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Wie Sie sich als Unternehmen treu bleiben und trotzdem neu erfinden

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„Wir brauchen das nächste große Ding“. Spätestens seit Netflix, Uber, Airbnb und anderen Start-Ups, die einen massiven Wandel in der Branche hervorgerufen haben, ist der Druck groß. Außerdem muss digitalisiert werden, das Unternehmen soll agil sein und Mitarbeiter brauchen eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn.

Die Veränderung schlummert in allen Ritzen und Fugen des Unternehmens. Und das, wo im Markenslogan so etwas steht wie “Perfektion hat bei uns Tradition” oder “Seit 1871”. Einerseits sind Sie stolz auf die langjährige Firmenhistorie, andererseits spüren Sie, wie sich alles um Sie herum schneller denn je verändert. Aber wie sollen Sie in diesem Spannungsfeld ein gutes Gleichgewicht finden?

Was tun, wenn die einzige Konstante die Veränderung ist?

1. Bestimmen Sie einen Fixpunkt

Sie haben ein Steuerungsinstrument für Ihr Unternehmen direkt vor sich: Ihre Unternehmensidentität. Diese fasst zusammen, wer Sie als Unternehmen sind, für wen, mit welchem Nutzen, aus welchem Antrieb heraus, mit welcher Absicht und welche Werte Ihre Handlungen steuern. Die Krux: Das sind alles Dinge, die im Unternehmensalltag selbstverständlich scheinen, aber selten klar definiert sind. Sie sind mit einer Vielzahl an digitalen Themen umgeben. Da ist die Gefahr groß, sich immer wieder ablenken zu lassen. Eine klar umrissene Unternehmensidentität bietet hier Orientierung. Sie liefert Antworten auf die Fragen:

  • Was tun wir als Unternehmen? Was tun wir nicht?
  • Was unterscheidet uns von anderen Unternehmen?
  • Wer ist unsere Zielgruppe und welche Probleme hat sie?
  • Welchen Zweck hat das Unternehmen?
  • Woraus beziehen Mitarbeiter Ihre Motivation? 
Isabell Schäfer
„Sie sind mit einer Vielzahl an digitalen Themen umgeben. Da ist die Gefahr groß, sich immer wieder ablenken zu lassen. Eine klar umrissene Unternehmensidentität bietet hier Orientierung.“ Isabell SchäferDesignerin und Querdenkerin

2. Richten Sie alle Unternehmensbereiche danach aus

Ein auf Papier gezeichneter Kompass ist nutzlos. Genauso verhält es sich mit Ihrer Unternehmensidentität, wenn sie in der Schublade lagert, sobald sie einmal in Worte gefasst wurde. Ihre Identität dient erst dann als interaktive Karte für Ihr Unternehmen, wenn alle Bereiche auf sie ausgerichtet sind.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen hat für sich den Kern “Zukunft sichern.” erarbeitet. Das heißt, alle geplanten Aktivitäten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Digitalisierung und gesicherter Wirtschaftlichkeit. Das gilt für die Unternehmenskultur und den Umgang mit den Mitarbeitern genauso wie für die Kommunikation mit den Kunden und die Planung von Vertriebsaktivitäten oder neuen Geschäftsmodellen. 

3. Kommunizieren Sie offen und transparent

Wird die Unternehmensidentität intern und extern klar kommuniziert, können sich Mitarbeiter identifizieren und einbringen. Nicht nur das: Sie kennen die Marschrichtung des Unternehmens und wissen, welche Veränderungen auf sie zukommen werden. Damit sind beide Pole - nach Sicherheit und Orientierung einerseits und nach Wandel und Wachstum andererseits - in einem gesunden Gleichgewicht. Das bildet die Grundvoraussetzung für eine Veränderungskultur, die den interdisziplinären Dialog sucht, Experimente wagt, Scheitern als Erfolg bewertet und sich eigenständig neue Herausforderungen sucht.

Eine Erneuerung innerhalb des Unternehmens erfolgt deshalb immer nur von innen nach außen und basiert auf dem Vertrauen der einzelnen Mitarbeiter: In das Unternehmen, aber auch in die Führung und die unmittelbaren Kollegen. Legen Sie deshalb größten Wert auf die Kommunikation mit Ihrer Belegschaft und fördern Sie einen vertrauensvollen Umgang mit- und untereinander. 

„Ein auf Papier gezeichneter Kompass ist nutzlos. Genauso verhält es sich mit Ihrer Unternehmensidentität, wenn sie in der Schublade lagert, sobald sie einmal in Worte gefasst wurde.“ Isabell SchäferDesignerin und Querdenkerin

4. Stärken Sie Ihre Innovationskraft

Sie haben den Kern Ihres Unternehmens herausgearbeitet, alle Unternehmensbereiche an diesem Fixpunkt ausgerichtet und Ihre Mitarbeiter an Bord geholt. Jetzt stehen sie vor der Herausforderung, die Probleme Ihrer Zielgruppe zu identifizieren, mit Ihren Ressourcen zu verknüpfen und auf neue Art und Weise zu lösen, so dass eine Win-Win-Situation entsteht.

Sobald Ideen auf dem Tisch liegen, stellt sich die Frage, in welche es sich zu investieren lohnt. Dabei geht es weniger um die Qualität der Ideen als um die Evaluierung und Priorisierung. Aufgrund welcher Kriterien kann eine fundierte Entscheidung getroffen werden? Welche Idee trägt dazu bei, den Unternehmenserfolg nachhaltig zu sichern? Was häufig dazu führt, dass Ideen nur schleppend oder gar nicht umgesetzt werden, lässt sich durch eine vorher gemeinsam erarbeitete Leitlinie vermeiden. Orientieren Sie sich an Ihrer Identität, schaffen Sie Wert für Ihre Kunden, bringen Sie Ideen rasch in die Umsetzung und hören Sie nicht auf zu testen und zu optimieren. 

Fazit

Die Grätsche zwischen Innovation und Tradition kann gelingen. Und zwar dann, wenn Mitarbeiter, Führungskräfte und Unternehmenslenker sich ihrer Unternehmensidentität bewusst sind, sich persönlich mit ihr identifizieren und sie zum Fixpunkt für den Wandel machen. Damit ist gesichert, dass sich das Unternehmen von innen heraus erneuert und eine Weiterentwicklung kontinuierlich auf den bestehenden Erfolg einzahlt. Neben Kreativität, Freiräumen, selbstbestimmten Mitarbeitern und agilen Strukturen braucht Innovation vor allem eines: Einen klaren Rahmen.

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