Supply Chain Finance – Konzept der Lieferkettenfinanzierung ermöglicht Unternehmen mehr Liquidität

Supply Chain Finance & Working Capital

Supply Chain Finance (kurz SCF) befasst sich mit der Finanzierung der Lieferkette. Das funktioniert, indem aus der Lieferkette entstehende Forderungen gegen den Käufer durch eine Bank oder Finanzdienstleister gekauft werden (was auch als Reverse Factoring bezeichnet wird, da die Transaktion vom Käufer der Waren initiiert wird). Auf diese Weise kann der Lieferant seine Liquidität steigern und die so freigesetzten Mittel an anderer Stelle einsetzen. Gleichzeitig erlaubt Supply Chain Finance dem Lieferanten seinem Kunden längere Zahlungsziele einzuräumen, was die Liquidität des Käufers schont. Dadurch verringert sich für beide das zum Betrieb benötigte Kapital, das sogenannte Betriebskapital, welches eine wichtige Bilanzkennzahl darstellt, die angibt, über welche Finanzkraft ein Unternehmen verfügt.

Den Wert des Working Capital berechnet man, indem man vom Umlaufvermögen alle kurzfristigen Verbindlichkeiten subtrahiert. Supply Chain Finance ermöglicht einem Unternehmen größere Liquidität und finanzielle Freiheit, um wichtige Projekte zu realisieren und vor allem zu finanzieren. Ein Unternehmen, das sich auf Supply Chain Finance spezialisiert hat, ist Orbian.

Orbian – Unternehmen mit US-amerikanischen Wurzeln

Orbian wurde 1999 als Joint Venture von SAP und der Citibank gegründet und agierte einige Jahre fast ausschließlich im Hintergrund als Plattform für das Citibank Supply Chain Finance-Geschäft in den USA. Für Orbian war insbesondere die Loslösung von der Citibank ein Meilenstein, weil er die Bankenunabhängigkeit des Unternehmens ermöglichte.

Den zweiten Meilenstein in der Unternehmensgeschichte bildete der Sprung über den großen Teich nach Deutschland. Orbian etablierte 2010 für die Siemens AG das erste bankenunabhängige, auf einer Zweckgesellschaft basierende, Finanzierungsprogramm in Europa. Dieses Programm hat in der SCF-Industrie einen neuen Standard in Europa gesetzt, der heute noch gilt. Dieses Programm war der Grundstein für das Wachstum von Orbian im europäischen Markt. Heute arbeiten etwa 90 Prozent aller Mitarbeitenden in Europa und das Unternehmen verfügt über eine Niederlassung in Deutschland. Der Hauptsitz von Orbian befindet sich zwar in Carlsbad (Kalifornien), es gibt aber Niederlassungen in London und eben in München.

Zur Bedeutung Deutschlands für Orbian sagt Markus Schiffers, Managing Director: „Der deutsche Markt ist für uns von herausragender Bedeutung. Eine Industrienation hat einen viel größeren Bedarf nach Supply Chain Finance als ein Land, das man eher als Dienstleistungsgesellschaft klassifizieren würde. In der Mitte Europas haben deutsche Kunden auch einen hohen Anteil grenzüberschreitender Einkäufe, für die unsere Lösung maßgeschneidert ist. Nicht zuletzt haben viele deutsche Kunden selbst SAP im Einsatz, was uns auch bei dem Thema technische Integration zu einem optimalen Partner macht.“

Der dritte Meilenstein war die Entwicklung der „Express-SCF“-Lösung im Jahr 2018. Dieses kartenbasierte Supply Chain Finance-Programm vereinfacht nicht nur die Teilnahme für jeden Lieferanten, es öffnet darüber hinaus Länder für Supply Chain Finance, die man mit einer traditionellen SCF-Lösung nicht bedienen kann. Die erarbeiteten Lösungen bieten den Nutzern eine nahezu unbegrenzte Finanzierungskapazität und unterstützen zeitgleich dabei, Finanzierungs- und Betriebsrisiken zu reduzieren.

