Ein Hoch auf das Handwerk

Interview mit Verena Pock, Geschäftsführerin der Pock GmbH

Wirtschaftsforum: Frau Pock, Sie leiten die Pock GmbH in der 3. Generation. Was hat die Entwicklung des Familienunternehmens geprägt?

Verena Pock: Meine Großeltern Berta und Franz Pock gründeten das Unternehmen 1968 in einer Lagerhalle mitten im Ort. Es war ein Gemischtwarenladen mit Schwerpunkt Baustoffe. In der damaligen Zeit des Wiederaufbaus waren sie die einzigen im Ort, die mit Baustoffen handelten. Die Geschäfte gingen gut, sodass das Angebot sukzessive ausgebaut wurde. Nachdem 1980 die Dachdeckerei und Sprenglerei hinzukamen, stieß der Standort bald an seine Grenzen. 1985 wurde außerhalb des Ortes ein Neubau realisiert, an dem wir bis heute ansässig sind. Dort kamen dann 1994 Bauunternehmen und Betonmischwerk dazu, 2000 die Zimmerei. Damit sind wir heute in der Lage, Gesamtpakete vom Rohbau bis zum Dach aus einer Hand anzubieten.

Wirtschaftsforum: Wie hat sich diese kontinuierliche Weiterentwicklung auf die Unternehmensstruktur ausgewirkt?

Verena Pock: 1996 hat mein Vater Manfred Pock den Betrieb übernommen. Wir haben heute um die 100 Mitarbeiter, der Umsatz liegt bei 16 Millionen EUR. In der Region rangieren wir unter den führenden Bauunternehmen; Treiber dieser positiven Entwicklung war vor allem die Tatsache, dass wir Komplettlösungen anbieten.

Wirtschaftsforum: Wie stellt sich das Leistungsspektrum heute dar?

Verena Pock: Wir sind Komplettanbieter in Sachen Bau, Zimmerei und Dach und damit ein verlässlicher Partner vom Keller bis zum Dach. Darüber hinaus gibt es eine Immobilienfirma, die sich auf die Vermarktung von Bauobjekten konzentriert und inzwischen eine große Rolle spielt, sowie ein Unternehmen mit Schwerpunkt Fenster, Türen, Tore und Sonnenschutz. Unser Portfolio steht damit auf verschiedenen Beinen, die sich die Waage halten.

Wirtschaftsforum: Gibt es momentan, auch aufgrund aktueller wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen, einen bestimmten Markttrend?

Verena Pock: Nachdem die Corona-Krise viele Menschen dazu animiert hat, in ihr Zuhause zu investieren, sorgen aktuell der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Herausforderungen für Unsicherheit und Investitionszurückhaltung. Hohe Zinsen, Inflation und restriktivere Finanzierungen von Seiten der Banken führen dazu, dass eher umgebaut, angebaut oder saniert statt neugebaut wird.

Wirtschaftsforum: Pock schreibt seit drei Generationen eine Geschichte des Erfolgs. Was steckt hinter diesem Erfolg?

Verena Pock: Der Name Pock steht für Erfahrung, Know-how und Zuverlässigkeit; damit haben wir uns einen guten Ruf erarbeitet. Wer mit uns baut, hat einen Ansprechpartner von A bis Z, der immer zur Seite ist, wenn er gebraucht wird, der ein Projekt konstant bis zum Ende begleitet. Wir lassen unsere Kunden nicht im Stich. Hinzu kommt, dass wir immer sehr innovativ und aufgeschlossen für Veränderungen waren. Immer wieder haben wir auf Marktveränderungen reagiert. Erfolg geht langfristig nur über Veränderung. Diese Veränderung muss natürlich von den Mitarbeitern mitgetragen werden. Wir haben hier ein tolles Team, das sich aktiv einbringen kann, um Veränderungen herbeizuführen. 85% der Mitarbeiter sind langjährige Mitarbeiter. Mit ihnen teilen wir eine gemeinsame Mission.

Wirtschaftsforum: Veränderungen bringt zum Beispiel die Digitalisierung. Wie ist Pock in der Hinsicht aufgestellt?

Verena Pock: Wir präsentieren Kunden zum Beispiel 3D-Pläne, damit sie sich ein realistisches Bild von künftigen Objekten machen können. Bei größeren Aufträgen arbeiten wir mit externen Planungsbüros zusammen, die Videos über das Innere von Gebäuden erstellen. Diese Visualisierungen sind für Kunden sehr hilfreich.

Wirtschaftsforum: Wer zählt zu den Kunden? Und wie wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit?

Verena Pock: Wir arbeiten für Businesskunden, Landwirte, die öffentliche Hand, Privatkunden – ein breiter Mix, durch den wir Marktschwankungen ausgleichen können. Für die Kunden und uns ist es wichtig, ressourcenschonend zu arbeiten. Deshalb werden wir den Holzbau forcieren und künftig auch Fertighäuser in Holzbauweise anbieten. Wir wollen die Besten sein, in dem, was wir machen und setzen uns weiter dafür ein, dass das Handwerk am Leben bleibt.

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