Krypto: Datenverlust als Risiko der E-Wallet

Anlagerisiken der etwas anderen Art

Während Bitcoin bereits ein Jahrzehnt existierte, sind digitale Währungen erst im Zuge der Coronapandemie stärker in den Fokus vieler Firmen und privater Anleger geraten. Im Zuge der beschleunigten Digitalisierung und einer fehlenden Attraktivität klassischer Anlageprodukte rückten digitale Währungen in den Vordergrund. Häufig mit der Annahme, dass das Prinzip der Geldanlage mit herkömmlichen Formen vergleichbar ist.

Die eigentlichen Vermögenswerte und Transaktionen werden in einer Blockchain gespeichert, der Zugang wird über digitale Schlüssel geregelt. Im Zuge einer Transaktion wird ein solcher Schlüssel automatisch generiert und muss vom Nutzer gespeichert werden, um zu einem späteren Zeitpunkt auf Kryptowährungen als digitales Anlagegut zurückgreifen zu können.

Hieraus ergibt sich ein zweites Anlagerisiko, dass über die unvorhersehbare Kursentwicklung der Kryptowährung hinausgeht. Der digitale Schlüssel muss an einem sicheren Ort gespeichert werden, um Missbrauch zu vermeiden und noch nach Jahren in einem intakten Zustand aufrufbar zu sein.

Wahl des Speicherortes essenziell

Mit der Notwendigkeit des guten Speicherortes ergibt sich ein Problem, das mit dem früheren Besitz und Verlust von Bargeld zu vergleichen ist. Die Abspeicherung aller digitalen Schlüssel in einer E-Wallet als spezielle Software ist etabliert. Allerdings benötigt die Software selbst einen sicheren Speicherort, möglichst ohne den Zugriff durch Dritte oder Kriminelle.

Einfache Speichermedien wie USB-Sticks für eine schnelle Speicherung im Büro oder dem heimischen Arbeitszimmer sind kaum geeignet, um den hohen Sicherheitsstandards zu genügen. Das eigene Smartphone ist eine beliebte Alternative, allerdings könnten der Verlust oder eine Beschädigung des Handys die digitalen Schlüssel unbrauchbar machen.

Ähnlich wie bei Office-Anwendungen und weiteren Programmen sind Speicherung und Zugriff über einen Cloud-Service sinnvoll. Auch hier werden einige Anwender Restzweifel haben, ob dieser externe Ort die beste Wahl zur Absicherung der eigenen digitalen Vermögenswerte ist.

Beschädigung und Datenverlust als Faktoren

Auf Speichermedien wie der Festplatte eines Smartphones sind neben Hackerattacken physische Risiken zu bedenken. So kann ein Sturz oder eine sonstige Beschädigung des Handys den Datenträger beschädigen oder zerstören – und somit den Zugriff zur Blockchain und dem angelegten Kryptovermögen.

Eine Datenrettung in der E-Wallet ist möglich und setzt die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Dienstleister voraus. Dieser wird vor allem bei einer versehentlichen Löschung oder dem Angriff durch Hacker in der Lage sein, die Daten unter den strikten Vorgaben des Datenschutzgesetzes wieder herzustellen.

Im Falle einer physischen Beschädigung des Speichermediums hängt die Chance auf Datenrettung vom Grad der Zerstörung ab. Doch auch hier sind professionelle Dienstleister in der Lage, Teile zu retten. Genauso kann überprüft werden, ob eine gebrauchte, physische Wallet mit Malware infiziert ist oder dem Anleger sonstige Gefahren drohen.

Sichere Wallet-Einrichtung als Grundlage

Die grundlegende Einrichtung einer E-Wallet setzt ein größeres Fachwissen als die Eröffnung eines Girokontos voraus. Anleger in Kryptos sollten sich bewusst machen, dass ein direkter Verlust der digitalen Schlüssel auch einen Vermögensverlust bedeutet. Die Erstellung von Sicherheitskopien ist deshalb obligatorisch, für sämtliche Kopien ist der Speicherort genauestens zu überdenken.

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