Innovative Exzellenz im Hopfenhandel

Wirtschaftsforum: Frau Eisenrieder, können Sie uns die Ursprünge der IGN schildern?

Theresa Eisenrieder: Die IGN wurde 1987 gegründet, als Georg Breitner Hopfenpflanzer zusammenbrachte, um direkt an Brauereien zu vermarkten. 1990 entstand die GmbH, begleitet von der Einführung des neutralen Qualitätsfeststellungssystems (NQF), das heute Branchenstandard ist.

Wirtschaftsforum: Frau Bentele, welche Struktur hat das Unternehmen heute?

Anja Bentele: Wir sind ein mittelständisches Unternehmen mit neun Mitarbeitern und einigen Aushilfskräften. Das Unternehmen gehört 29 Hopfenpflanzern, darunter die Gründer. Diese Struktur sichert Flexibilität und Kundennähe.

Wirtschaftsforum: Wie sieht Ihr Marktumfeld aus?

Theresa Eisenrieder: Unser Fokus liegt im Schwerpunkt auf dem deutschen Brauereimarkt, aber auch renommierte internationale Brauereien zählen zu unseren Kunden. In vielen Ländern verzeichnet der Biermarkt ein negatives Wachstum. Auch in Deutschland ist der Absatz leicht rückläufig. Dennoch freuen wir uns über die positive Entwicklung des Marktes für alkoholfreie Biere, der kontinuierlich leichte Zuwächse verzeichnet.

Wirtschaftsforum: Wie haben Sie die Herausforderungen der letzten Jahre gemeistert?

Anja Bentele: Die Coronapandemie traf uns durch rückläufigen Bierkonsum und ausgefallene Veranstaltungen. Vorverträge halfen, die Auswirkungen abzufedern. Der Ukrainekrieg brachte Herausforderungen wie Lieferkettenprobleme und Inflation, denen wir flexibel begegnet sind.

Wirtschaftsforum: Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind wichtige Themen. Wie positioniert sich die IGN hier?

Theresa Eisenrieder: Wir haben während der Pandemie digitale Prozesse im Vertrieb und in der Kommunikation ausgebaut, was unsere Effizienz steigert. Trotz Zurückhaltung der Branche spielen Online-Medien eine größere Rolle. Nachhaltigkeit ist seit jeher ein zentraler Aspekt unserer Philosophie. Ein Beispiel ist unser Engagement in der Biodiversitätskulisse Eichelberg, wo wir Versuche zu alternativen Pflanzenschutzmaßnahmen durchführen.

Wirtschaftsforum: Wie fördern Sie die Zusammenarbeit zwischen Pflanzern und Brauereien?

Anja Bentele: Wir organisieren regelmäßig Veranstaltungen wie den IGN Hopfentag, bei dem wir Pflanzer und Brauer zusammenbringen. Solche Gelegenheiten fördern den Austausch und stärken die Partnerschaft. Zusätzlich bieten wir Stammtische und Schulungen durch interne und externe Experten an, um das Wissen unserer Mitglieder kontinuierlich zu erweitern.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz bei Ihnen?

Theresa Eisenrieder: Wir setzen aktuell noch keine KI direkt ein, sehen jedoch Potenziale, insbesondere in der Qualitätskontrolle und Produktionsplanung. Es bleibt ein spannendes Feld, das wir beobachten.

Wirtschaftsforum: Welche Philosophie verfolgen Sie im Umgang mit Ihren Mitarbeitern?

Anja Bentele: Wir legen großen Wert auf ein familiäres und offenes Arbeitsumfeld. Jeder Mitarbeiter bringt seine Leidenschaft für den Hopfenanbau ein, und wir fördern aktiv Weiterbildung und Austausch. Personalmangel ist für uns aktuell kein großes Thema, da wir auf ein stabiles und motiviertes Team bauen können.

Wirtschaftsforum: Wie steht es um Ihre internationalen Aktivitäten?

Theresa Eisenrieder: Das Interesse aus internationalen Märkten steigt jährlich weiter an. Um unsere Produkte und vor allem unsere Qualitätsphilosophie weltweit zu präsentieren, sind wir auf nationalen und internationalen Messen wie der BrauBeviale in Nürnberg und der Drinktec in München vertreten. Diese Events sind entscheidend, um unsere Produkte und unsere Philosophie weltweit zu präsentieren.

Wirtschaftsforum: Welche weiteren Dienstleistungen bietet die IGN an?

