Eine Idee voraus

Interview mit Alexander Wagner, Prokurist und Gesellschafter der KRAUS Betriebsausstattung und Fördertechnik GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Wagner, was sind aktuell die wichtigsten Produkte für KRAUS?

Alexander Wagner: Die Säulen unseres Geschäfts sind Tragrollen, Hubtische und eine Vielzahl an kundenspezifischen Fördertechnik Komponenten. Diese entwickeln und bauen wir zum Großteil selbst. Insgesamt fertigen wir im Jahr rund eine Million Tragrollen. Über unser Partnernetzwerk können wir auch außergewöhnliche Ansprüche erfüllen. Damit sind wir dem Wettbewerb einen Schritt voraus. Wir kommen oft ins Spiel, wenn andere nicht weiterwissen.

Wirtschaftsforum: Könnten Sie uns dazu ein Beispiel geben?

Alexander Wagner: Zum Beispiel haben wir auch schon viereckige Tragrollen entwickelt, mit denen Sandsäcke geglättet werden können. Wir haben auch schon Tragrollen mit Bürsten, oder zum Beispiel für die Deutsche Post mit besonderen Beschichtungen, entwickelt. Selbstverständlich übernehmen wir auch je nach Kundenwunsch die individuelle Beschriftung mit dem Kundenlogo – das kurbelt das Ersatzteilgeschäft unserer Kunden kräftig an. Wir sind ein Partner für unsere Kunden und erarbeiten gemeinsam mit ihnen Lösungen für Herausforderungen im Bereich der Fördertechnik.

Wirtschaftsforum: Welche Themen und Neuentwicklungen gibt es im Bereich der Hubtische?

Alexander Wagner: Hier verfügen wir über sehr erfahrene Mitarbeiter mit fundiertem Know-how. Und auch in diesem Bereich agieren wir als Problemlöser. Wir arbeiten für Siemens, Liebherr und andere renommierte Namen, bieten sowohl Standard- als auch Sonderlösungen an. In unserem Webshop kann man vollautomatisiert Hubtische kaufen. Wenn Lösungen und Consulting gefragt sind, sind wir immer öfter mit Hilfe von Videokonferenzen sehr nahe bei unseren Kunden, die doch einige Kilometer entfernt ihre Niederlassungen in ganz Europa haben. Ein schönes Beispiel für unsere Kompetenz bei außergewöhnlichen Anforderungen ist der Linzer Dom, der für einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben wurde. Der Dom ist die größte Kirche Österreichs und sollte komplett barrierefrei zugänglich sein. Wir haben einen hoch komplexen Hubtisch in den Boden der denkmalgeschützten Kirche integriert, der am Ende des Tages unsichtbar ist. Damit wurde der Dom auch außerhalb der Gottesdienstzeiten für Rollstuhlfahrer komplett zugänglich.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt die Digitalisierung als Treiber für die Weiterentwicklung von KRAUS Austria?

Alexander Wagner: Wir sind das einzige Unternehmen weltweit, das unseren Kunden und Interessenten einen digitalen Tragrollen-Konfigurator zur Verfügung stellt. Auf unserer Website oder im CAD Downloadportal von PARTcommunity können Kunden und Interessenten ihre digitalen Zwillinge konfigurieren und die jeweiligen CAD Daten in allen gängigen Formaten kostenlos herunterladen – das ganze Service ist in neun verschiedenen Sprachen erhältlich. Ein wichtiges Thema am Markt ist die Integration verschiedener Supply Chains, das heißt, den einfachen Zugang zu Informationen und Daten zu gewährleisten. Wie im B2C Bereich bereits selbstverständlich, geben auch wir im B2B Bereich unseren Kunden die Möglichkeit ihre Bestellungen via Tracking Code zu verfolgen. Auch der B2B-Markt entwickelt sich von den Anforderungen her in Richtung Consumer-Markt, wo solche Informationen und Prozesse schon Standard sind. Das Einkaufverhalten der Menschen hat sich nicht nur im Consumer-Bereich geändert, sondern auch im B2B-Geschäft. Der E-Commerce wächst und die Convenience-Ansprüche steigen.

Wirtschaftsforum: Welche Branchen sind Ihre Zielkunden?

Alexander Wagner: Wir sind breit aufgestellt, im Maschinenbau ebenso wie in der Intralogistik, dem Holz- und Automotivbereich oder internationalen Flughäfen. Unsere Kunden sind sehr oft die OEM‘s und größere Zulieferer.

Wirtschaftsforum: Welche Märkte sind besonders wichtig für KRAUS Austria?

Alexander Wagner: Europa ist unser Hauptmarkt, mit Fokus auf die DACH-Region. Darüber hinaus sind wir aber auch immer öfter über die Grenzen Europas hinweg tätig.

Wirtschaftsforum: Das Unternehmen ist schon sehr lange am Markt und sehr erfolgreich. Was macht den Erfolg von KRAUS Austria aus?

Alexander Wagner: Wir sind breit und solide aufgestellt. Weder sind wir von einem Kunden, einer Branche oder einer Bank abhängig. Wir sind ein Familienunternehmen und leben die Werte Konstanz und Bodenständigkeit gepaart mit frischem Wind den die Digitalisierung mit sich bringt. Darauf sind wir stolz. Wir sind kein Hire & Fire Betrieb, sondern stehen für Beständigkeit, für Tradition und Werte. Trotzdem haben wir uns in den letzten Jahren frühzeitig mit Zukunftsthemen beschäftigt und passen uns ständig an neue Anforderungen und Trends am Markt an. Schlussendlich sind es aber unsere tollen Mitarbeiter die als Mannschaft einen ausgezeichneten Job machen.

Wirtschaftsforum: Welche Pläne haben Sie für dieses Jahr und langfristig für das Unternehmen?

Alexander Wagner: Nach wie vor gibt es coronabedingt noch einige Ausfälle. Zudem birgt die Ukraine-Krise weitere Unsicherheiten für eine langfristige und professionelle Planung. Die Lieferketten sind problematisch und die Stahlpreise sind seit längerer Zeit unberechenbar. Auf jeden Fall sind aber die Digitalisierung, die Automatisierung, eine schlankere, effizientere Fertigung zentrale Eckpunkte unserer Strategie. Auf der Arbeitsmarktseite sind wir permanent auf der Suche nach den schlausten Köpfen der Region, denn es sind unsere Mitarbeiter die uns zu dem machen was wir sind.

KRAUS Betriebsausstattung und Fördertechnik GmbH
Sattnitzgasse 69
9020 Klagenfurt am Wörthersee
Österreich
+43 463 38600
+43 463 386021
office(at)kraus-austria.com
www.kraus-austria.com

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