Ein vierter Meilenstein und das nächste große Ziel für Orbian ist die Einführung einer neu entwickelten technischen Plattform, die auf SAP S/4 HANA basiert und den Kunden sowie dem Unternehmen selbst alle Möglichkeiten der neuen Architektur eröffnet. Dieses Projekt wird gerade mit Hochdruck vorangetrieben und wird im Jahr 2023 abgeschlossen sein.

Das Global Finance Magazine verlieh schon 2008 eine Auszeichnung als „Best Global Supply Chain Finance Provider (Non-Bank)“ an Orbian, das die Auszeichnung inzwischen elf Mal erhalten hat. Viele weitere Auszeichnungen folgten und machen deutlich, dass das Unternehmen mit seinen Dienstleistungen in den Bereichen SCF-Programmimplementierungen, Lieferantenregistrierungsprozess und Support die richtigen Lösungen für Problemstellungen bietet.

Vertrauen durch Know-how & Kompetenz

Dass man als Unternehmen mit größtmöglicher Kompetenz und entsprechendem Know-how Kunden überzeugen kann, wird an entsprechenden Kennzahlen deutlich, die Managing Director Markus Schiffers nennt: „Mittlerweile haben wir Kunden mit Unternehmenszentralen in 12 verschiedenen Ländern, die in 17 verschiedenen Industrien tätig sind und wir können Lieferanten in 150 Ländern bedienen.“

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Managed Backup oder Eigenbetrieb: Welche Backup-Strategie Ihr Unternehmen wirklich tragen kann

Managed Backup oder Eigenbetrieb: Welche Backup-Strategie Ihr Unternehmen wirklich tragen kann

Die Entscheidung für eine Backup-Strategie sollte keine Frage der technologischen Modernität sein, sondern sich an der betrieblichen Realität messen: Welches Modell kann das Unternehmen im Alltag dauerhaft und diszipliniert leisten?…

Datensouveränität-as-a-Service für KRITIS - made in Germany

Datensouveränität-as-a-Service für KRITIS - made in Germany

Anhand eines realen Recovery-Falls zeigt der Vortrag, was cyberresiliente, souveräne Backups in der Praxis für kritische Infrastrukturen 2026 leisten müssen – jenseits von NIS2-Compliance-Tabellen und den typischen Herausforderungen, die sich…

IBM Storage Defender 2.2.0

IBM Storage Defender 2.2.0

Von der Vision zur operationalen Cyber Recovery – Strategien für resiliente IT-Infrastrukturen 2026…

Aktuellste Interviews

Der Gipfel ist erst der Anfang

Interview mit Sebastian Schaller, General Manager Germany der Oberalp Deutschland GmbH

Der Gipfel ist erst der Anfang

Wer über Bergsport spricht, kommt an der Oberalp Gruppe kaum vorbei. Das familiengeführte Unternehmen mit Hauptsitz in Bozen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem internationalen „House of Mountain…

Auf der Seite des Kunden

Interview mit Carmen Philippi, Geschäftsführung, Vorstand der Versteegen Assekuranz – Versicherungsmakler AG

Auf der Seite des Kunden

Versicherungen gelten als komplex, unpersönlich und oft schwer verständlich. Gerade Unternehmen benötigen jedoch Lösungen, die exakt zu ihren Risiken passen und im Schadenfall zuverlässig greifen. Die Versteegen Assekuranz – Versicherungsmakler…

Nahrhaft, schmackhaft, convenient

Interview mit Toma Marcinkeviciute, Geschäftsführerin

Nahrhaft, schmackhaft, convenient

Seit 2010 vertreibt die VG Handel GmbH die Produkte der litauischen VIČI-Gruppe in Deutschland. Insbesondere Surimi möchte das Unternehmen in nächster Zeit noch deutlich bekannter machen und als nahr- wie…

TOP