Vom blauen Kittel zum ­Firmen-Rundumservice

Interview mit Anna-Elisabeth Hackl, Geschäftsführerin der Ahrens Textil-Service GmbH

Wirtschaftsforum: Frau Hackl, Berufskleidung bedeutet für Unternehmen viel Aufwand. DBL Ahrens nimmt ihnen diesen Aufwand ab und bietet Full-Service-Leasing. Warum funktioniert dieses Konzept so gut? 

Anna-Elisabeth Hackl: Weil Berufskleidung mehr ist als Stoff und Nadel. Sie hat Imagewirkung, sie stärkt die Mitarbeiterbindung – und sie verursacht im Alltag jede Menge organisatorischen Aufwand. Sauberkeit, Reparaturen, Größenänderungen, Logistik: All das muss jemand übernehmen. Unser Ansatz lautet: Berufskleidung soll entlasten, nicht belasten. Wir bieten deshalb ein Rundum-Paket, das von der Beratung und Ausstattung über Pflege, Reparatur und Austausch bis hin zum Hol- und Bringservice reicht. Für unsere Kunden bedeutet das: Sie können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, wir kümmern uns um den Rest.

Wirtschaftsforum: Für welche Branchen ist Ihr Service interessant, und wo liegen die größten Vorteile für die Kunden?

Anna-Elisabeth Hackl: Unser Angebot richtet sich an nahezu alle Branchen – vom Handwerksbetrieb über Supermärkte, Pflegeheime und Gastgewerbe bis hin zu Industrieunternehmen. Überall dort, wo Mitarbeiter in funktionaler und einheitlicher Berufskleidung auftreten sollen, ist unser Modell sinnvoll. Schon ab drei produktiven Mitarbeitern lohnt sich der Mietservice, für größere Unternehmen wird er schnell unverzichtbar. Der entscheidende Vorteil liegt dabei in der Entlastung: Unsere Kunden erhalten Kalkulationssicherheit, weil die Leasingrate unabhängig von kurzfristigen Markt- oder Zinsentwicklungen ist. Gleichzeitig übernehmen wir den gesamten organisatorischen Aufwand, von der Logistik über Reparaturen und Austausch bis hin zu Aufbewahrungssystemen in den Umkleiden. So wird Berufskleidung zu einem echten Produkt-Service-System, das Freiraum schafft und Sicherheit gibt. 

Wirtschaftsforum: Nachhaltigkeit ist für viele Unternehmen ein Muss. Wie setzt man bei DBL Ahrens dieses Thema um?

Anna-Elisabeth Hackl: Nachhaltigkeit ist Teil unseres Geschäftsmodells. Wir arbeiten mit einem geschlossenen Kreislauf: Kleidung wird beschafft, gepflegt, repariert und – wenn möglich – erneut eingesetzt. Dazu kommt unsere eigene Wasseraufbereitungsanlage, die einen ressourcenschonenden Kreislaufbetrieb ermöglicht. Unsere Logistik ist optimiert, um Kraftstoff zu sparen. Zudem achten wir darauf, dass auch unsere Lieferanten ökologisch verantwortlich handeln. Am Ende profitiert jeder: die Umwelt, unsere Kunden, und nicht zuletzt die Langlebigkeit der Textilien.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielen Digitalisierung und Automatisierung?

Anna-Elisabeth Hackl: Eine wichtige, aber immer mit Augenmaß. Wir setzen Technik dort ein, wo sie echten Mehrwert bringt: für bessere Dokumentationen, effizientere Abläufe und Prozesse. Die Basis bleibt aber der persönliche Kontakt. Automatisierung darf nie Selbstzweck sein – sie ist für uns ein Werkzeug, um unsere Stärken auszubauen und unseren Service noch besser zu machen.

Wirtschaftsforum: DBL Ahrens ist ein Familienbetrieb in fünfter Generation. Wie prägt diese Tradition Ihren Alltag, und welchen Weg hat Ahrens bis heute zurückgelegt?

