Erlebnissennerei Zillertal – wo Tradition und Nachhaltigkeit auf höchstem Niveau verschmelzen

Interview mit Christian Kröll, Geschäftsführer der Erlebnissennerei Zillertal KG

Wirtschaftsforum: Herr Kröll, könnten Sie uns bitte etwas über die Geschichte der Erlebnissennerei Zillertal KG erzählen?

Christian Kröll: Die Erlebnissennerei Zillertal KG wurde von meinem Großvater im Jahr 1954 gegründet. Vor etwa 50 Jahren begannen wir als kleine Emmentaler Käserei in Mayrhofen, die über eine Genossenschaft vermarktet wurde. Wir haben zum richtigen Zeitpunkt begonnen, unsere Marke zu etablieren und dann auch an Gastronomiebetriebe geliefert. Damals hießen wir noch Sennerei Mayrhofen. Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Später zogen meine Eltern Heinz und Brigitte Kröll mit dem Unternehmen um und gründeten den heutigen Standort, an dem wir auch ein Erlebnisstandort sind, der für jedermann zugänglich ist. Damals war das noch ungewöhnlich. Wir haben an der Qualität gearbeitet und unser Sortiment erweitert. Wir waren die ersten, die silofreie Milch verwendeten, die heute als Heumilch bekannt ist. Wir haben die Produktion von zwölf auf 25 Millionen Liter pro Jahr ausgebaut und sind heute in der 3. Generation ein Familienunternehmen.

Wirtschaftsforum: Wie ist Ihre Marktposition im Vergleich zu Ihren Mitbewerbern?

Christian Kröll: Gegenüber unseren Mitbewerbern sind wir klein, aber wir produzieren Dinge, bei denen die Industrie nicht mithalten kann, also keine Massenware. Unser USP ist, dass unsere Produkte nicht nur schmecken, sondern auch nachhaltig sind.

Wirtschaftsforum: Könnten Sie uns einen Überblick über Ihre Produktpalette geben?

Christian Kröll: Unsere Produktpalette umfasst Heumilchprodukte aus Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch, wie Butter, Joghurt, Käse und Eis. Heumilch ist die einzige Milch, die messbar besser ist als andere Milchsorten. Sie hat einen doppelt so hohen Omega-3-Fettsäuregehalt und schmeckt reiner. Unsere Zillertaler Bergmilch ist sehr beliebt, genauso wie unser Frucht- und Naturjoghurt. Unsere Käsesorten, wie der Zillertaler Bergkäse und der Zillertaler Graukäse mit viel Protein, sind ebenfalls sehr gefragt. Ein weiteres Highlight ist unsere Zillertaler Honigmilch, die weltweit einzigartig ist.

Wirtschaftsforum: Wie reagieren Sie auf die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Produkten?

Christian Kröll: Für uns ist Nachhaltigkeit ein sehr wichtiges Thema und es freut uns, dass es auch für unsere Kunden immer wichtiger wird. Wir haben unsere Verpackung komplett nachhaltig gemacht und setzen auch intern auf Energiesparmaßnahmen wie Wärmerückgewinnung. Wir haben zudem eine große Investition in eine Photovoltaikanlage getätigt, sodass wir Ende des Jahres 50% unseres Stroms selbst erzeugen können. Wir wollen auch in Zukunft auf Nachhaltigkeit setzen und sind immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, um unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

Wirtschaftsforum: Welche Bedeutung hat Tierwohl für Ihr Unternehmen?

Christian Kröll: Wir sprechen hier eher von Tierliebe, da wir jeden einzelnen unserer Tiere als Teil unserer Familie betrachten. Unsere Kühe leben in kleinen Herden auf den Almen und werden nur mit Gras und Heu gefüttert. Wir haben auch einen Schaubauernhof mit Ziegen, Kühen und Hühnern, um Kindern die Landwirtschaft näher zu bringen und das Bewusstsein für Tierwohl zu stärken. Wir achten darauf, dass unsere Tiere artgerecht gehalten werden und setzen uns aktiv für den Tierschutz ein.