Anja Bentele: Neben dem Vertrieb arbeiten wir mit starken Partnern zusammen, die unseren Hopfen zu Pellets und CO2-Extrakt veredeln. Unsere Produkte zeichnen sich durch eine stabile Qualität aus, die wir durch das 100% NQF-System sicherstellen. Dieses System erlaubt es uns, unseren Pflanzern Boni zu zahlen, was sowohl die Qualität als auch die Zuverlässigkeit fördert. Als mittelständisches Unternehmen sind wir flexibel, nahbar und verfügen über ein Team von Experten, das unseren Kunden jederzeit zur Seite steht. Ebenfalls können sich bei uns die Brauereien durch persönliche Hopfenbemusterungen nach der Hopfenernte von unserer Hopfenqualität überzeugen. Bei der Hopfenbemusterung können die Brauereien zudem einen besseren Eindruck der jeweiligen Ernte gewinnen und sich die für sie in Frage kommenden Hopfenpartien heraussuchen.

Wirtschaftsforum: Welche Vision haben Sie für die Zukunft?

Theresa Eisenrieder: Wir wollen uns stärker in den neu erschlossenen Märkten etablieren und unsere Präsenz weiter stärken und ausbauen. Unsere Verbundenheit mit dem Hopfen bleibt unser Antrieb.

IGN Hopfenvermarktungs- und Vertriebs-GmbH
Geisenfelder Straße 4
85283 Niederlauterbach
Deutschland
+49 8442 962030
info@ign-hopfen.de
www.ign-hopfen.de

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Wachstum mit Nebenwirkungen: Welche Risiken Familienunternehmen in guten Jahren übersehen

Wachstum mit Nebenwirkungen: Welche Risiken Familienunternehmen in guten Jahren übersehen

Volle Auftragsbücher, steigende Umsätze, neue Standorte: Erfolgreiche Jahre fühlen sich an wie Rückenwind. Doch gerade in dieser vermeintlich sorglosen Phase entstehen oft jene folgenschweren Weichenstellungen, die einem inhabergeführten Betrieb Jahre…

Wenn aus komplexen Produktionsaufgaben individuelle Sondermaschinen werden

Wenn aus komplexen Produktionsaufgaben individuelle Sondermaschinen werden

Nicht jede Fertigungsaufgabe lässt sich mit einer Standardmaschine wirtschaftlich automatisieren. Gerade bei komplexen Produktionsprozessen, begrenztem Bauraum oder wechselnden Produktvarianten sind individuelle Lösungen gefragt. Darauf hat sich die ZARIAN Bewegungs-Systeme GmbH…

Makler Service AG: Makler-Ausbildung als Faktor für Branchenvertrauen

Makler Service AG: Makler-Ausbildung als Faktor für Branchenvertrauen

Die Frage nach Vertrauen beschäftigt die Immobilienbranche seit Jahrzehnten. In Deutschland ist der Zugang zum Maklerberuf erstaunlich niedrigschwellig; formale Abschlüsse sind keine Pflicht. Das hat Folgen: Immer wieder entstehen Vorbehalte,…

Aktuellste Interviews

„Die Medikamente kommen aus der Steckdose“

Interview mit Dennis Meyer-Philippi, Co-Founder der tantum sana® GmbH

„Die Medikamente kommen aus der Steckdose“

Als seine Großmutter pflegebedürftig wurde, erlebte Dennis Meyer-Philippi aus nächster Nähe, wie schnell die Medikamentenversorgung zu Hause zur Belastungsprobe wird. Daraus entstand maja sana®: ein digitaler Tablettenspender, der die häusliche…

Weltweit erfolgreich.  Nah an den Menschen.

Interview mit Daniela Rehm, Geschäftsführerin der Vorwerk Austria GmbH & Co. KG

Weltweit erfolgreich. Nah an den Menschen.

Persönliche Beziehungen sind in einer zunehmend digitalen Welt wertvoller denn je. Vorwerk baut seit mehr als 140 Jahren auf dieses Prinzip und verbindet die Stärke des Direktvertriebs mit kontinuierlicher technologischer…

„Unsere Mission? Gesundes Sitzen und Schlafen!“

Interview mit Charalampos Perezidis, Geschäftsführer der Polster Aktuell Essen GmbH & Co. KG

„Unsere Mission? Gesundes Sitzen und Schlafen!“

An 14 Standorten von Lübeck bis Hanau vertreibt Polster Aktuell in mehreren einzelnen Gesellschaften hochwertige Sitz- und Schlaflösungen. Der Schlüssel zum langjährigen Unternehmenserfolg liegt dabei laut Geschäftsführer Charalampos Perezidis nicht…

TOP