Wärmepumpe selber einbauen in Ihrer Immobilie

Viele Besitzerinnen und Besitzer von Immobilien sind von den hohen Installationskosten abgeschreckt. Es zeigt sich jedoch ein positiver Einfluss vom nachhaltigen Heizen auf unsere Umwelt. Deshalb ist eine Wärmepumpe in der Zukunft nicht mehr wegzudenken. Doch ist es möglich, die Wärmepumpe selber einzubauen?

Einige Fragen müssen im Vorfeld geklärt werden, wenn es um das Thema Wärmepumpe und ob ich sie selber einbauen kann, geht. Umso wichtiger ist es, seine Informationen aus seriösen Quellen zu beziehen, um nicht Gefahr zu laufen, versehentlich gegen geltendes Recht zu verstoßen.

Alles rund um die Überlegung, eine Wärmepumpe selber einzubauen, die rechtliche Lage und die benötigten Schritte erfahren Sie in diesem Blogartikel zu der Thematik Wärmepumpe zum Selbsteinbau.

Wärmepumpe selber einbauen—ist das möglich?

Die Frage, ob man eine Wärmepumpe für Energie & Umwelt selber einbauen kann, kann folgendermaßen beantwortet werden: Jein.

Wollen Sie eine Erdwärmepumpe oder eine Wasserwärmepumpe einbauen, können Sie selbst den Einbau nicht vornehmen. In diesen Fällen sind Erdbohrungen notwendig, die eine Privatperson nicht durchführen kann und auch nicht sollte.

Ein wenig anders sieht es bei einer Luftwärmepumpe oder einer Luft-Wasser-Wärmepumpe aus. In diesem Fall ist es erlaubt, die Wärmepumpe selbst einzubauen, wenn auch nur theoretisch. Es muss immer bedacht werden, dass es sich bei der Installation einer solchen Vorrichtung um ein hochkomplexes Bauvorhaben handelt, das in jedem Fall Know-How benötigt. Nicht zuletzt wird mit einem Kältemittel gearbeitet, das bei falscher Verwendung beziehungsweise Handhabung zur Freisetzung gefährlicher Gase führen kann.

Es besteht die Gefahr, dass, wenn Sie die Wärmepumpe selber einbauen, ein Fehler begangen wird, der die Pumpe ineffizient machen kann. Eine nicht funktionelle Wärmepumpe ist genauso gewinnbringend wie gar keine Wärmepumpe. Grade alternative Möglichkeiten zum Heizen, die auch in Krisenzeiten funktionieren, sind aber unabdingbar, wie auch Klaus-Jürgen Ehlgen aus dem Wirtschaftsforum im Interview über die systematische Art des anderen Heizens erzählt.

Nicht selten ist der Selbsteinbau auch mit dem Verfall der Herstellergarantie verbunden. Sie sind demnach einer höheren Gefahr von Beschädigungen an Ihrer Immobilie ausgesetzt, die im Schadensfall nicht von Versicherungen vollständig getragen werden.

Darf ich eine Wärmepumpe selber einbauen? Die rechtliche Lage

Es existiert zwar kein Gesetz, dass es verbietet, die Wärmepumpe selber einzubauen, jedoch wird stark davon abgeraten. In einigen Fällen ist beim Einbau eine Genehmigung nötig. Zudem müssen bestimmte Mindestabstände bei den Arbeiten am Bau zum Nachbargrundstück eingehalten werden.

Als Privatperson ist es beinahe unmöglich, alle rechtlichen Voraussetzungen und gesetzlichen Anforderungen zu kennen und zu erfüllen, was erneut für den Einbau durch eine Fachperson spricht. Bei den Wasserwärmepumpen ist, wie erwähnt, eine Kernbohrung notwendig. Privatpersonen besitzen nicht die Lizenz und die notwendigen Maschinen, diese gravierenden Arbeiten selbst vorzunehmen. Sie selbst können jedoch Vorarbeiten leisten, die dem Selbsteinbau einer Wärmepumpe nahekommen. Darunter fallen zum Beispiel:
• Durchbrüche in der Hauswand für Leitungen sowie
• Das Verlegen von Rohr- und Kabelleitungen nach vorheriger Absprache mit einem Installateur und die Inbetriebnahme durch diesen

Im Falle einer Luftwärmepumpe können Sie sogar noch einige weitere Schritte übernehmen:
• Das Gießen des Betonfundaments
• Anbringen der Schallschutzhaube an die Wärmepumpe und
• Anbringen eines Sichtschutzes

Steht die Förderung für die Wärmepumpe beim Selbsteinbau zu?

Auch beim Selbsteinbau der Wärmepumpe steht Ihnen nach wie vor die Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zu. Die Förderung, die Sie dann erhalten können, ist die Förderung für die Eigenleistung.

Es muss jedoch bedacht werden, dass der Einbau durch einen Fachbetrieb bestätigt werden muss. Dieses Unternehmen muss Ihnen bescheinigen, dass die Wärmepumpe fachgerecht und korrekt eingebaut ist und die Zusammenstellung aller Materialkosten korrekt erfolgt ist.

Erfüllen Sie diese Voraussetzungen, stehen Ihnen Zuschüsse für Ihre Finanzen in Höhe von 25 % bis 40 % der Gesamtkosten zu. Die genaue Höhe ist mehreren Faktoren abhängig, wie zum Beispiel der Art der Wärmepumpe, die sie selber einbauen wollen.

Fallen Defizite auf, entfällt dementsprechend auch der Anspruch auf die Wärmepumpe-Selbsteinbau-Förderung. Überlässt man den Einbau professionellen Unternehmen, können andere Formen der Subvention beantragt werden.

Fazit: Wärmepumpe selber einbauen?

Um sicherzugehen, dass Sie alle möglichen Förderungen erhalten und Ihre Wärmepumpe einwandfrei funktioniert, ist es nicht empfehlenswert, die Wärmepumpe selber einzubauen.

Deutlich gegen den Einbau sprechen also zusammengefasst:
• Das mangelnde Fachwissen: Eine nicht ordnungsgemäße Installation kann zu Ineffizienz oder Illegalität führen.
• Die komplizierte Installation: Neben Sanitär- und Elektrowissen ist die Integration ins Heizsystem notwendig. Bei Fehlern können diese für Leib und Leben gefährlich werden.
• Gesetzliche Anforderungen: Mangelnde Kenntnisse können zu Strafen führen aufgrund von Defiziten in der Installation.
• Garantie: Die Selbstinstallation kann unter Umständen die Herstellergarantie erlöschen lassen.

Der Einbau einer Wärmepumpe erfordert technisches Wissen und Erfahrung. Eine Wärmepumpe selber einzubauen, ist daher nicht empfehlenswert und sollte lieber einem professionellen Unternehmen überlassen werden.

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