Deutliches Umsatzwachstum bei deutschen Finanzvertrieben

Die „Hitliste der Finanzvertriebe 2022“ umfasst die erzielten Provisionserlöse und teilweise auch die Beratungshonorare sowie die Auslandsumsätze von 31 Allfinanz- und sechs Spezialvertrieben. Die Daten haben die Unternehmer der Redaktion von Cash zur Verfügung gestellt. Ein Großteil wurde zudem von Wirtschaftsprüfern bestätigt.

Höhere Umsätze bei 27 von 31 Allfinanzvermittlern

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben 27 der 31 Allfinanzvermittler ihre Umsätze gesteigert, darunter auch die 26 größten deutschen Finanzvertriebe. Das größte relative Umsatzwachstum erzielte wie schon im Geschäftsjahr 2020 die Königswege GmbH mit einem Plus von 86 Prozent. Mit einem Gesamtumsatz von 17 Millionen Euro befindet sich der Allfinanzvermittler absolut gesehen aber noch immer im Mittelfeld. Zudem erzielten folgende Allfinanzvermittler im Geschäftsjahr 2021 ein deutliches Umsatzwachstum:

· EFC mit einem Umsatzwachstum von 39 Prozent
· DBFP mit einem Umsatzwachstum von 29,5 Prozent
· Swiss Life Deutschland mit einem Umsatzwachstum von 23,3 Prozent
· MLP mit einem Umsatzwachstum von 22,5 Prozent
· Finum mit einem Umsatzwachstum von 22,2 Prozent
· FPFinanzpartner mit einem Umsatzwachstum von 21,4 Prozent
· BVW mit einem Umsatzwachstum von 21 Prozent
· Telis mit einem Umsatzwachstum von 19,7 Prozent
· OVB mit einem Umsatzwachstum von 18,6 Prozent

Umsatzrückgänge bei drei Finanzvertrieben

Gesunken sind die Umsätze im Geschäftsjahr 2021 lediglich bei drei der 31 erfassten Finanzvertrieben. Relativ betrachtet sanken die Umsätze am stärksten bei der Profundo GmbH, die lediglich 1,1 Millionen erlöste und damit mehr als 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr verlor. Die Umsätze der FBV (minus 2,9 Prozent) und der Finanz Service Bielefeld GmbH & Co. KG (minus ein Prozent) sanken hingegen nur gering.

Finanzvertriebe mit den höchsten Umsätzen

Die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) ist mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro weiterhin der mit hohem Abstand größte Allfinanzvertrieb in der Bundesrepublik. Auf dem zweiten Platz liegt MLP mit einem Umsatz von 895 Millionen Euro. Danach folgt auf dem dritten Platz Swiss Life, die mit den Vertrieben Swiss Life Select, Tecis, Horbach und Deutsche Proventus einen Umsatz von 674 Millionen Euro erzielen konnten.

Auf den Plätzen vier bis acht liegen:

· OVB mit einem Umsatz von 320,8 Millionen Euro
· Telis mit einem Umsatz von 171,1 Millionen Euro
· Dr. Klein mit einem Umsatz von 140,0 Millionen Euro
· Global-Finanz mit einem Umsatz von 69,4 Millionen Euro
· Bonnfinanz mit einem Umsatz von 58,4 Millionen Euro

Die acht größten Allfinanzvertrieb erzielen damit insgesamt einen Umsatz 6,59 Milliarden Euro. Ihren Umsatz konnten die Unternehmen im Vorjahr um 10,9 Prozent erhöhen. Das Wachstumstempo hat sich damit gegenüber 2020 (5,5 Prozent) nahezu verdoppelt.

Gemischte Bilanz bei Spezialvertrieben

Bei den Spezialvertrieben erreichten nur zwei Unternehmen einen Jahresumsatz von über 50 Millionen Euro. Die Interhyp-Gruppe konnte im Vorjahr ihren Umsatz um 14,4 Prozent auf 561,6 Millionen Euro erhöhen. Bei der Postbank Finanzberatung AG sank der Umsatz hingegen um 11,1 Prozent auf 250,7 Millionen Euro.

