Gewerbliche DSL-Anschlüsse sind allenfalls eine Zwischenlösung

Ein wesentlicher Faktor bei den Strategien ist der Zugriff auf schnelles Internet. Doch genau das ist in einigen Regionen weiter problematisch. In der Fläche fehlen leistungsstarke Glasfaserkabelanschlüsse. Will ein Unternehmen eine teure Standleitung umgehen, bleiben schnelle DSL-Anschlüsse eine Zwischenlösung. Auf Dauer reichen diese aber nicht aus.

Vorteile gewerblicher DSL-Anschlüsse

Ein Zugriff auf das Internet wird in der Wirtschaft immer wichtiger. Es beginnt bereits mit einer IP-Telefonanlage, die über Drittanbieter wie Sipgate realisiert werden. E-Mails sind im geschäftlichen Umfeld längst nicht mehr wegzudenken und auch die Recherche im Web gehört zu den Standardaufgaben von Mitarbeitern.

Das alles ist durchaus mit einer guten DSL-Verbindung und mit wenigen Mitarbeitern alles noch machbar. Diese lassen sich sogar bis zu einem gewissen Punkt flexibel nutzen, sind jedoch in erster Linie für Mini-Betriebe und Solo-Selbstständige interessant.

Entsprechende Business-Internet-Tarife sind von verschiedenen Anbietern verfügbar. Diese unterscheiden sich in der Regel nur in Vertragsdetails von den Privattarifen. Das gilt für Leistung und sogar für den Preis.

Mit drei wesentlichen Ausnahmen: Zum einen bieten die Telekommunikationsunternehmen Geschäftskunden einen besseren Service. Das kann bei Ausfällen wichtig werden, um die Arbeitsfähigkeit des Unternehmens schnell wieder herzustellen. Zum anderen gehören teilweise eine synchrone Bandbreite und eine eigene IP-Adresse zu den Vorteilen.

Speziell die synchrone Bandbreite ist durchaus relevant. Während Privatkunden eine geringe Upload- und eine größere Downloadbandbreite benötigen, ist der Bedarf bei vielen Unternehmen ausgeglichen. Denn gewerblich fallen deutlich mehr zu versendende Datenpakete an.

DSL reicht für Unternehmen im Wachstum kaum aus

Allerdings sollten diese Vorteile nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kapazität einer schnellen DSL-Leitung für Unternehmen schnell ausgeschöpft ist. Gerade bei größeren Betrieben mit vielen Mitarbeitern stoßen DSL-Verbindungen naturgemäß schnell an die Grenzen. Es sind die kleinen, fast unscheinbaren Dinge, die sich summieren. Dazu zählen in einer Cloud gehosteten Softwareangebote wie Office 365 auf allen Arbeitsplätzen, interne Tools, die auf dem eigenen Webserver liegen, oder selbst gewartete SaaS-Angebote für Kunden. Selbst der Datenversand von Druckunterlagen kann DSL-Leitungen regelrecht zum Glühen bringen. Nicht zuletzt gehören Videokonferenzen inzwischen zum Standard im Büroalltag, was bei knapper Bandbreite zu Rucklern und Tonverzerrungen führt. Kommt noch eine dezentrale Struktur hinzu, reicht ein DSL-Anschluss in der Regel nicht aus.

Welche Alternativen gibt es für Unternehmen?

Ideal sind im gewerblichen Umfeld Standleitungen oder Glasfaserkabelanschlüsse. Das ist in dicht besiedelten Gebieten meistens einfach realisierbar. Allerdings sind solche Anschlüsse dann besonders teuer, wenn auf dem Gelände noch keine Leitung liegt. Nicht alle Unternehmen sind bereit, die Kosten für den Ausbau selbst zu tragen. Diese können je nach erforderlichen Maßnahmen schnell eine fünfstellige Summe erreichen. Das gilt ganz besonders, wenn noch mehrere Kilometer Kabel zu legen sind.

Mobile Lösungen und Kabel-Internet

Im Einzelfall kann ein Unternehmen auf Kabel-Internet zugreifen. Die Bandbreiten sind besser als bei DSL. Aber auch diese Anschlüsse sind in erster Linie in dicht besiedelten Gebieten vorhanden. Eine weitere Alternative sind Hybridlösungen oder mobile Internetanschlüsse über 5G oder LTE. Beide Netze sind inzwischen gut ausgebaut und sorgen für beachtliche Bandbreiten. Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen hat und je mehr Ressourcen online betrieben oder genutzt werden, desto eher reichen diese Alternativen ebenfalls nicht aus.

Bürokratie behindert den schnellen Ausbau

Unternehmen im bundesdeutschen „Breitband-Nirgendwo“ geraten schnell ins Hintertreffen. Denn ausgerechnet dort schlägt die Bürokratie zu. Zwar wird der Ausbau gefördert, um diese Orte schnell ans Netz zu bekommen. Aber derzeit dauert der mit öffentlichen Mitteln geförderte Ausbau wegen der komplexen Verfahren erheblich länger. Die privatwirtschaftlichen Erschließungen konzentrieren sich dagegen auf Standorte, an denen viele Privatkunden einen Anschluss buchen können. Das kritisierte kürzlich der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO).

Speziell die Wirtschaft in ländlichen Regionen benötigt jedoch schnell eine Breitbandanbindung. Nach Daten einer eigenen Studie sei laut Wirtschaftsberatungsunternehmen Deloitte der Ausbau mit Glasfaser sogar „existenziell“ für die Entwicklung ganzer Regionen. Bis alle Gebiete mit schnellem Glasfaserkabel ans Internet angeschlossen sind, wird es weiter dauern. Unternehmen an betroffenen Standorten müssen weiter Zwischenlösungen nutzen und auf eine deutlich veränderte Ausbaustrategie hoffen.

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