Ganzjahres-Freizeitspaß in Nauders
Interview mit Joachim Nigg, PhD, Prokurist der Nauderer Bergbahnen AG
Die Nauderer Bergbahnen sind weit mehr als ein klassischer Seilbahnbetrieb. Als touristischer Motor der Region tragen sie maßgeblich zur Entwicklung von Nauders und des gesamten Tiroler Oberlandes bei. Die besondere Lage im Dreiländereck Österreich, Italien und Schweiz eröffnet dabei Möglichkeiten, die weit über den traditionellen Wintersport hinausgehen. „Es geht nicht nur um ein Unternehmen, sondern um die Entwicklung einer ganzen Region“, betont Prokurist Joachim Nigg. Gemeinsam mit Vorstand Dr. Armin Falkner steht er für die Weiterentwicklung eines Unternehmens, dessen Geschichte auch eng mit jener des Tourismusstandortes Nauders verbunden ist.
Standort mit Tradition
Bereits 1929 wurde der Skiclub Nauders gegründet, 1951 folgte mit dem Mutzkopflift die erste Liftanlage. In den darauffolgenden Jahrzehnten entstanden neue Bahnen, moderne Beschneiungssysteme und gastronomische Einrichtungen. Ein Meilenstein war die Inbetriebnahme der ersten Beschneiungsanlage Tirols im Jahr 1985. Ebenso eindrucksvoll war der Wiederaufbau der Talstation nach einem Großbrand im Herbst 2015. Innerhalb weniger Wochen gelang es gemeinsam mit regionalen Partnern, die Anlage rechtzeitig zur Wintersaison wieder in Betrieb zu nehmen. Für Joachim Nigg ist dies bis heute Ausdruck des besonderen Zusammenhalts in der Region: „Die Region hat gezeigt, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Die Eigentümerstruktur unterstreicht die enge regionale Verankerung zusätzlich: Knapp die Hälfte der Anteile hält die Gemeinde Nauders, etwas weniger als die andere Hälfte der Tourismusverband; der verbleibende Anteil befindet sich in den Händen privater Aktionäre.
Vielfalt als Stärke
Das Herzstück des Angebots bilden im Winter 75 Pistenkilometer und zwölf Liftanlagen. Doch die Nauderer Bergbahnen setzen längst nicht mehr ausschließlich auf Skifahrer. Familien, Winterwanderer, Rodler und Langläufer gehören ebenso zur Zielgruppe wie sportlich ambitionierte Wintersportler. Besonders beliebt ist die rund 8 km lange Rodelbahn, die zu den längsten Tirols zählt. Darüber hinaus sorgen Winterwanderwege und Loipen für abwechslungsreiche Naturerlebnisse abseits der Pisten. Auch im Sommer präsentiert sich Nauders als vielseitige Destination. Die Drei-Länder-Enduro-Region umfasst insgesamt 64 km Trails durch Österreich, Italien und die Schweiz und zählt zu den attraktivsten Bike-Destinationen der Alpen. Ergänzt wird das Angebot durch Wanderwege, Klettersteige und einer Mountaincart-Strecke als zusätzliche Attraktionen. Vor allem Familien mit Kindern finden im Goldpark an der Bergstation ein vielseitiges Freizeitangebot mit Wasserspielen, Trampolinen, Rutschen und Erlebnisstationen. Die steigenden Besucherzahlen zeigen, dass die konsequente Erweiterung des Sommerangebots erfolgreich ist. „Wir bieten für sportliche Gäste, Familien, Genussurlauber und Naturliebhaber gleichermaßen attraktive Erlebnisse“, erklärt Joachim Nigg. Unterstützt wird dies durch sechs eigene Gastronomiebetriebe, die vom Selbstbedienungsrestaurant bis zur hochwertigen Almgastronomie reichen und den Aufenthalt am Berg kulinarisch zusätzlich aufwerten.
Effizienz durch Digitalisierung
Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren in nahezu allen Bereichen des Unternehmens Einzug gehalten. Mehr als die Hälfte der Tickets werden inzwischen online verkauft. Dadurch profitieren Gäste von einem komfortablen Buchungsprozess, während das Unternehmen seine Kapazitäten besser planen kann. Darüber hinaus kommen digitale Systeme bei der Beschneiung und Pistenpräparierung zum Einsatz. Sensoren liefern genaue Daten über Temperaturen, Wasserreserven und Schneehöhen. So können Ressourcen gezielt eingesetzt und Betriebsabläufe optimiert werden. Auch moderne Sicherheitslösungen gewinnen an Bedeutung. Künftig sollen KI-gestützte Systeme die Überwachung von Liftanlagen zusätzlich unterstützen und den Mitarbeitern wertvolle Hilfestellungen bieten. Digitalisierung bedeutet für die Nauderer Bergbahnen jedoch nicht nur Komfort, sondern auch eine wichtige Grundlage für wirtschaftliches und nachhaltiges Handeln.
Investition in Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit gehört heute zu den zentralen Aufgaben des Unternehmens. Investitionen in Photovoltaikanlagen, energieeffiziente Beschneiung und regionale Lieferketten stehen ebenso auf der Agenda wie Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen in den Gastronomiebetrieben. Gleichzeitig wird die umweltfreundliche Anreise der Gäste durch neue Mobilitätsangebote unterstützt. Mit rund 100 Mitarbeitern im Sommer und knapp 200 Beschäftigten im Winter zählen die Nauderer Bergbahnen zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region. Wertschätzung, Teamgeist und langfristige Mitarbeiterbindung prägen die Unternehmenskultur. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen, Mitarbeiterunterkünfte, Kinderbetreuung und zahlreiche Zusatzleistungen schaffen ein attraktives Arbeitsumfeld. Für die kommenden Jahre stehen die Modernisierung bestehender Liftanlagen, weitere Investitionen in Infrastruktur sowie die Stärkung des erfolgreichen Sommergeschäfts im Mittelpunkt. „Zusammenarbeit wird immer wichtiger. Es bringt nichts, nebeneinander zu arbeiten. Die Zukunft entsteht dort, wo Menschen miteinander an Lösungen arbeiten“, sagt
Joachim Nigg.