Entwicklung der Provisionserlöse im Jahr 2022

„Bleibt zu hoffen, dass das Phänomen Long-Covid, also die längerfristigen gesundheitlichen Schäden einer Covid-19-Erkrankung, nicht im übertragenen Sinne auch die Finanzdienstleistungsbranche trifft, die wirtschaftlichen Verwerfungen also mit zeitlichem Abstand auch bei den Finanzvertrieben ankommen“, schrieb das Magazin Cash in seiner Hitliste der Finanzvertriebe 2021. Wie die nun veröffentlichten Zahlen zeigen, haben die Unternehmen die Covid-19-Pandemie bislang gut bewältigen können. Im Vergleich zu anderen Branchen sind die deutschen Finanzvertriebe auch durch das zweite Jahr der Pandemie gut gekommen.

Im aktuellen Geschäftsjahr rechnen viele Finanzvertriebe mit einem Rückgang des Wachstums. Nur knapp über die Hälfte (53 %) der befragten Vorstände und Geschäftsführer ist der Ansicht, dass ihre Provisionserlöse auch im Jahr 2022 steigen werden. Im Vorjahr waren es noch knapp drei Viertel (73 %). Die weltpolitische Lage, vor allem der Krieg in der Ukraine und dessen ökonomische Folgen, sind laut einem Großteil (70 %) der Umfrageteilnehmer jedoch nicht dafür verantwortlich.

Tags
Nach themenverwandten Beiträgen filtern

Aktuellste news

Wenn aus komplexen Produktionsaufgaben individuelle Sondermaschinen werden

Wenn aus komplexen Produktionsaufgaben individuelle Sondermaschinen werden

Nicht jede Fertigungsaufgabe lässt sich mit einer Standardmaschine wirtschaftlich automatisieren. Gerade bei komplexen Produktionsprozessen, begrenztem Bauraum oder wechselnden Produktvarianten sind individuelle Lösungen gefragt. Darauf hat sich die ZARIAN Bewegungs-Systeme GmbH…

Makler Service AG: Makler-Ausbildung als Faktor für Branchenvertrauen

Makler Service AG: Makler-Ausbildung als Faktor für Branchenvertrauen

Die Frage nach Vertrauen beschäftigt die Immobilienbranche seit Jahrzehnten. In Deutschland ist der Zugang zum Maklerberuf erstaunlich niedrigschwellig; formale Abschlüsse sind keine Pflicht. Das hat Folgen: Immer wieder entstehen Vorbehalte,…

Ein Konto ohne Bonitätsprüfung: Warum ist das nicht längst selbstverständlich?

Ein Konto ohne Bonitätsprüfung: Warum ist das nicht längst selbstverständlich?

Ein Konto ohne Dispo vergibt keinen Kredit. Weshalb also sollte die Bonität darüber entscheiden, wie einfach jemand am Zahlungsverkehr teilnehmen kann? „Das Ziel sollte deshalb nicht ein ‚Banking für Ausgeschlossene‘…

Aktuellste Interviews

Aus Betroffenen Beteiligte machen

Interview mit Florian Wollner, Geschäftsführer der enve print services GmbH

Aus Betroffenen Beteiligte machen

enve print services aus dem Großraum Augsburg tritt seit vielen Jahren als schlagkräftiger Verpackungspartner für die Brillenindustrie auf. Im Zuge der Übernahme durch VENDO aus Österreich wird sich die grundlegende…

Flexibilität für die Energiewende

Interview mit Christian Dorfner, Geschäftsführer der SK Verbundenergie AG

Flexibilität für die Energiewende

Der Ausbau von Wind- und Solarenergie schreitet voran. Doch eine zentrale Frage bleibt: Was passiert, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht? Die SK Verbundenergie AG hat…

Von Logistik bis Lagerei

Interview mit Horst Schuon, Geschäftsführer der Gebrüder Schuon Logistik GmbH

Von Logistik bis Lagerei

Die Gebrüder Schuon Logistik GmbH hat sich als schlagkräftiger Logistikanbieter fest im Markt etabliert und unterstützt ihre Kunden heute nicht nur mit vielfältigen Mehrwertdiensten, sondern auch mit einem angeschlossenen Softwarehaus.…

TOP