Schnelle und sichere Diagnostik

Interview

bioMérieux entwickelt, fertigt und vermarktet Reagenzien, Geräte und Software für Diagnostik und mikrobiologische Qualitätskontrolle. Mit einem Umsatzanteil von 86,2 Prozent ist die klinische Diagnostik das wichtigste Tätigkeitsfeld des Unternehmens.

Neben Infektions- und Krebserkrankungen lassen sich auch Herz- und Gefäßleiden mit Hilfe von bioMérieux-Produkten aufspüren. Auf die industrielle mikrobiologische Qualitätskontrolle entfallen 13,8 Prozent des Umsatzes.

Viele Anwendungen

Die Möglichkeiten der so genannten In-vitro-Diagnostik bieten dem Arzt die Grundlage für schnelle und sichere Entscheidungen. Dabei wird dem Patienten zunächst das zu testende Probenmaterial entnommen. Systeme von bioMérieux sorgen dann dafür, dass die mit der Erkrankung in Zusammenhang stehenden Bakterien, Viren oder Substanzen gemessen, identifiziert oder gezählt werden können.

Hier reicht die Bandbreite diagnostischer Anwendungsgebiete heute von 'klassischen' Infektionskrankheiten und Erkrankungen durch neue Erreger bis zur Analyse der durch Antibiotikaresistenzen verursachten nosokomialen Erkrankungen und Schnelltests für die Notfallmedizin.

Bei den Infektionskrankheiten sind es vor allem HIV, Hepatitis, Tuberkulose und Mutter-Kind-Infektionen, die diagnostiziert werden. Zu den neueren Erregern zählen hauptsächlich das für die Vogelgrippe verantwortliche Virus H5N1, SARS und das West Nile Virus.

In der Notfallmedizin werden unter anderem Herzinfarkte, tiefe Beinvenenthrombosen, Lungenembolien, Meningitis und Sepsis durch Systeme von bioMérieux diagnostiziert.

„Strategische Zukäufe
haben dazu geführt,
dass wir als Vollanbieter
auftreten können.“

Für einwandfreie Lebensmittel

Industriekunden liefert bioMérieux die wichtigsten Komponenten zur mikrobiologischen Qualitätskontrolle.

Dabei kontrollieren Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie die Sterilität ihrer Produkte, die Abwesenheit krankheitserregender Keime oder die Einhaltung von Normbereichen.

Auch Einrichtungen der Wasser- und Umwelttechnik greifen auf Produkte von bioMérieux zurück, um mikrobiologische Qualität zu überprüfen.

Unternehmen mit Tradition

Das 1897 von Marcel Mérieux gegründete Institut Mérieux, in dem Impfstoffe und andere biologische Produkte entwickelt wurden, ist die Keimzelle des heute weltweit erfolgreichen Unternehmens. Seit 1974 ist bioMérieux unter dem aktuellen Namen Teil der Mérieux-Gruppe.

"Strategische Zukäufe haben dazu geführt, dass wir als Vollanbieter auftreten können", erläutert Bernd Jung, Geschäftsführer der bioMérieux Deutschland GmbH.

Meilensteine waren die Akquisitionen von API Systems 1986, von Vitek zwei Jahre später sowie von Organon Teknica Diagnostic 2001 und von Biomedics 2008. Mit einem Anteil von über 30 Prozent ist bioMérieux weltweiter Marktführer für bakteriologische Produkte. Auch bei der industriellen Mikrobiologie belegt das französische Unternehmen den Spitzenrang.

Wenn es um die Diagnose von Infektionskrankheiten geht, ist bioMérieux mit einem Anteil von zwölf Prozent auf Platz drei der 'Weltrangliste'.

Weltweit gefragt

bioMérieux ist heute in mehr als 150 Ländern präsent und verfügt über 38 Niederlassungen für den Direktvertrieb. Mehr als 100 Händler verkaufen die Produkte des französischen Unternehmens.

Darüber hinaus unterhält bioMérieux 14 Produktionsstätten sowie zehn Forschungs- und Entwicklungszentren. Der Umsatz liegt bei 1,063 Milliarden Euro und wird durch über 5.700 Beschäftigte erwirtschaftet. Die bioMérieux Deutschland GmbH wurde 1976 für Vertrieb, Service und Logistik in der Bundesrepublik ins Leben gerufen und hat ihren Sitz in Nürtingen bei Stuttgart.

Von den 103 Mitarbeitern sind rund fünf Prozent Auszubildende, der Umsatz ist höher als 50 Millionen Euro und wächst jährlich zweistellig.

Wissenschaftliches Symposium

Der Vertrieb von Reagenzien, Geräten und Software erfolgt nach Zielgruppen und Anwendungen geordnet. Außerdem ist bioMérieux auf Veranstaltungen der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) vertreten.

Einmal pro Jahr organisiert bioMérieux ein eigenes wissenschaftliches Symposium unter dem Motto 'Wissen verbindet' mit 200 Teilnehmern. Hinzu kommen Schulungen für Kunden im eigenen Trainingcenter, an denen jährlich etwa 500 Personen teilnehmen.

"Wir haben ein gutes Team mit vielen langjährig tätigen Mitarbeitern und verzeichnen kaum Fluktuation."

