Schädlingsbekämpfung nachhaltig gedacht

Interview mit Florian Hünke von Podewils, Geschäftsführer der der Anticimex GmbH & Co. KG

Wirtschaftsforum: Herr von Podewils, was sind aktuell wichtige Themen bei Anticimex?

Florian Hünke von Podewils: Nachhaltigkeit ist eines der dominanten Themen. Wir gehören zum Nachhaltigkeitsfonds von EQT. Hier wird ausschließlich nachhaltig investiert. Das Umweltbundesamt ist auf dem richtigen Weg, nachhaltige Entwicklungen voranzutreiben. Dazu gehören zum Beispiel der Umgang und die Reduktion von Giftstoffen. Märkte, wie zum Beispiel Dänemark, sind hier schon sehr weit vorne. Wir müssen nach alternativen Behandlungs- und Monitoring-Methoden suchen.

Wirtschaftsforum: Welche neuen Entwicklungen und Systeme haben Sie in der jüngsten Vergangenheit herausgebraucht?

Florian Hünke von Podewils: Nach wie vor sind unsere digitale Fallensysteme und Schlagfallen wichtige Säulen unseres Geschäftes. Hier sind wir Marktführer. Neu sind Lösungen für die Bekämpfung von speziellen Schädlingen, wie zum Beispiel Nager, Schaben oder Insekten. Darüber hinaus arbeiten wir konsequent an der Konnektivität unserer Geräte, vernetzen diese immer mehr. Inzwischen kann man mit unseren Lösungen fast lückenlos monitoren. Man sieht also permanent, ob irgendwo ein Befall ist und kann schnell reagieren. Auch ein immer wichtiger werdendes Thema ist der Tierschutz. Hier sind wir aktiv im Bereich Gebäude- und Vogelschutz. Wir schützen die Tiere vor für sie schädlicher Umwelt und gefährlichen Lokalitäten, die ihr weiterleben stark beeinträchtigen. Gemeinsam mit Kunden haben wir unter anderem Taubenhäuser errichtet. Tauben sind für die Städteplaner eine große Herausforderung. Sie müssen überlegen, wie sie mit diesem Thema umgehen. Hier geht es in letzter Konsequenz vor allem auch um Hygiene.

Wirtschaftsforum: Wo sehen Sie Anticimex im Wettbewerb?

Florian Hünke von Podewils: Wir können Dienstleistung in Deutschland und darüber hinaus weltweit abbilden. Das können nicht viele Wettbewerber. Auch unsere Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind wegweisend. Diese Innovationsstärke ist nicht zuletzt durch unsere Unternehmensgröße möglich. Für neue Entwicklungen benötigt man Leute, Daten und Infrastruktur. Wir sind vielseitig aufgestellt und gut vernetzt und somit auch für Unternehmen mit mehreren Niederlassungen ein kompetenter Ansprechpartner.

Wirtschaftsforum: Stichwort Internationalität. In welchen Ländern sind Sie aktiv?

Florian Hünke von Podewils: Wir sind grundsätzlich weltweit aufgestellt und zurzeit in über 20 Ländern aktiv. Unsere Heimat ist Skandinavien – wir wurden 1934 in Schweden gegründet. Vor allem in den letzten Jahren haben wir stark international expandiert und unseren Fußabdruck insbesondere in den USA verstärkt. In Europa ist Deutschland einer unserer größten Märkte. Auch für die kommenden Jahre sehen wir hier vielversprechende Perspektiven, insbesondere mit unseren nachhaltigen Lösungen.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe für diesen sehr langfristigen Erfolg von Anticimex?

Florian Hünke von Podewils: Wir verfolgen sehr konsequent unser Kerngeschäft – die Schädlingsbekämpfung. Mit unserem Investor im Background sind wir wirtschaftlich stark aufgestellt, was wichtig ist für Innovationen und Investitionen. Produktentwicklung und Innovation ist seit je her Teil unserer DNA. Wir bleiben nicht stehen. Unsere Mitarbeiter sind sehr gut ausgebildet. Wir sind international tätig, verfolgen dabei aber jeweils einen lokalen Ansatz. In jedem Land überlegen wir, welche Lösungen dort wirklich gebraucht werden. Zum Beispiel gibt es in den USA Probleme mit Thermiten, hier in Deutschland allerdings nicht. Unsere schwedische Kultur mit flachen Hierarchien, einer ausgeprägten Teamkultur und Kommunikation auf Augenhöhe ist sicherlich ein grundsätzlicher Pfeiler unseres Erfolgs.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihre Themen für die nächsten Monate?

Florian Hünke von Podewils: Wir möchten weiterwachsen, organisch und anorganisch. Allerdings machen wir nur Akquisitionen, wenn es sinnvoll ist. Dies ist auch ein Weg, um vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels gute Leute zu finden. Thematisch werden wir die digitalen Fallensysteme voranbringen und versuchen, möglichst viele Kunden von der klassischen Bekämpfung hin zur smarten Bekämpfung zu transformieren. Darüber hinaus werden wir unsere Dienstleistung optimieren, vor allem in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit.

Wirtschaftsforum: Was ist das langfristige Ziel für Anticimex?

Florian Hünke von Podewils: In unserer gesamten Unternehmensgruppe steht Nachhaltigkeit weit oben auf der Zukunftsagenda. Ein Entwicklungsbereich ist hier der Food-Market. Food-Safety wird immer wichtiger. Schädlingsbefall bei Lebensmitteln ist extrem teuer. Die Kosten gehen hier in die Millionen. Ein sehr aktuelles Thema in unserer Branche ist außerdem die einheimische Population von Schädlingen. Die Population muss einheimisch bleiben, das Einschleppen von ausländischen Populationen bringt große Gefahren mit sich. Da wir weiterwachsen möchten, wird 2023 auch dasThema Recruitment, Talententwicklung und Begeisterung neuer Talente für Anticimex einen hohen Stellenwert bei uns haben.

Anticimex GmbH & Co. KG
Hammerbrookstraße 47a
20097 Hamburg
Deutschland
+49 40 739 2450
+49 40 73924514
info(at)anticimex.de
www.anticimex.de

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