Eine repräsentative Umfrage der Unternehmensberatung ROC unter mehr als 1.300 deutschen Arbeitnehmern hat ergeben: 84 Prozent der Befragten halten Bonuszahlungen zwar grundsätzlich für einen Leistungsanreiz, doch sie befürchten auch schwerwiegende Nachteile. 42 Prozent kritisieren, dass flexible Vergütungsmodelle Mitarbeiter dazu verleiten, höhere Risiken einzugehen. Mehr als jeder Zweite ist sogar der Ansicht, dass dadurch der eigene Erfolg über die Unternehmensziele gestellt wird.
Win-Win-Situation für Firma und Belegschaft
Damit stehen viele große und kleine Unternehmen, die bereits weite Teile der Belegschaft in flexible Vergütungsmodelle einbeziehen oder entsprechende Pläne schmieden, vor einem Akzeptanzproblem. Dabei spricht einiges für Bonuszahlungen: In guten Jahren profitieren die Mitarbeiter vom Erfolg, in schlechten die Firma, weil sie Kosten spart – eine klassische Win-Win-Situation, heißt es in der ROC-Studie.
Für Unternehmen eröffnen sich durch variable Gehaltsbestandteile auch neue Möglichkeiten wie die gezielte Steuerung über die klassischen Erfolgskennzahlen hinaus. So könnte man beispielsweise in Branchen, bei denen der Service eine große Rolle spielt, die Höhe der Bonuszahlungen an die Kundenzufriedenheit koppeln. Bewertet der Kunde die Leistung eines Mitarbeiters also schlecht, hat das direkte, negative Folgen für dessen Entlohnung.
Nachhaltiger Erfolg für die Mehrheit wichtig
Bonuszahlungen sollten aber nach Meinung von 82 Prozent der Befragten auf langfristigen bzw. nachhaltigen Erfolg ausgelegt sein. Drei von vier Arbeitnehmern fordern daher, dass neben der individuellen Bewertung auch die Ergebnisse der Abteilung und des Unternehmens insgesamt berücksichtigt werden. Voraussetzung: Zuverlässige Kennzahlen und damit eine hohe Qualität des Reportings.
Fazit: Experten sehen in Bonussystemen eine Chance, aber diese würden nur dann vom Personal akzeptiert, wenn die Beurteilungsmaßstäbe transparent, eindeutig definiert aber gleichzeitig flexibel sind und Anpassungen ermöglichen.







