Die zunehmende Bedeutung von Cyberkriminalität für Unternehmen

Innovative Technologien - Trade-off zwischen Risiko und Effizienzgewinnen

Ob die Nutzung der Cloud, dezentraler Server, Blockchain oder einfach in Form des eigenen Online-Shops: In digitalen Welten sind all die Komponenten, die am Internet hängen, automatisch auch den dort befindlichen Risiken ausgesetzt. Diese reichen von Ransomware mit gesperrten Computern, Servern und Daten bis hin zu menschlichen Fehlern, die beispielsweise zu Datenverlusten führen können. Schadsoftware, allen voran Trojaner und Computerviren, bleiben als bereits etablierte Risikofaktoren selbstverständlich bestehen.

Wie weitverbreitet Cyberkriminalität in all ihren Facetten ist, zeigt eine Erhebung der KfW - demnach waren zwischen den Jahren 2018 und 2020 rund 29 % aller mittelständischen Unternehmen Deutschlands mindestens einmal Opfer einer Cyberattacke geworden. Eben jene kleinen und mittelständischen Unternehmen sind es oftmals aber auch, wo entsprechende Schutzvorkehrungen fehlen - Hand in Hand mit oftmals ebenso fehlender Expertise.

Speziell für KMUs könnte daher das Outsourcing einzelner IT- und Sicherheitsprozesse an IT-Firmen eine adäquate und wirtschaftlich attraktive Lösung darstellen. Das gilt gleich doppelt, wenn der eigene Personalbestand im Unternehmen keine digitale Expertise hergibt oder freie Stellen dahingehend nicht zeitnah besetzt werden können.

Mehr Digitalisierung resultiert auch in mehr Angriffsvektoren

Wie die oben genannte Studie der KfW ebenfalls anzeigt, erhöht sich das Angriffsrisiko mit zunehmender Digitalisierung. Anders gesagt: Unternehmen, die stärker in die Digitalisierung investieren und mehr und mehr Prozesse digital abwickeln, sind häufiger von Cyberattacken betroffen. Insbesondere Vorreiter der Digitalisierung, also Unternehmen, die sich offen für innovative Technologien und damit assoziierte Effizienzgewinne zeigen, sind besonders häufig von Cyberkriminalität betroffen.

Das größte Manko im deutschen Mittelstand ist nach wie vor, dass die Schutzmaßnahmen und -konzepte den Cyberattacken hinterherhinken. Oftmals reagieren Unternehmen überhaupt erst mit Schutzkonzepten, wenn sie bereits Opfer einer Cyberattacke wurden und der wirtschaftliche sowie gegebenenfalls Image-Schaden bereits passiert ist. Dabei ist Prävention in digitalen Welten das beste Mittel, um Angriffsvektoren zu minimieren. Vielmals suchen sich Cyberkriminelle insbesondere die "leicht zu pflückenden Äpfel" vom Baum: Sie attackieren also Unternehmen, die zwar digital präsent sind, aber keine oder nur unzureichende digitale Schutzmaßnahmen haben. Ein ausgefeiltes Cybersecurity-Konzept könnte also nicht nur im Ernstfall eben diesen verhindern, sondern bereits vorab eine abschreckende Wirkung entfalten.

Grund genug dafür gibt es allemal: Wie eine statistische Erhebung zeigt, entstand allein in der Bundesrepublik im Jahr 2022 ein Gesamtschaden durch Cyberkriminalität von mehr als 202 Milliarden Euro. Der größte Schaden ergab sich durch die Beschädigung von IT-Systemen und damit verbundenen Produktionsausfällen.

Die Digitalisierung wird nicht verschwinden - also gilt es Sicherheitskonzepte zu etablieren

Technische Sicherheitskonzepte müssen in Unternehmen Hand in Hand mit Weiterbildungen und der Sensibilisierung von Mitarbeitern gehen. Viele Cyberattacken sind nach wie vor nur deshalb erfolgreich, weil menschliche Fehler es zulassen - und das beginnt schon beim Umgang mit Passwörtern und E-Mail-Anhängen. Ein professioneller externer Ansprechpartner kann speziell KMUs technisch unterstützen.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Die Krypto Masterclass App: Wie Anfänger echtes Marktverständnis entwickeln

Die Krypto Masterclass App: Wie Anfänger echtes Marktverständnis entwickeln

Für viele Menschen beginnt der Einstieg in die Welt der Kryptowährungen heute nicht mit einem Buch oder einer systematischen Einführung. Stattdessen informieren sie sich über Videos auf Plattformen wie YouTube,…

Die sichersten Filesharing-Plattformen für Unternehmen

Die sichersten Filesharing-Plattformen für Unternehmen

Der sichere Austausch sensibler Daten ist für viele Unternehmen längst zu einem geschäftskritischen Faktor geworden. Ob interne Zusammenarbeit, ortsunabhängige E-Collaboration oder der Versand vertraulicher Unterlagen an Kunden – Filesharing-Plattformen bilden…

Wenn das Labor in den Browser wandert. Wie Websimulation Engineering verändert

Wenn das Labor in den Browser wandert. Wie Websimulation Engineering verändert

Werkbank, Bauteile und physische Testaufbauten bestimmten über Jahrzehnte das Tempo technischer Entwicklung. Mit moderner Webtechnologie entsteht nun eine zusätzliche Ebene: Systeme lassen sich im Browser modellieren, simulieren und optimieren, bevor…

Aktuellste Interviews

Speziallösungen aus dem Reinraum

Interview mit Tino Fiedler, Geschäftsführer der Kögel Filter GmbH - Contecma-Filtration

Speziallösungen aus dem Reinraum

Was in einer Privatwohnung begann, ist heute ein Hightechbetrieb mit internationaler Reichweite: Die Kögel Filter GmbH mit dem Markenauftritt Contecma Filtration ist ein Spezialist für individuelle Filtrationslösungen und Containment-Systeme in…

Der Motor läuft weiter

Interview mit Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Schnell, Geschäftsführer der HJS Motoren GmbH

Der Motor läuft weiter

Die Planung und Umsetzung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien stehen seit Jahren unter dem Einfluss sich regelmäßig ändernder Rahmenbedingungen – eine Entwicklung, die zunehmend zu Planungsunsicherheit führt und…

Bereit für die Transformation

Interview mit Tim Kohnle, Geschäftsführer der KUHN IT GmbH

Bereit für die Transformation

Die Digitalisierung von Kanzleien ist in vollem Gange; sichere EDV- und Cloud-Lösungen sind von zentraler Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit, Effizienz und Mandantensicherheit. Durch den Wandel zum Homeoffice und die Notwendigkeit…

TOP