Wirtschaftsforum: Gibt es Pläne, in Zukunft auch vegane Produkte anzubieten?

Christian Kröll: Wir bieten keine veganen Produkte an, ausschließlich Produkte aus Heumilch. Allerdings bieten wir die erste laktosefreie Heumilch für unsere Kunden an und all unsere Heumilchkäsesorten sind sowieso von Natur aus laktosefrei.

Wirtschaftsforum: Welche Ziele haben Sie für die Zukunft?

Christian Kröll: Wir wollen auch in Zukunft auf unsere Qualität, Nachhaltigkeit und Tierliebe setzen und unser Sortiment weiterentwickeln. Ein wichtiges Ziel ist auch die Steigerung unseres Bekanntheitsgrades, da wir uns gegenüber unseren Wettbewerbern noch als kleines Unternehmen positionieren. Wir möchten jedoch weiterwachsen und unsere Produkte einem breiteren Publikum zugänglich machen, ohne dabei Kompromisse bei der Qualität einzugehen. Ein weiteres Ziel ist auch die Erweiterung unserer Erlebniswelten, um unseren Kunden einen noch tieferen Einblick in die Herstellung unserer Produkte zu ermöglichen.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Wenn aus komplexen Produktionsaufgaben individuelle Sondermaschinen werden

Wenn aus komplexen Produktionsaufgaben individuelle Sondermaschinen werden

Nicht jede Fertigungsaufgabe lässt sich mit einer Standardmaschine wirtschaftlich automatisieren. Gerade bei komplexen Produktionsprozessen, begrenztem Bauraum oder wechselnden Produktvarianten sind individuelle Lösungen gefragt. Darauf hat sich die ZARIAN Bewegungs-Systeme GmbH…

Makler Service AG: Makler-Ausbildung als Faktor für Branchenvertrauen

Makler Service AG: Makler-Ausbildung als Faktor für Branchenvertrauen

Die Frage nach Vertrauen beschäftigt die Immobilienbranche seit Jahrzehnten. In Deutschland ist der Zugang zum Maklerberuf erstaunlich niedrigschwellig; formale Abschlüsse sind keine Pflicht. Das hat Folgen: Immer wieder entstehen Vorbehalte,…

Ein Konto ohne Bonitätsprüfung: Warum ist das nicht längst selbstverständlich?

Ein Konto ohne Bonitätsprüfung: Warum ist das nicht längst selbstverständlich?

Ein Konto ohne Dispo vergibt keinen Kredit. Weshalb also sollte die Bonität darüber entscheiden, wie einfach jemand am Zahlungsverkehr teilnehmen kann? „Das Ziel sollte deshalb nicht ein ‚Banking für Ausgeschlossene‘…

Aktuellste Interviews

Aus Betroffenen Beteiligte machen

Interview mit Florian Wollner, Geschäftsführer der enve print services GmbH

Aus Betroffenen Beteiligte machen

enve print services aus dem Großraum Augsburg tritt seit vielen Jahren als schlagkräftiger Verpackungspartner für die Brillenindustrie auf. Im Zuge der Übernahme durch VENDO aus Österreich wird sich die grundlegende…

Flexibilität für die Energiewende

Interview mit Christian Dorfner, Geschäftsführer der SK Verbundenergie AG

Flexibilität für die Energiewende

Der Ausbau von Wind- und Solarenergie schreitet voran. Doch eine zentrale Frage bleibt: Was passiert, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht? Die SK Verbundenergie AG hat…

Von Logistik bis Lagerei

Interview mit Horst Schuon, Geschäftsführer der Gebrüder Schuon Logistik GmbH

Von Logistik bis Lagerei

Die Gebrüder Schuon Logistik GmbH hat sich als schlagkräftiger Logistikanbieter fest im Markt etabliert und unterstützt ihre Kunden heute nicht nur mit vielfältigen Mehrwertdiensten, sondern auch mit einem angeschlossenen Softwarehaus.…

TOP