Verantwortung als Antrieb – Lösungen für Fördertechnik

Interview mit Stefan Keil, Mitglied der Geschäftsleitung der LINDIG Fördertechnik GmbH

Die Fähigkeit, Probleme pragmatisch zu lösen, ist bei LINDIG kein kurzfristiges Erfolgsrezept, sondern historisch gewachsen. Das Unternehmen wurde 1899 gegründet und wird heute in 4. Generation geführt. Eine Besonderheit prägt das Selbstverständnis des Unternehmens bis heute: ­LINDIG blieb selbst zu Zeiten der DDR ein Privatbetrieb. Unternehmerische Eigenständigkeit war damit nie Theorie, sondern gelebte Praxis. Nach der Wiedervereinigung setzte das Unternehmen gezielt auf Wachstum mit Augenmaß. Ein Meilenstein war der Händlervertrag für Linde-Gabelstapler Anfang der 1990er-Jahre. Damit legte LINDIG den Grundstein für eines seiner beiden tragenden Geschäftsfelder und positionierte sich früh als verlässlicher Partner für Industrie, Logistik und Handwerk in der Region.

Zwei Geschäftsfelder

LINDIG ist in zwei Geschäftsfeldern tätig: als Vertragshändler der Marke Linde im Gabelstaplergeschäft und in der Arbeitsbühnenvermietung als Partner im ­SYSTEM LIFT-Verbund. Beide folgen demselben Anspruch. 

„Wir verstehen uns nicht als Verkäufer von Technik“, sagt Stefan Keil. „Unser Job beginnt dort, wo der Kunde ein konkretes Problem hat.“ Das Staplerportfolio reicht von der Lagertechnik bis zu Schwerlastlösungen und wird durch Service, Vermietung, Gebrauchtgeräte und Schulungen ergänzt. In der Arbeitsbühnenvermietung verfügt das Unternehmen über mehr als 1.100 eigene Geräte und greift über den Verbund auf bundesweit mehr als 20.000 Arbeitsbühnen zu. Damit lassen sich auch komplexe Projekte zuverlässig abdecken. Der Ansprechpartner bleibt LINDIG. „Der Kunde bekommt eine Lösung – keine Zuständigkeiten“, so Stefan Keil.

Lösungsorientierung

Der Unternehmensclaim ­„LINDIG kann auch Ihr Problem“ beschreibt den Anspruch, der das tägliche Handeln prägt. Der bewusst offen formulierte Satz steht für eine Kultur, in der Lösungen wichtiger sind als formale Zuständigkeiten oder starre Prozesse. „Eine Absage ist bei uns selten“, sagt Stefan Keil. „Wenn etwas nicht verfügbar ist, finden wir eine Alternative.“ Diese Denkweise geht oft über das eigentliche Kerngeschäft hinaus. Ob ergänzende Technik, logistische Unterstützung oder unkonventionelle Zusatzlösungen – entscheidend ist, dass der Kunde handlungsfähig bleibt, auch unter Zeitdruck oder schwierigen Rahmenbedingungen. „Wir denken nicht in Produktkategorien, sondern in Situationen“, beschreibt es Stefan Keil. So entsteht Vertrauen, das viele Kunden über Jahre an ­LINDIG bindet.
 

Organisation im Wandel

Parallel zum äußeren Wachstum hat sich LINDIG auch intern weiterentwickelt. Seit 2015 verfolgt das Unternehmen neue Arbeitsformen und arbeitet heute soziokratisch – Verantwortung liegt dort, wo das Wissen sitzt. Entscheidungswege wurden bewusst verkürzt, Eigenverantwortung systematisch gestärkt. „Wir haben gelernt, Kontrolle durch Vertrauen zu ersetzen“, sagt Stefan Keil. Wie tragfähig dieses Modell ist, zeigte sich besonders in der Coronapandemie: Regionale Unterschiede konnten eigenständig berücksichtigt werden, ohne auf zentrale Vorgaben zu warten. Die Organisation blieb beweglich, die Teams handlungsfähig, auch unter außergewöhnlichen Bedingungen.
 

Digitale Werkzeuge

Auch technologisch setzt LINDIG auf Fortschritt ohne Selbstzweck. Digitalisierung dient der Effizienz und besseren Entscheidungsfindung – intern wie extern. Flottenmanagementsysteme liefern Nutzungsdaten, digitale Zwillinge unterstützen Wartung und Einsatzplanung. Intelligente Ladelösungen helfen, Energie gezielter einzusetzen. Ein Beispiel ist die digitale Vermietplattform für Arbeitsbühnen, die eine papierlose Echtzeitbuchung ermöglicht. „Was früher Anfrageprozesse waren, ist heute ein direkter Abschluss“, betont Stefan Keil. Der persönliche Kontakt bleibt dabei zentral. „Digitalisierung ersetzt bei uns nicht die Beziehung, sie unterstützt sie.“

Nachhaltigkeit mit Maß

Nachhaltigkeit versteht LINDIG als Teil einer langfristigen Verantwortung. Elektrostapler sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Portfolios, leistungsstarke E-Modelle ersetzen verbrennungsmotorische Geräte und reduzieren Emissionen im täglichen Betrieb. Förderprogramme werden aktiv genutzt, um Kunden beim Umstieg zu unterstützen und Investitionen wirtschaftlich abzusichern. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen realistisch. Der eigene Fuhrpark lässt sich nicht von heute auf morgen vollständig elektrifizieren. „Nachhaltigkeit muss über die gesamte Wertschöpfungskette sinnvoll sein“, sagt Stefan Keil. Ergänzend investiert LINDIG in Photovoltaik, Energiemanagement und entsprechende Zertifizierungen.

Zukunft mit Maßstab

Mit über 400 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz im oberen zweistelligen Millionenbereich gehört LINDIG zu den etablierten mittelständischen Anbietern seiner Branche. Die Kundenstruktur ist bewusst breit aufgestellt und reicht von Industrie und Logistik über Bau und Handwerk bis hin zu kommunalen und forstwirtschaftlichen Anwendungen. Für die Zukunft setzt das Unternehmen auf kontrolliertes Wachstum, die Weiterentwicklung bestehender Standorte und neue Technologien wie Automatisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz. Entscheidend ist dabei, so Stefan Keil: „Unser Maßstab ist nicht maximale Größe. Unser Maßstab ist, ob wir für unsere Kunden relevant bleiben.“ Die Stärke von LINDIG liegt genau darin: Probleme zu lösen – verlässlich, nah und pragmatisch. 

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