Der unterschätzte Posten in der Betriebskostenrechnung: Taschenfilter für Lüftungsanlagen

Im Einkauf vieler Industriebetriebe laufen Taschenfilter für Lüftungsanlagen als C-Teil. Sie werden nach Stückpreis und Verfügbarkeit bestellt, oft im Rahmenvertrag, selten mit technischer Prüfung. Betriebswirtschaftlich ist das eine der teuersten Vereinfachungen im technischen Facility Management: Die Energiekosten können über die Nutzungsdauer den größten Anteil der Lebenszykluskosten ausmachen, HS-Luftfilterbau beziffert diesen Anteil bei Taschenfiltern mit bis zu 75%.
Wie sich die Kosten einer Filterstufe tatsächlich verteilen
Über die Nutzungsdauer eines Filters entstehen Kosten bei der Beschaffung, beim Wechsel samt Entsorgung und beim Strom. Ein Ventilator muss den Widerstand des Filters überwinden, und dieser Widerstand steigt mit zunehmender Beladung.
Ein Rechenbeispiel für eine Anlage mit 10.000 m³/h und einem Ventilatorwirkungsgrad von 0,6: Jede zusätzliche mittlere Druckdifferenz von 50 Pa bedeutet rund 232 Watt Dauerlast, bei 6.000 Betriebsstunden und 0,25 €/kWh sind das etwa 348 € Stromkosten pro Jahr für diese Filterstufe. Der Betrag gilt für den betrachteten Gesamtvolumenstrom. Sind mehrere Taschenfilter parallel eingebaut, verteilt sich derselbe Volumenstrom auf sie, eine Hochrechnung mit der Zahl der Filterplätze ist deshalb nicht zulässig. Erst bei einem tatsächlich größeren Gesamtvolumenstrom skaliert der Betrag entsprechend.
Ob sich die Mehrkosten eines strömungstechnisch optimierten Filters amortisieren, hängt von Filtergröße, Klasse, Volumenstrom, Betriebsstunden, Strompreis, der tatsächlichen Druckverlustdifferenz und dem Wechselintervall ab. Ein belastbarer Vergleich braucht konkrete Werte für Volumenstrom und Druckverlust der jeweiligen Anwendung.
Warum die Beschaffung seit ISO 16890 anders funktioniert
In vielen Bestandsunterlagen wurde die Filterleistung überwiegend über Klassen wie F7 nach EN 779 spezifiziert. Diese Norm ist zurückgezogen: DIN EN ISO 16890 hat DIN EN 779 nach dem Ende der Koexistenzperiode zum 30. Juni 2018 abgelöst und klassifiziert über die Feinstaubfraktionen ePM1, ePM2,5 und ePM10.
Eine Bestellung nach dem alten Buchstaben ist keine belastbare Spezifikation mehr. Tragfähig ist eine Ausschreibung, die die geforderte ISO-Klasse, den Volumenstrom, die Anfangsdruckdifferenz und den zulässigen Enddruck nennt. Für einen belastbaren TCO-Vergleich sollte zusätzlich betrachtet werden, wie sich die Druckdifferenz unter vergleichbaren Betriebs- und Beladungsbedingungen über die Nutzungsdauer entwickelt: ISO 16890 weist selbst darauf hin, dass ihre Prüfergebnisse nicht unmittelbar zur quantitativen Vorhersage von Effizienz und Lebensdauer im praktischen Betrieb dienen.
Wo Betriebe energieeffiziente Taschenfilter für Lüftungsanlagen bestellen
Infrage kommen Hersteller, die Prüfwerte nach ISO 16890 offenlegen und auch abweichende Bauräume bedienen. Ein mittelständisches Beispiel ist die HS-Luftfilterbau GmbH aus Kiel, gegründet 1974 und heute in zweiter Generation geführt. Das Unternehmen beschäftigt rund 180 Mitarbeiter, fertigt auf etwa 11.000 m² in Kiel sowie an einem Standort in Bangkok und ist nach DIN EN ISO 9001 und DIN EN ISO 14001 zertifiziert.
Neben dem Standardprogramm fertigt HS-Luftfilterbau Sonderabmessungen nach Zeichnung. Mit der Baureihe HS-AirSynErgy adressiert das Unternehmen die Druckverlustseite, HS gibt dafür bis zu 35 % geringere Druckdifferenz gegenüber der Standardausführung an, mit HS-Econergy die Materialseite. Für die Produktklassifizierung orientiert sich HS-Luftfilterbau an den offenen Normen ISO, EN und DIN.
Der regulatorische Hebel: Scope 3 und CSRD
Mit der Berichtspflicht nach CSRD können auch Emissionen aus eingekauften Produkten und deren Entsorgung relevant werden, sofern die entsprechenden Scope-3-Kategorien für das Unternehmen wesentlich sind. Filter berühren dabei mehrere Kategorien: Der Ventilatorstrom fällt beim Bezug von Netzstrom üblicherweise unter Scope 2, während Herstellung und Entsorgung der Filter zu Scope 3 zählen können, etwa unter den Kategorien Purchased goods and services und Waste generated in operations. Nicht jede CSRD-pflichtige Organisation muss dabei jeden einzelnen Luftfilter separat bilanzieren, entscheidend ist die jeweilige Wesentlichkeitsbewertung nach ESRS.
Beim HS-Mikro Pak 4V ECONERGY, einem V-Form-Kompaktfilter aus der Econergy-Linie, gibt HS-Luftfilterbau an, dass die Kunststoffkomponenten bis zu 60 % aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, vollständig veraschbar sind und bei der Verbrennung rund 90 % weniger fossiles CO₂ emittieren als konventionelle Ausführungen. Diese Materialdaten können in die Bewertung relevanter Scope-3-Emissionen einfließen.
Was das für die Beschaffung bedeutet
Die Filterstufe verdient in der Kostenrechnung denselben Blick wie ein Antrieb oder eine Pumpe. Wer Volumenstrom, Betriebsstunden und Strompreis einmal in die Rechnung einsetzt, sieht eine Energieentscheidung vor sich. Der nächste Schritt ist eine Spezifikation nach ISO 16890 mit Volumenstrom, Anfangsdruckdifferenz und zulässigem Enddruck, denn erst darüber lässt sich ein Filter finden, der zur jeweiligen Anlage passt.





