Wie der „Stern von Fura“ einen ganzen Markt zum Strahlen bringt

Am 8. Juni dieses Jahres passierte in New York etwas, das auch in der Stadt der Superlative und der Superreichen Seinesgleichen sucht. Mit einem beeindruckenden Gewicht von 55,22 Karat wurde an diesem Tag der Rubin „Estrela de Fura“ – Portugiesisch für „Stern von Fura“ – als der Höhepunkt der „Sotheby's Magnificent Jewels Sale“ versteigert. Er ist der bislang größte und wertvollste Rubin, der jemals auf der Weltbühne präsentiert wurde.

Rekordverdächtig war dann auch der Preis: 34,8 Millionen US-Dollar. Den 55,22 Karat schweren Rubin sicherte sich für diese Wahnsinnssumme ein anonymer Privatsammler aus dem Nahen Osten. Auch der rosafarbene Diamant „Eternal Pink“ kam an diesem Tag bei Sotheby’s in New York unter den Hammer – ebenfalls für 34,8 Millionen US-Dollar.

Historischer Fund im Süden Afrikas

Erst im Juli 2022 erblickte der Estrela de Fura das Licht der Welt - im Süden Afrikas. Fura Gems, ein in Dubai ansässiges Unternehmen, das farbige Edelsteine fördert und vermarktet, meldete damals die Entdeckung des größten Rubin-Edelsteins der Welt in seiner Mine in Montepeuz, Mosambik. Seitdem elektrisiert die Nachricht über den Fund dieses einzigartigen Farbedelsteins die Welt.

Aufgrund seiner Beschaffenheit und Größe ist der Estrela de Fura ein einzigartiger Schatz der Natur. Selbst in seinem rohen, unberührten Zustand wurde der Rubin von Experten für seine Fluoreszenz, die hervorragende Klarheit und die lebendige rote Farbe gefeiert. In der Fachsprache wird seine markante Farbe als „Taubenblut“ bezeichnet – eine Farbe, die traditionell nur mit Rubinen aus dem südostasiatischen Burma in Verbindung gebracht wird. Dank ihrer besonderen mineralischen Zusammensetzung gelten Rubine als die seltensten und begehrtesten Farbedelsteine der Welt.

Das afrikanische Mosambik ist bekannt für seine reichen Vorkommen an farbigen Edelsteinen. Seitdem 2014 erstmalig auch Rubine in Investmentqualität in Mosambik gefunden wurden, stiegen auch hier die Begehrlichkeiten zunehmend. Hinzu kommt, dass in Burma – dem bis dato begehrtesten Abbaugebiet weltweit – seit Ende der Neunzigerjahre nur noch äußerst selten Rubine in Investmentqualität gefunden werden.

„Estrela de Fura“ sorgt für breite Sogwirkung am Markt für Farbedelsteine

Der Estrela de Fura ist damit nicht nur ein wirklich außergewöhnliches Exemplar eines Edelsteins, sondern vor allem auch der beste Werbeträger für seine Heimat. Und einer, der es geschafft hat, die Kaufbereitschaft und Preise für Farbedelsteine auf breiter Front nachhaltig zu steigern.

„Die Versteigerung in New York kann große Auswirkungen auf den gesamten Markt für Farbedelsteine haben. Besonders Fundstücke aus dem afrikanischen Mosambik werden durch die Versteigerung des 55-Karäters nochmals großen Auftrieb erfahren“, sagt Chris Pampel. Er ist Gründer und Chef von Deutsches Edelstein Kontor.

Die Preise für farbige Edelsteine in ausgewählter Investmentqualität sind in den vergangenen Jahren bereits vor der Sotheby’s Auktion durchschnittlich um vier bis sieben Prozent pro Jahr gestiegen. In jüngster Zeit hat diese Dynamik nochmals zugenommen: Innerhalb des vergangenen Jahres sind gerade die Preise für Mosambik-Rubine enorm gestiegen. Beispiele: Der Preis für einen Rubin im gemischten Stern-/Treppenschliff in Kissenform mit 1,01 Karat erhöhte sich der Preis binnen Jahresfrist von zuvor 15.500 Euro auf 19.600 Euro. Für einen Rubin gleicher Herkunft, mit gleicher Schliffart und Schliffform mit 2,10 Karat kletterte der Preis sogar von 40.800 Euro auf 79.400 Euro – das ist ein Plus von fast 95 Prozent. Vieles spricht nach Meinung von Edelstein-Experte Chris Pampel dafür, dass sich die Preise auch weiterhin positiv entwickeln werden - wenn auch nicht in dem Maße: "Solche Preissprünge sind außergewöhnlich, solange in einem Abbaugebiet noch Investment-Qualitäten gefunden werden. Von daher rechnen wir in Zukunft eher wieder mit "normalen" Preissteigerungen zwischen 4 und 7 Prozent pro Jahr."

Sichere Sachwerte sind in wirtschaftlich fordernden Zeiten erste Wahl

Besonders in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten sind Anlagen in Sachwerte wie Gold, Immobilien und zunehmend auch Farbedelsteine begehrt. Als wertvollster Farbedelstein gilt der Rubin. Je kräftiger das Rot des Steins, desto begehrter ist er. Saphire überzeugen mit einem großen Farbspektrum. Am begehrtesten sind blaue Saphire. Der Smaragd schließlich als Dritter im Bunde ist bekannt für seine grüne Farbe.

Farbedelsteine sind ausgesprochen wertstabil und in ihrer Wertentwicklung unabhängig vom Aktienverlauf einzelner Unternehmen oder ganzer Nationen, auch unabhängig von Inflationsraten oder Zinshöhe. Chris Pampel: "Damit sind Farbedelsteine in Investment-Qualität wunderbar geeignet, um Vermögen in unsicheren Zeiten über politische und wirtschaftliche Krisen hinweg in die Zeit nach der Krise zu transferieren."

Wenige, aber wertvolle Steine sind letztendlich wertvoller

Der Geschäftsführer von Deutsches Edelstein Kontor hält neben den „Big Three“ – also Rubinen, Saphiren und Smaragden – noch weitere Steine für aussichtsreich, etwa den Tansanit, benannt nach seinem Fundort im afrikanischen Tansania, oder den Aquamarin. Sein genereller Rat aber: „Lieber einen, zwei oder drei größere Steine mit höherem Wert und aus vertrauenswürdigen Quellen erwerben als viele kleinere Steine mit niedrigerem Wert.“

Pampel empfiehlt gerade Neueinsteigern in den Markt Mindestgrößen von einem Karat bei Rubinen, 1,5 Karat bei Smaragden und zwei Karat bei Saphiren. Gewinne aus dem Verkauf von Farbedelsteinen sind nach derzeitiger Rechtslage nach einem Jahr steuerfrei.

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