Balkonkraftwerk: Grün unterwegs auch in der Stadt

Selbst wenn man auf das Wohnen als eine Partei eines Mehrfamilienhauses angewiesen ist, ist ein eigenes Kraftwerk eine optimale Alternative, um gesund für die Natur zu leben und seinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Neben den klimatechnischen Aspekten machen auch die wirtschaftlichen Punkte ein Balkonkraftwerk für die Privatperson überaus attraktiv.

Ein Balkonkraftwerk ist sozusagen eine Solaranlage für den Balkon. Bei vielen lokalen Unternehmen oder auch Internet können Sie mittlerweile ein Balkonkraftwerk kaufen. Bevor Sie sich jedoch entscheiden, Ihr Leben auch in der Stadt grüner zu machen, ist die Auseinandersetzung mit den Voraussetzungen, Kosten und der Funktionsweise nicht verzichtbar.

Was es genau ist, wie es funktioniert, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und was bei der Balkonkraftwerk-Anmeldung berücksichtigt werden muss, erfahren Sie hier.

Balkonkraftwerk effizient nutzen

Für die Privatperson ist ein Balkonkraftwerk die einfachste Methode, Zugang zu umweltfreundlichem Strom zu erhalten. Ein sogenanntes Balkonwerk mit Speicher macht es sogar möglich, tagsüber genutzten Strom zu speichern, sodass dieser in der Nacht beziehungsweise in der Dunkelheit nutzbar wird.

Der Vorteil ist vor allem, dass wenig bauliche Veränderungen nötig sind. Prinzipiell ist die Funktionsweise einer Balkon-Solaranlage nicht groß unterschiedlich wie der, einer herkömmlichen Photovoltaikanlage. Der Unterschied liegt lediglich in der Nutzung des erzeugten Stroms sowie in dessen Speicher.

Daher unterscheidet man zwischen Balkonkraftwerken mit und ohne Speicher. Eine Solaranlage auf dem Balkon ohne Speicher erzeugt den Strom durch die Solarmodule, die das Sonnenlicht umwandeln. Dieser Strom wird direkt in der Immobilie für den Betrieb von elektrischen Geräten im eigenen Haushalt genutzt. Überflüssiger Strom wird in das öffentliche Stromnetzwerk eingespeist.

Bei den Modellen mit Speicher ist der Schritt der Stromproduktion gleich. Auf für aktuell betriebene Haushaltsgeräte wird der Strom direkt verfügbar und nutzbar gemacht. Wird jedoch mehr Strom produziert als verbraucht, fließt der Strom bei den Modellen mit Speicher nicht in das Netz ab, sondern wird in einer Art Akku gespeichert. Ist es nachts nun dunkel und die Energieanlage produziert keine direkte Energie mehr, wird nicht auf das öffentliche Stromnetzwerk zurückgegriffen, sondern auf die eigens produzierten Reserven.

Eine Variante mit Speicher wird theoretisch gleich eines ohne Speicher installiert:

• Finden Sie mit Hilfe eines professionellen Unternehmens einen geeigneten Ort auf Ihrem Balkon oder Ihrer Terrasse. An dem Ort Ihrer Wahl werden dann die Solarpaneele auf einer Halterung montiert, die zur Sonne ausgerichtet sind.
• Bei der Variante mit Speicher: der Speicher kann ebenfalls draußen nahe der eigentlichen Anlage installiert werden. Sie sollten jedoch die Anweisungen des Herstellers sowie den Typen und das Modell berücksichtigen.
• Anschließend werden die Module über einen sogenannten Wechselrichter inklusive Speicher mit dem Hausnetzwerk verbunden. Diese Wechselrichter können Sie über eine App steuern und überwachen.

In dem Falle, dass man sich zuerst für ein Balkonkraftwerk ohne Speicher entscheidet, kann dieser im Regelfall nachgerüstet werden. Jedoch gilt es hierbei die technische Kompatibilität, das Platzangebot und die Sicherheit der Installation zu beachten.

Die Anschaffung eines Balkonkraftwerks

In jedem Falle lohnt sich die Anschaffung der minimalistischen Photovoltaikanlage. Durch die Installation werden nicht nur die eigenen Stromkosten gesenkt; man schützt zudem die Umwelt und ist unabhängiger bei Krisen und Energieknappheit.

Anlagen von Balkonkraftwerken mit Speicher sorgen zudem dafür, dass auch bei schlechtem Wetter und Dunkelheit stets genügend Energie zur Nutzung besteht. Mit einem Balkonkraftwerk lassen sich rund 210 € der jährlichen Stromkosten einsparen, wenn man von einem Durchschnittspreis von 35 Cent pro Kilowattstunde bei der Erzeugung von 600 kWh pro Jahr ausgeht.

Mit welchen Kosten Sie bei der Solaranlage auf dem Balkon rechnen müssen

Aus Sicht der Finanzen können Sie für ein Balkonkraftwerk mit stark variierenden Kosten, je nach Anbieter und Qualität, rechnen. Geht man von einer Solaranlage auf dem Balkon für die Selbstmontage aus, sollte man mit Kosten zwischen 500 und 1.200 Euro rechnen. Das Balkonkraftwerk kann in der Regel dann etwa 25 Jahre problemlos genutzt werden.

Bei der Auswahl der Solarmodule sollten Sie auf die Leistung in Watt achten. Module können in der Regel zwischen 350 und 450 Watt erbringen. Je mehr Module Sie für Ihr Balkonkraftwerk besitzen, desto mehr Strom können Sie demnach erzeugen.

Man spricht davon, dass sich ein Balkonkraftwerk ab 600 kWh rentiert. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man also auf mindestens zwei Module mit 350 Watt zurückgreifen. Hierbei, insbesondere bei der Selbstmontage des Balkonkraftwerks, ist es jedoch wichtig, darauf zu achten, dass der Wechselrichter diese Energie auch aufnehmen kann. Ansonsten verschwenden Sie wertvolle Ressourcen.

Förderung und Anmeldung für Ihr Balkonkraftwerk

Ähnlich wie bei großen Anlagen für Solarenergie werden auch die kleinen Balkon-Solaranlagen gefördert. Seit 2023 gibt es eine einheitliche, bundesweite Förderung von Balkonkraftwerken durch den Wegfall der Mehrwertsteuer. Entscheidet man sich also für einen Kauf eines Balkonkraftwerks, beträgt die vom Händler beanspruchte Mehrwertsteuer null.

Andere Bundesländer, wie zum Beispiel Schleswig-Holstein, verfolgen weitere, individuelle Förderungen für Balkonkraftwerke mit Zuschüssen von bis zu 200 Euro. Wie die Reglung für das eigene, individuelle Bundesland aussieht, kann in der Regel auf den offiziellen Websites des jeweiligen Landes herausgelesen werden.

Wichtig zu wissen ist, dass nach der Installation des Balkonkraftwerkes dieses beim Netzbetreiber angemeldet werden muss. Ist die Leistung des Balkonkraftwerkes bei 600 kWh oder weniger, können Sie Montage und Anmeldung selbst übernehmen; bei Leistungen, die diese übersteigen, muss ein Elektriker hinzugezogen werden.

Der Stromversorger Ihres Vertrauens stellt für die Anmeldung Formulare zur Verfügung. Alternativ kann von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie ein Musterbrief herangezogen werden. Zudem darf nicht vergessen werden, die Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eintragen zu lassen.

Ein Balkonkraftwerk ist die grüne Lösung für umweltfreundlichen Strom für die Stadt und kleine Wohnungen!

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