Anlagenbau: Mit Qualität und Innovation weltweit erfolgreich

Interview mit Dipl.-Ing. Julia Aichhorn, Geschäftsführerin, und Dipl.-Ing. Andreas Schnitzhofer, Geschäftsführer der GIG Karasek GmbH

Wirtschaftsforum: Frau Aichhorn, Herr Schnitzhofer, welche Meilensteine waren für GIG Karasek in seiner Unternehmensgeschichte wichtig?

Andreas Schnitzhofer: Gegründet wurde das Unternehmen durch Franz Karasek als Spenglerei. Bald fokussierte man sich jedoch auf Edelstahlverarbeitung und es kamen verschiedene Akquisitionen hinzu, unter anderem ein Apparate- und Anlagenbauer, womit das Unternehmen in sein heutiges Betätigungsfeld buchstäblich „hineinwuchs“. Später wurde noch ein weiteres Unternehmen aus der Energy-Branche erworben, mit dem der Bereich Eindampftechnik bei uns Einzug hielt. 2016 folgte die Übernahme durch die Dr. Aichhorn-Gruppe, wodurch das Unternehmen den Schritt in Richtung Internationalisierung gemacht hat. Heute entwickeln wir uns zu einem weltweit führenden Anbieter in der Verdampfungs- und Destillationstechnologie, und das ist auch unser Anspruch.

Wirtschaftsforum: Wie lässt sich das Unternehmen in Zahlen ausdrücken und wie hat es sich wirtschaftlich in den letzten fünf Jahren entwickelt?

Julia Aichhorn: Wir beschäftigen 114 Mitarbeiter in Vollzeit und erwirtschaften einen Jahresumsatz um die 30 Millionen EUR.

Andreas Schnitzhofer: 2015 war ein wirtschaftlich schwieriges Jahr für uns. Im Zuge der Übernahme und der damit einhergehenden Restrukturierung haben wir uns neu aufgestellt. Seit 2016 ist wieder eine konstante Steigerung sichtbar. Wir sind stolz darauf, dass wir aktuell wieder eine gute Auftragslage und ein sehr starkes Ergebnis präsentieren können.

Wirtschaftsforum: Wir nehmen Wirtschaft persönlich – insofern die Frage: Wie sind Sie zum Unternehmen gekommen, was sind jeweils Ihre Aufgaben und welche Impulse wollen Sie ihm geben?

Julia Aichhorn: Ich gehöre zur Unternehmerfamilie und leite GIG Karasek als Geschäftsführerin seit einem Jahr gemeinsam mit Herrn Schnitzhofer, wobei meine Aufgabenbereiche vor allem Finanzen und Human Ressources sind. Wir wollen weiter wachsen und erreichen, dass man beim Anblick beispielsweise eines Dünnschicht-Verdampfers oder Vertikaltrockners sofort an GIG Karasek denkt. Im Unternehmen präsent zu sein, zu wissen, wovon wir sprechen und was wir tun, ist uns wichtig.

Andreas Schnitzhofer: Ich bin seit 2013 bei GIG Karasek und habe als Projektmanager begonnen. 2016 habe ich die Leitung einer unserer Geschäftssparten übernommen und darf seit April 2020 gemeinsam mit Frau Aichhorn die Geschäftsführung bilden. Meine Ausgabenbereiche sind Sales und Technik.

Wirtschaftsforum: Wie sieht das heutige Portfolio des Unternehmens aus und welche Produkte sind besonders wichtig?

Andreas Schnitzhofer: Unsere Kernkompetenz ist sicher die Fertigung hochqualitativer Anlagen und Apparate und unseren Kunden so Komplettlösungen anbieten zu können. Darin haben wir ein umfassendes Know-how. Gepaart mit der eigenen Fertigung – das Kernequipment wird bei uns im Hause gefertigt – ist das etwas, das unsere Kunden sehr an uns schätzen. Wichtige Produkte im Portfolio sind etwa Dünnschicht- und Kurzwegverdampfer, Horizontal- und Vertikaltrockner sowie Platten- und Röhrenfallfilmverdampfer.

Wirtschaftsforum: Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?

Julia Aichhorn: Wir sind ein klassischer mittelständischer Familienbetrieb. Bei uns herrschen ein guter Teamgeist und eine klare Kommunikation. Dadurch können die Werte, die uns wichtig sind, von allen mitgetragen werden. Das Bekenntnis zur Qualität findet sich in allem, was wir tun, das ist ein wesentliches Thema, genauso wie Loyalität untereinander. Letzteres zeigt sich in einer sehr geringen Fluktuation.

Andreas Schnitzhofer: So können wir unser Know-how halten und nicht nur das, Kreativität jedes Einzelnen ist gewollt und gefordert; so halten wir den Innovationsgeist hoch.

Wirtschaftsforum: Was ist Ihre Vision von der Zukunft von GIG Karasek? Wo möchten Sie Ihr Unternehmen hinführen?

Andreas Schnitzhofer: Tatsächlich glaube ich, dass wir zum führenden Anbieter im Bereich der Dünnschicht- und Kurzweg-Technologie werden ¬– bei diesen Themen soll man zuerst an GIG Karasek denken. Das ist die Vision, die wir bis 2026 haben. Und das sollte sich auch in den Zahlen widerspiegeln. Ich hoffe, dass wir einen entsprechenden Auftragseingang haben werden, sodass wir unseren bisherigen Umsatz verdoppeln können. Das ist das Ziel.

Julia Aichhorn: Wachstum gepaart mit Innovation ist ein Muss, um die Existenz unseres eigentümergeführten Unternehmens auch langfristig sichern zu können.

Wirtschaftsforum: Eine persönliche Frage zum Schluss: Was motiviert Sie an Ihrer Arbeit?

Andreas Schnitzhofer: Meine persönliche Motivation ist das Potenzial, das in diesem Unternehmen steckt. Es macht mir einfach Freude, an jedem Tag eine Steigerung festzustellen. Selbst in diesem Jahr der Krise, das wirklich herausfordernd war, haben wir alle zusammen die Firma weitergebracht. Das Herzblut, das darin steckt, erkennt man an den Produkten, an den Zahlen und vor allem auch an jedem Mitarbeiter.

Julia Aichhorn: Dem kann ich mich nur anschließen; es ist eine große Motivation, wenn man sieht, was möglich ist und den Enthusiasmus spürt, den unsere Mitarbeiter mitbringen. Mir macht es auch Freude, Teil eines Unternehmens zu sein, das Bestand hat – auch für die nächste Generation.

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