine dreidimensionale Anmutung des Gebäudes war das Design parametrisch. Die DEBEKA-Zentrale in Koblenz oder der Porsche Design Tower in Stuttgart sind weitere Projektbeispiele.

Wirtschaftsforum: Was machen Sie anders als andere Anbieter?

Michael Groß: Wir haben Simply Production eingeführt. Dies ist ein selbsterklärender Fertigungsablauf mit dem Ziel, ein Höchstmaß an Standardisierung und Automatisierung einsetzen zu können. Essenziell dabei ist, dass der Produktionsfluss auf ein einfaches Niveau runtergebrochen wird. Darauf aufbauend haben wir eine Komponentenfertigung entwickelt, dann den Prozessablauf. Über dieses System sind wir in der Lage, 12.000 Fassadenelemente im Jahr mit knapp 40 Mitarbeitern umzusetzen. Durch Simply Production mit intelligenter Fließfertigung gehören wir zu den effektivsten Betrieben, die es in unserer Branche gibt. Bei uns wird High-Tech eingesetzt und wir sind in Europa unter den ersten zehn Qualitätsanbietern. Wir haben mit vergleichsweise wenigen Mitarbeitern eine hohe Produktivität. Das ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Zudem sind wir Spezialisten zum Thema Elementfassaden und können mit einem eigenen Logistikzentrum ein Rundum-Paket anbieten. Wir haben Kapazitäten für die Lagerung von bis zu 5.000 Fassadenelementen, wenn sich bei einem Projekt Verzögerungen ergeben. Geht es schneller, können wir flexibel mehr liefern. Mit dieser Flexibilität lösen wir oft Probleme unserer Kunden.

Wirtschaftsforum: Was sind zurzeit Innovationsthemen bei IGM?

Michael Groß: Wir streben Kooperationen zum Beispiel mit Hochschulen oder Forschungseinrichtungen an, um unsere eigene Fassade beziehungsweise ein neues Fassadensystem zu entwickeln, in das wir all unsere jahrzehntelange Erfahrung und unsere Erkenntnisse einfließen lassen. Wir hoffen, die ersten Prototypen bereits in den nächsten zwei bis drei Jahren auf den Markt bringen zu können. Wir arbeiten dann nicht mehr mit stranggepressten Profilen, sondern mit einer Sandwich-Bauweise, bei der die Reduzierung des Materialeinsatzes im Vordergrund steht. Wir testen dazu F&L Monoscheiben anstelle von Isolierglasscheiben. Außerdem möchten wir eine elektrochrome Verglasung einführen, über die wir eine Energierückgewinnung erzielen können. Daran arbeiten wir mit einem Partner aus der Schweiz. Das Thema Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Treiber für neue Entwicklungen. Recyceltes Glas oder recyceltes Aluminium sind nur einige Aspekte. Das Thema Fachkräftemangel wird auch in den nächsten Jahren bleiben. Deshalb möchten wir die Fassade weitgehend maschinell fertigen, so dass auch Elemente, für die zum Beispiel Hebezeuge benötigt werden, automatisiert montiert werden können.

Wirtschaftsforum: Warum konzentrieren Sie sich ausschließlich auf Deutschland?

Michael Groß: Hier ist ausreichend Potenzial im Markt vorhanden und wir glauben an Deutschland – trotz der verfehlten Politik, die gerade gemacht wird. Der Markt wird sich mittelfristig ändern. In vielen Betrieben gibt es hohe Investitionsstaus und auch Probleme in der Regelung der Nachfolge.

Wirtschaftsforum: Was haben Sie sich für die kommenden Monate vorgenommen?

Michael Groß: Unsere Auftragsbücher sind gefüllt. Wir möchten weiterwachsen und bauen deshalb jetzt in führenden Positionen Kapazitäten auf. Unser Ziel ist es, die Umsatzgrenze von 120 Millionen EUR zu knacken, mit kontinuierlichem Wachsen über mehrere Jahre. Dazu werden wir auch die Digitalisierung konsequent vorantreiben.

Wirtschaftsforum: Wo sehen Sie das Unternehmen langfristig?

Michael Groß: Wir sind in alle Richtungen offen. Auf jeden Fall möchten wir eigenständig bleiben. Wir werden neue Entwicklungen forcieren und das Thema Nachhaltigkeit sukzessive immer mehr mit Leben füllen.

IGM GmbH & Co. KG
Hinter Inghell
67744 Medard
Deutschland
+49 6382 92360
+49 6382 923692
info@igmfassaden.de
www.igmfassaden.de

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