Dokumentenmanagement – ganzheitlich und nachhaltig

Interview mit Dietmar Nick, CEO von KYOCERA Document Solutions Deutschland

Wirtschaftsforum: Herr Nick, was sind heute die wichtigsten Geschäftsbereiche des Unternehmens?

Dietmar Nick: Wir machen seit als 30 Jahren Dokumentenmanagement. Viele Jahre hat sich das ausschließlich um Papier und Toner gedreht. Nach wie vor sind wir im Office-Druckbereich einer der führenden Anbieter, im B2B-Umfeld sogar ‘der’ führende Name. Relativ neu ist hier für uns der Bereich High-Volume Produktionsdruck. Seit einigen Jahren verschiebt sich das Geschäft aber insgesamt kontinuierlich in die Richtung digitaler Dokumente. Auch diese müssen angelegt, verarbeitet, abgelegt, wiedergefunden und auch revisionssicher gemacht werden. Dazu übertragen wir das Know-how, das wir im haptischen Geschäft im Laufe der Jahrzehnte gesammelt haben, auf digitale Daten. Auch hier bleiben wir unserem Ansatz der Ganzheitlichkeit treu. Wir decken den gesamten Lifecycle eines Dokumentes, von der Eingabe bis zur Ausgabe ab, ganz gleich ob eine Datei, eine E-Mail oder ein anderes Format.

Wirtschaftsforum: Was unterscheidet Kyocera Document Solutions dabei von anderen Anbietern?

Dietmar Nick: Uns unterscheidet eben genau dieser ganzheitliche Ansatz. Wir decken nicht nur Inselbereiche ab, sondern können den gesamten Prozess durchgängig abbilden. Dabei profitieren wir unter anderem von unserem Netzwerk innerhalb unseres Konzerns. So können wir alles aus der berühmten einen Hand anbieten. Wir sind weltweit vertreten und gut vernetzt. Das gibt uns und unseren Kunden zusätzliche Investitionssicherheit.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt für die Weiterentwicklung des Unternehmens und auch Ihrer Lösungen das Thema Nachhaltigkeit?

Dietmar Nick: Nachhaltigkeit ist Teil der DNA von Kyocera. Unser Firmenmotto lautet ‘Respect the Divine and love People’. Unsere Drucktechnologie fußt auf Nachhaltigkeit. Der nachhaltigste Ausdruck ist allerdings der, der vermieden wird. Wir arbeiten kontinuierlich an der Energieeffizeinz unserer Geräte und machen sie darüber hinaus auch baugleicher, damit man ein kleineres Sortiment an Ersatzteilen vorhalten muss. Die CO2-Emissionen, die bei Rohmaterialgenerierung, Produktion, Transport und Verwertung entstehen, gleicht Kyocera im Rahmen des Klimaschutzprogramms Print Green über zertifizierte internationale Klimaschutzprojekte aus. Dies gilt für alle in Deutschland und Österreich vertriebenen Druck- und Multifunktionssysteme sowie Toner mit Ausnahme von Zubehör, Software und Ersatzteilen. Wir arbeiten hier intensiv daran, möglichst wenig Ressourcen zu verbrauchen. Nachhaltigkeit ist für uns kein Trend, sondern eine Haltung. Auch hier bleiben wir unserer Philosophie der Ganzheitlichkeit treu. Dazu gehören auch kleine Veränderungen, wie zum Beispiel in unserer Kantine kein Plastik und nachhaltige Lebensmittel zu verwenden. Unser Konzern hat sich verpflichtet, in der Produktion bis 2030 klimaneutral zu werden.

Wirtschaftsforum: Was sind Ihre Ziele für das Jahr 2023?

Dietmar Nick: Auch in diesem herausfordernden Marktumfeld möchten wir unsere Positionierung ‘Making Information faster’ rund um das Dokument ausbauen. Dabei spielt die Digitalisierung eine zentrale Rolle. Wir werden mit unseren Produkten im gesamteuropäischen Kontext die Cloud in den Fokus stellen. Langfristig ist es unser Ziel, unsere Position im Office-Umfeld für Hardware auf die digitale Welt zu übertragen. Dabei ist es uns sehr wichtig, unsere Mitarbeitenden mitzunehmen. Als People-Company möchten wir unseren Team-Spirit erhalten. Wir möchten am Markt als einer der Marktführer für das digitale Informationsmanagement wahrgenommen werden. Das werden wir nur als Team erreichen.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Das wird das Jahr 2026: Resilience in Zeiten von KI, Cloud, Datensouveränität und Cyberbedrohung

Das wird das Jahr 2026: Resilience in Zeiten von KI, Cloud, Datensouveränität und Cyberbedrohung

Empalis Life Extern Talk am 03.02.2026, 14-15 Uhr online: In der Panel-Diskussion unserer Fachexperten greifen wir die Megatrends auf, um Ihnen unsere Einschätzung im Blick auf die aktuellen Entwicklungen in…

Einführung von HR-Software in KMUs: Wie lange dauert sie?

Einführung von HR-Software in KMUs: Wie lange dauert sie?

Digitale HR-Lösungen gelten im Mittelstand längst als wichtiger Baustein für effiziente Prozesse und verlässliche Personalstrukturen. Gleichzeitig stellt sich in vielen Unternehmen die Frage, wie schnell sich eine solche Software tatsächlich…

Verantwortung als Antrieb – Lösungen für Fördertechnik

Interview mit Stefan Keil, Mitglied der Geschäftsleitung der LINDIG Fördertechnik GmbH

Verantwortung als Antrieb – Lösungen für Fördertechnik

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, gestörter Lieferketten und wachsender Komplexität zählt für Unternehmen vor allem eines: verlässliche Partner, die Probleme lösen, statt sie weiterzureichen. Gerade der Mittelstand braucht Anbieter mit Entscheidungsfreiheit,…

Aktuellste Interviews

„Der Solarindustrie gehört die Zukunft!“

Interview mit Philipp Schäfer, Geschäftsführer der fri GmbH & Co. KG und Clemens Östreich, Geschäftsführer der Sonnenexpert GmbH und fri GmbH & Co. KG

„Der Solarindustrie gehört die Zukunft!“

Der Strombedarf wird perspektivisch noch deutlich zunehmen, während der Netzausbau nicht so schnell vonstattengeht, wie man es sich wünschen würde. Trotzdem blicken Clemens Östreich, Geschäftsführer der Sonnenexpert GmbH und der…

E-Rechnungspflicht: Wie Unternehmen ihre Prozesse digitalisieren können

Interview mit Nicolas de Beco, CEO der Banqup Group

E-Rechnungspflicht: Wie Unternehmen ihre Prozesse digitalisieren können

Lang angekündigt, kommt sie doch schneller als gedacht – die E-Rechnungspflicht. Damit stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, schnellstmöglich ihre Prozesse zu digitalisieren und zu optimieren. Die Banqup Group bietet…

Vom Tüftlertraum zur Poolrevolution

Interview mit Dipl.-Ing. Torsten Reuß, Geschäftsführer der TOSSTEC GmbH

Vom Tüftlertraum zur Poolrevolution

Immer mehr Hausbesitzer wünschen sich einen Pool im eigenen Garten – aber bitte ohne Chlorgeruch, rote Augen und dauerhaft hohe Betriebskosten. Naturpools und Schwimmteiche sind hier eine attraktive Alternative. Die…

TOP