Anspruchsvolle Philosophie

'Der Kunde kommt zuerst' lautet das erste der vier grundlegenden Prinzipien, nach denen bei bioMérieux gearbeitet wird. 'Die Mitarbeiter sind unsere wichtigste Ressource', 'Wir gehören zu einer Gemeinschaft' und 'Unsere Aktionäre sind unsere Partner' bilden die drei weiteren Grundsätze der Unternehmensphilosophie.

Die hohe Innovationskraft sowie stringentes Qualitätsmanagement rund um Produkte und Service sind für Geschäftsführer Bernd Jung wesentliche Säulen des Erfolgs. "Wir haben ein gutes Team mit vielen langjährig tätigen Mitarbeitern und verzeichnen kaum Fluktuation", freut sich der Geschäftsführer, dessen Vision die vollständige Automatisierung der Labordiagnostik ist.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Mehr zum Thema Gesundheit, Medizin & Pharma

Das Herz der digitalen,­­ ­vernetzten Zahnarztpraxis

Interview mit Wilhelm Baumeister, Produktmanager der solutio GmbH & Co. KG

Das Herz der digitalen,­­ ­vernetzten Zahnarztpraxis

Schon seit Jahrzehnten vertrauen viele Zahnarztpraxen auf charly, das schlagkräftige Praxisverwaltungssystem von solutio. Nicht nur durch die vielfältigen Möglichkeiten der KI konnte das Unternehmen seine Lösungen in letzter Zeit deutlich…

Warum seltene Krankheiten Tempo brauchen

Interview mit Dr. Michael Kickuth, Geschäftsführer DACH der Recordati Rare Diseases Germany GmbH

Warum seltene Krankheiten Tempo brauchen

Seltene Erkrankungen gelten als Nischen – medizinisch komplex, wirtschaftlich herausfordernd, politisch unterbelichtet. Doch gerade hier entscheidet Tempo über Lebensqualität. Die Recordati Rare Diseases Germany GmbH positioniert sich bewusst jenseits klassischer…

Wo jeder Tropfen zählt

Interview mit Dipl.-Ing. Mirko Ebeling, Geschäftsführer und Gründer der Ebetech GmbH

Wo jeder Tropfen zählt

Die globale Pharmaindustrie wächst rasant: Neue Therapieformen, eine alternde Weltbevölkerung und der verbesserte Zugang zu Medikamenten in Schwellenländern sorgen für anhaltend hohe Nachfrage. Wer in diesem anspruchsvollen Umfeld liefern will,…

Spannendes aus der Region Landkreis Esslingen

Ein Zwilling sorgt für  Perfektion

Interview mit Ingo Straub, Geschäftsführer und Inhaber der INGELA Ingenieurgesellschaft für elektronische Ausrüstung mbH

Ein Zwilling sorgt für Perfektion

Ob Gebäude, Produktionsstätten oder komplexe Anlagen – ohne elektrotechnische Ausrüstung funktioniert keine moderne Infrastruktur. Mit dieser Kompetenz hat sich die INGELA Ingenieurgesellschaft für elektrotechnische Ausrüstung mbH aus Bisingen einen Namen…

Im Griff der Zeit

Interview mit William Owusu, Geschäftsführer der Forkardt Deutschland GmbH

Im Griff der Zeit

Der Maschinenbau in Deutschland hat turbulente Jahre hinter sich – und die nächsten werden nicht ruhiger. Seit über 100 Jahren ist der Name Forkardt ein Qualitätsbegriff in der Werkstückspanntechnik. Ein…

Flexibilität schlägt Standardisierung

Interview mit Thomas Kern, Prokurist der Automatic-Systeme Dreher GmbH

Flexibilität schlägt Standardisierung

Von der Stahlrolle zum Hitzeschutzschild oder Karosserieteilen bis hin zu Fensterbeschlägen: Überall wo Blech gebogen wird, kommen Lösungen der Automatic-Systeme Dreher GmbH zum Einsatz. Das 1968 gegründete Unternehmen hat sich…

Das könnte Sie auch interessieren

Kunststofftechnik als Spezialdisziplin

Interview mit Nils Krüger, Geschäftsführer der Arthur Krüger GmbH

Kunststofftechnik als Spezialdisziplin

Kunststoffe sind aus modernen Industrieprozessen nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an individuelle Lösungen, Materialkompetenz und Verarbeitung. Die Arthur Krüger GmbH hat sich deshalb vom klassischen Halbzeughändler zum Spezialisten…

Die Zukunft des Wohnens ist vernetzt

Interview mit Interview mit Marco Gasparini, Operations Director der VEMER S.p.A.

Die Zukunft des Wohnens ist vernetzt

Steigende Energiekosten, Nachhaltigkeitsziele und die zunehmende Digitalisierung verändern die Gebäudetechnik grundlegend. Gefragt sind intelligente Systeme, die Energie effizienter nutzen und Prozesse automatisieren. In diesem Umfeld bewegt sich die italienische VEMER…

Das Energieökosystem der Zukunft

Interview mit Jie Zhang, Managing Director Europe der GoodWe Europe GmbH

Das Energieökosystem der Zukunft

Mit Photovoltaikmodulen, Wechselrichtern, Wärmepumpen und vielen weiteren Artikeln hält der chinesische GoodWe-Konzern alle wesentlichen Komponenten bereit, damit die Energiewende gelingen kann. Kein Wunder, dass das Unternehmen in den 16 Jahren…

TOP