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Interview mit Heiko Bröcker, Geschäftsführer der Caravan-Welt GmbH Nord

Wirtschaftsforum: Herr Bröcker, Sie sind Geschäftsführer der Caravan-Welt Nord, einem alteingesessenen Unternehmen, das sich auf den Verkauf, die Vermietung und Services rund um Caravans und Reisemobile konzentriert. Damit sind Sie in einer Branche aktiv, die in den vergangenen Jahren einen außergewöhnlichen Boom erlebt hat. Wie sah die Entwicklung der Caravan-Welt Nord aus?

Heiko Bröcker: Das Unternehmen wurde 1958 als Wohnwagen Fritz in Bremen gegründet, zog 1965 nach Hamburg-Schnelsen und 1973 an den heutigen Standort in Bönningstedt, im Norden Hamburgs. 1998 wurde der Wohnwagenhändler im Rahmen einer Nachfolgeregelung in die Knaus Tabbert AG eingegliedert; schon vorher war Wohnwagen Fritz ein starker Vertriebspartner der Marken. Heute sind wir als Caravan-Welt Nord ein werkseigener Handelsbetrieb, der unabhängig handelt und arbeitet und sämtliche Marken des Konzerns vertreibt.

Wirtschaftsforum: Eine wichtige Zäsur war die Eingliederung in die Knaus Tabbert AG. Was hat sich dadurch verändert?

Heiko Bröcker: Wir haben uns von einem Handelsbetrieb mit angeschlossenem Service zum serviceorientierten Handelsbetrieb entwickelt. Das heißt zum Beispiel, dass wir unsere Werkstattleistungen kontinuierlich ausgebaut haben, sodass wir heute alle Arbeiten in Eigenregie ausführen können. Früher lag der Fokus klar auf dem Verkauf, Service spielte nur eine sekundäre Rolle.

Wirtschaftsforum: Wie spiegelt sich diese Neuausrichtung im Portfolio wider?

Heiko Bröcker: Die Caravan-Welt Nord hat drei Standbeine, die sich gegenseitig ergänzen; Verkauf, Vermietung und Werkstatt. Alle drei Säulen sind wichtig; geht der Verkauf zurück, gewinnt die Vermietung an Bedeutung. In den letzten drei Jahren haben wir die Vermietflotte verdoppelt, dennoch ist der Verkauf weiter der stärkste Umsatzträger.

Wirtschaftsforum: Gibt es im Portfolio bestimmte Produkt-Highlights?

Heiko Bröcker: Als Exklusivhändler der Knaus Tabbert Gruppe sind wir ein Vollsortimenter, der vom preiswerten Einstiegsmodell bis zum High-End-Fahrzeug für alle Ansprüche das passende Produkt bietet. Ein Flaggschiff ist der SUN I 900 von Knaus, ein luxuriöses, großes Fahrzeug, das kaum einen Wunsch offenlässt. Der Luxusliner ist sehr geräumig, hat einen Doppelboden und bietet viele Optionen für Sonderausstattungen. In der Vermietung liegt der Schwerpunkt auf Caravans bis maximal 1.700 kg mit Grundrissen für Familien.

Wirtschaftsforum: Die letzten Jahre waren mit der Corona-Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und der damit verbundenen Energiekrise herausfordernd. Wie hat die Caravan-Welt Nord diese Zeiten erlebt?

Heiko Bröcker: Die Pandemie hat zwar die Nachfrage nach Freizeitmobilen befeuert, führte aber auch zu Lieferengpässen, die wir zum Teil heute noch spüren. Verglichen mit der hohen Nachfrage zu Coronazeiten ist derzeit ein leichter Rückgang zu verzeichnen, was nach einer extremen Steigerung jedoch normal ist. Für den Rückgang gibt es verschiedene Gründe, zum Beispiel die Preissteigerung durch die Nicht-Verfügbarkeit von Teilen. Unsere Produkte wurden in sehr kurzer Zeit sehr teuer. Zinserhöhungen haben dazu geführt, dass gewisse Kundengruppen wie junge Familien weggebrochen sind. Dennoch bleibt das Camping und Caravaning für viele eine spannende Reisealternative.

Wirtschaftsforum: Wie schätzen Sie die weitere Marktentwicklung ein?

Heiko Bröcker: Prognosen sind nicht einfach. Das letzte Quartal in 2023 war schwierig, deshalb sind wir 2024 mit einer vorsichtigen Erwartungshaltung gestartet. Die ersten 2,5 Monate waren, was den Absatz angeht, gut, allerdings ist die Ertragssituation im Vergleich zu früheren Zeiten nicht zufriedenstellend. Der Wettbewerb ist härter geworden, damit einher geht ein gewisser Preisverfall. Deshalb müssen wir die Augen offenhalten und den Markt beobachten.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit für die Caravan-Welt Nord?

Heiko Bröcker: Wir arbeiten schon lange mit nachhaltigen, recycelbaren Materialien. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen ist für unsere Branche aufgrund des Gewichts und mangelnder Reichweite noch uninteressant, allerdings wurde vor einem Jahr ein Wohnwagen vorgestellt, der rein theoretisch für einen gewissen Zeitraum über ein E-Auto gespeist werden kann. Es gibt also durchaus spannende Überlegungen.

Wirtschaftsforum: Welche Themen beschäftigen Sie mit Blick auf die Zukunft?

Heiko Bröcker: Wir sind in der Metropolregion Hamburg ansässig, und relativ jung aufgestellt, haben aber große Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden. Wir bleiben dennoch optimistisch.

Caravan-Welt GmbH Nord
Nordring 3
25474 Bönningstedt
Deutschland
+49 40 57003080
info(at)caravan-welt.de
www.caravan-welt.de

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