„So günstig wie jetzt wird man lange keine Immobilien mehr kaufen können“

Interview mit Marie-Thérèse Layer, Geschäftsführerin der Layer Immobilien & Bau

Wirtschaftsforum: Frau Layer, seit 35 Jahren engagiert sich Ihr Unternehmen in der Immobilienwirtschaft im südbayerischen Raum. Auf welche Schwerpunkte hat sich die Layer Immobilien & Bau dabei spezialisiert?

Marie-Thérèse Layer: Neben unserer Rolle als Immobilienvermittler, in deren Rahmen wir uns um Vermietung und Verkauf kümmern, treten wir auch im klassischen Neubausegment von Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern auf und engagieren uns ferner auch im Wohnungsbau, wo vor allem die Schaffung von altersgerechten Wohnlösungen sowie Einrichtungen für betreutes Wohnen in unserem Fokus stehen. Insbesondere dieses Segment verspricht angesichts des demographischen Wandels in Deutschland natürlich starke Wachstumsperspektiven. Hier sehen wir uns auch als Unternehmen in der Verantwortung, langfristig und nachhaltig an der Ermöglichung von selbstbestimmtem und unabhängigem Wohnen im Alter mitzuwirken.

Wirtschaftsforum: Wie bewerten Sie die aktuelle Marktlage im Immobiliengeschäft insgesamt?

Marie-Thérèse Layer: Die Preisnachlässe bei Immobilien bewegten sich letztes Jahr durchaus im Umfeld von 15 bis 20% – dies jedoch ausgehend von den zuvor erreichten Höchstwerten, was der Entwicklung einiges an Dramatik nimmt. Trotzdem gestaltet sich das Neubausegment von Einfamilienhäusern derzeit etwas schwierig, schlicht weil sich viele junge Familien mit den derzeit relativ hohen Zinssätzen schwertun. Wenn man jedoch bedenkt, dass vor nicht allzu langer Zeit noch Zinssätze in Höhe von 9 bis 10% im üblichen Rahmen einer Immobilienfinanzierung lagen, erscheint das aktuelle Marktumfeld auch aus dieser Perspektive nicht zwingend ungünstig. Dennoch wird der spürbare Rückgang im Neubausegment langfristige Konsequenzen nach sich ziehen – insbesondere für den Mietmarkt.

Wirtschaftsforum: Welche Entwicklungen erwarten Sie dort?

Marie-Thérèse Layer: Schon heute gibt es gerade in zuzugsstarken Regionen wie unserem Einzugsgebiet zwischen Augsburg, München und dem Allgäu viel weniger Wohnraum als von den Mieterinnen nachgefragt wird. Durch die geringe Bautätigkeit wird sich diese Lage noch verschärfen. Da es sich dabei um einen nachlaufenden Faktor handelt, werden wir die deutlichsten Auswirkungen dieses Problems aber erst in einiger Zeit feststellen, schließlich werden derzeit ja noch relativ viele Projekte fertiggestellt, die ursprünglich in der Boom-Phase vor einigen Jahren angestoßen wurden. Angesichts einer weiter steigenden Nachfrage nach Wohnraum bei sich deutlich verknappendem Angebot ist somit von einer zunehmenden Anspannung auf dem Wohnungsmarkt auszugehen – die Mieten werden also weiter steigen, wahrscheinlich sogar noch deutlich rasanter als in letzter Zeit. Denn wir stehen erst ganz am Anfang dieser Entwicklung.

Wirtschaftsforum: Durch die gestiegenen Zinsen ist Wohneigentum für viele Menschen nicht gerade interessanter geworden. Zudem gehen die meisten Marktbeobachterinnen von baldigen Leitzinssenkungen aus. Ist Abwarten da nicht die weitsichtigere Entscheidung?

Marie-Thérèse Layer: Das könnte sich als teurer Trugschluss erweisen. Denn die möglicherweise anstehenden Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank hat der Markt bei der Vergabe von Immobilienkrediten schon Ende letzten Jahres eingepreist und entsprechend vorweggenommen. Wenn die ersten Leitzinssenkungen dann tatsächlich einmal verkündet werden, sollte man sich davon also keinen direkten Effekt auf die Bauzinsen versprechen. Gleichzeitig sind die Errichtungskosten aufgrund der zurückgegangenen Bautätigkeit schon spürbar gesunken – sobald die Konjunktur wieder anspringt, ist aber auch hier wieder mit Preisanstiegen zu rechnen. Gleichzeitig wird sich das Wohnungsangebot perspektivisch noch weiter verknappen. Die Trends weisen also in eine eindeutige Richtung. Wie viele andere Marktbeobachter komme ich deshalb zu einem ganz anderen Schluss: So günstig wie dieses Jahr wird man in Deutschland lange keine Immobilie mehr kaufen können.

Wirtschaftsforum: Sie selbst haben Ihre erste Immobilie im Alter von 21 Jahren erworben. Was gab den Anstoß zu dieser Entscheidung?

Marie-Thérèse Layer: Ich sehe in Immobilien einen nahezu unabdingbaren Bestandteil des eigenen Vermögensaufbaus, da sie eine viel sicherere Wertanlage darstellen als etwa Kryptowährungen oder Aktienspekulationen. Systematische Marktuntersuchungen bestätigen dieses Bild: Denn Immobilieneigentümer haben im Durchschnitt ein deutlich höheres Vermögen! Möglichst vielen Menschen zum eigenen Immobilieneigentum zu verhelfen, stellt dabei auch eine zentrale Mission unseres Unternehmens dar.

Layer Immobilien & Bau
Ferdinand-Wagner-Straße 10
86830 Schwabmünchen
Deutschland
+49 8232 959780
info(at)layer-gruppe.de
www.layer-gruppe.de

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