Bitcoin und Co.: So stehen deutsche Verbraucher zu Kryptowährungen

Kryptowährungen sind Suchtrend bei Google

Ein guter Indikator für die Beliebtheit bestimmter Themen sind heutzutage die Statistiken zu den Suchanfragen bei Google. Suchanfragen rund um den Bitcoin und Kryptowährungen im Allgemeinen liegen bei Google im Trend. Die Trendanalyse der am häufigsten genutzten Internetsuchmaschine zeigt deutlich: Deutsche Verbraucher möchten wissen, was hinter dem Kryptohype steckt. Besonders häufig versuchen Google-Nutzer über Suchanfragen zum Bitcoin die Erklärung dafür zu finden, warum Kryptowährungen aus den Medien nicht mehr wegzudenken sind und warum Begrifflichkeiten aus dem Kryptokosmos ihnen auch im Alltag immer wieder begegnen. In Deutschland scheint außerdem das Interesse an sogenannten „Alt-Coins“ wie Ethereum besonders stark zu sein. Ebenfalls häufig wird nach „DeFi“ (Dezentrales Finanzwesen) und ganz allgemein nach „Crypto“ gesucht. Mit monatlich rund 120.000 Anfragen belegt die Frage „Was sind Kryptowährungen?“ momentan den ersten Platz. Auf Platz zwei folgt die Frage „Was ist Krypto?“ mit 30.000 Aufrufen pro Monat. Während die beiden häufigsten Anfragen auf sehr allgemeine Informationen zu dem Themenbereich abzielen, ist die dritte Frage „Wie kann man Kryptowährungen kaufen?“ mit einer konkreten Handlungsabsicht verbunden. Suchmaschinenexperten sprechen von verschiedenen Suchintentionen. Des Weiteren zeigen die darauffolgenden Topplätze auch, dass viele Nutzer gern mehr über die technischen Hintergründe in Erfahrung bringen würden. Das Gesamtbild veranschaulicht ebenfalls das große Interesse der Internetuser an Grundlagenwissen zu dem Thema Kryptowährungen. Für viele scheint die Blockchain-Technologie daher noch Neuland zu sein. Das Hintergrundwissen zu dem Thema scheint noch ausbaufähig zu sein und hier besteht noch großer Nachholbedarf, um Kryptowährungen in der Mitte der Gesellschaft ankommen zu lassen.

So kryptofreundlich sind Deutschlands Verbraucher

Auch konkrete statistische Erhebungen und Umfragen zum Thema Kryptowährungen bestätigen diesen Eindruck. Nur ein kleiner Teil der Deutschen hat bei Bitcoin, Ethereum, DeFi und Co. wirklich einen guten Überblick. Über 80 Prozent der Befragten gaben an, noch nie in Kryptowährungen investiert zu haben und fast 65 Prozent hätten dies bisher auch noch nie in Betracht gezogen. Diese Zahlen zeigen ganz klar, wie häufig Kryptowährungen noch weit unter dem Radar fliegen. Ein Grund hierfür könnte das allgemein eher konservative Anlegerverhalten der deutschen Sparer sein. Dabei ist die Infrastruktur mittlerweile durchaus gegeben. Im Bankhaus von der Heydt, einer der ältesten Banken Europas, wird die Blockchain-Technologie bereits eingesetzt; Kunden bekommen so einen regulierten Zugang zum Kryptomarkt. Die meisten großen Internetbroker bieten eine einfache und unkomplizierte Möglichkeit zur Investition in Kryptowährungen. Die Anzahl der Personen, die diese Chancen bereits ergriffen haben, lassen sich anhand repräsentativer Erhebungen im einstelligen Prozentbereich verorten. Trotzdem scheint das Interesse und auch die Bereitschaft zum Kauf von Kryptowährungen langsam größer zu werden.

Am eindrucksvollsten ist der Zuwachs in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen. Der Anteil an bestehenden Investitionen ist in dieser Gruppe im Vergleich zur Gesamtmenge viermal so groß. Außerdem haben wirtschaftliche und politische Faktoren einen entscheidenden Einfluss. Auf die Frage, was die Befragten aktuell von einem Kryptoinvestment abhalte, nannten rund 40 Prozent angenommene oder tatsächlich bestehende regulatorische Unsicherheiten.

Deutschland im internationalen Kryptovergleich

Im Vergleich mit ähnlichen Erhebungen in anderen Ländern wird schnell klar, dass Deutschland global zu den Schlusslichtern zählt. Ausgenommen sind Länder wie China oder Pakistan, in denen der Besitz und Handel mit Kryptowährungen von staatlicher Seite aus unterbunden wird. Insgesamt sind die Akzeptanz und die Offenheit gegenüber Kryptowährungen auf dem asiatischen Kontinent derzeit aber am höchsten. Internationale Studien veranschaulichen den deutlichen Unterschied zu Deutschland. In der Türkei, auf den Philippinen und in Thailand geben über 20 Prozent der Befragten an, Kryptowährungen zu besitzen. Im Falle der Türkei wird die hohe und anhaltende Inflation als wichtiger Faktor für das Ausweichen auf alternative Zahlungsmittel und Wertanlagen gesehen. Teils deutlich über dem weltweiten Durchschnitt liegen auch viele afrikanische Länder. Zu den Spitzenreitern zählen Ghana, Nigeria und Kenia.

In Europa gestaltet sich die Situation abhängig vom jeweiligen Land sehr unterschiedlich. Während die Niederlande und die Schweiz selbst global zu den Kryptopionieren zählen, sind Anleger in Deutschland und Spanien deutlich zurückhaltender. Zu berücksichtigen sind an dieser Stelle auch demografische Unterschiede. So liegt das Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung in den meisten besonders kryptoaffinen Ländern unter dem Niveau der eher skeptisch eingestellten Nationen. Dies deckt sich mit der Feststellung, dass in fast jedem Land der Welt die sogenannten Babyboomer die Altersgruppe darstellt, die sich Kryptowährungen gegenüber am wenigsten aufgeschlossen zeigt.

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