Anna-Elisabeth Hackl: Diese Tradition prägt uns stark. Ich bin hier groß geworden und es war meine freie Entscheidung, in den Betrieb einzusteigen. Was mich antreibt, ist der Respekt vor den 130 Jahren, die hinter uns liegen, und die Freude, das weiterführen zu dürfen. Viele unserer Mitarbeitende sind seit Jahrzehnten bei uns, was eine Kultur des Vertrauens und der Verlässlichkeit schafft. Gegründet wurde das Unternehmen 1895 von meiner Ururgroßmutter in Elmshorn. Jede Generation musste Herausforderungen meistern, vom Krieg über technologische Umbrüche bis zum Aufkommen der Haushaltswaschmaschinen. Ein entscheidender Schritt war die Spezialisierung auf Berufskleidung im B2B-Bereich, die mit dem blauen Kittel ihren Anfang nahm. 1971 folgte die Gründung der DBL als bundesweiter Verbund mit heute 17 regionalen Partnern. So konnten wir wachsen, ohne die Nähe und Regionalität zu unseren Kunden zu verlieren. 

Wirtschaftsforum: Worauf führen Sie Ihren Erfolg zurück, und welche Vision verfolgen Sie für die Zukunft?

Anna-Elisabeth Hackl: Unser Erfolg beruht auf drei Säulen: Menschen, Kompetenz und persönlicher Einsatz. Wir wissen, was wir tun, und wir tun es mit Leidenschaft. Für die Zukunft gilt: Wir denken langfristig – für die nächste und übernächste Generation. Veränderungen sehen wir als Chancen. Unser Ziel ist es, unsere Kunden weiter zu entlasten, nachhaltiges Wachstum zu sichern und unsere Werte sichtbar zu machen. Und bei all dem darf der Spaß an der Arbeit nicht fehlen. Ich sage gerne: endlich Montag! Denn ich freue mich immer wieder darauf, mit unserem Team die Zukunft von DBL Ahrens weiterzuentwickeln und unseren Kunden das Leben leichter zu machen. 

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Austropanel & Paneelpartner GmbH: Werkstart für Sandwichpaneele

Austropanel & Paneelpartner GmbH: Werkstart für Sandwichpaneele

Mit dem Aufbau eines neuen Produktionswerks für Sandwichpaneele im Balkan setzt Austropanel ein deutliches Zeichen für den europäischen Markt. Für die Paneelpartner GmbH, die als strategischer Vertriebspartner fungiert, bedeutet der…

Ultradünne transparente Displays richtig einsetzen

Ultradünne transparente Displays richtig einsetzen

Die nächste Generation digitaler Unternehmenskommunikation beginnt auf Glas. Erfahren Sie, wie ultradünne transparente LED-Filme bestehende Glasflächen in intelligente Kommunikationsplattformen verwandeln und völlig neue Möglichkeiten für Showrooms, Retail, Messen und Unternehmensgebäude…

Nachhaltigkeit und Kostenkontrolle: Wie Unternehmen ihre Flotte zukunftsfähig aufstellen

Nachhaltigkeit und Kostenkontrolle: Wie Unternehmen ihre Flotte zukunftsfähig aufstellen

Steigende Kraftstoffpreise, die das Budget zunehmend belasten, verschärfte Emissionsvorschriften, die auf europäischer und nationaler Ebene immer strengere Grenzwerte vorgeben, sowie wachsender gesellschaftlicher Druck setzen Fuhrparkverantwortliche in deutschen Unternehmen unter erheblichen…

Aktuellste Interviews

Wir reparieren keine Autos, wir lösen Probleme

Interview mit Timo Szabo, Geschäftsführer der Szabo GmbH

Wir reparieren keine Autos, wir lösen Probleme

Kaum eine Branche verändert sich derzeit so dynamisch wie der Automobilhandel. Zwischen Elektromobilität, Digitalisierung und wachsendem Wettbewerbsdruck sind klare Strategien gefragt. Die Szabo GmbH begegnet diesem Wandel mit einer konsequenten…

„Unser Produkt ist der Mensch!“

Interview mit Manuel Fink, Geschäftsführer der ProServ Produktionsservice und Personaldienste GmbH

„Unser Produkt ist der Mensch!“

ProServ hat sich als schlagkräftiger Personaldienstleister in Produktion und Logistik nicht nur dank seines weltbekannten Gesellschafters Michelin einen Namen gemacht. Geschäftsführer Manuel Fink verriet im Interview mit Wirtschaftsforum, wie sich…

Geschmack trifft Emotion

Interview mit Lukas M. Walchhofer, geschäftsführender Gesellschafter von STAY SPICED !

Geschmack trifft Emotion

Was macht aus einem Gewürz ein Lifestyle-Produkt? Die SPICEWORLD GmbH vereint in ihrer Marke STAY SPICED ! hochwertige Rohstoffe, nachhaltige Produktion und eine emotionale Markenwelt. So entwickelte sich das Unternehmen…

TOP