„Nachhaltigkeit ist uns angeboren!“

Interview mit Edwin Hribek, Geschäftsführer der Auro Pflanzenchemie AG

Wirtschaftsforum: Herr Hribek, schon seit über 40 Jahren vereinen die Naturfarben der Auro Pflanzenchemie AG hohe Ansprüche an Gesundheit und Nachhaltigkeit in einem technisch hochwertigen Produkt – eine Haltung, die Sie im Markt einzigartig macht? 

Edwin Hribek: Die Nachhaltigkeit ist uns tatsächlich angeboren und nicht das Resultat des zunehmenden Drucks aus der Marketingabteilung, wie das bei anderen Anbietern bisweilen leider der Fall ist, wo so manches Produktsegment eher aus Zeitgeistgründen bespielt zu werden scheint. Gerade in der Anfangszeit unserer Unternehmensgeschichte war unsere klare Fokussierung auf umwelt- und humanverträgliche Farben relativ ungewöhnlich. Heute ist diese dezidierte Haltung ein umso wichtigerer Vorteil für uns – denn wir haben nie etwas anderes gekannt! 

Wirtschaftsforum: Woher stammte diese Überzeugung? 

Edwin Hribek: Unser Gründer Dr. Hermann Fischer, ein promovierter Chemiker, hatte sich schon damals durch eine besondere Affinität zur Nachhaltigkeit ausgezeichnet, seinerzeit getrieben durch die Anfänge der fossilen Chemie, bei der die Farben noch vor vielen anderen Anwendungsfeldern einen allerersten Baustein bildeten. Diese klare Vorstellung von einem nachhaltigen Unternehmen wurde zudem von seinem Anspruch flankiert, gute Produkte für Kinder zu entwickeln – im Sinne ihrer körperlichen wie auch ihrer seelischen Gesundheit, etwa durch bestimmte Farbharmonien. 

Wirtschaftsforum: Gestaltet sich die Herstellung Ihrer Farben aufgrund der hohen Ansprüche an ihre nachhaltige Erzeugung damit komplexer, als das bei herkömmlichen Produkten der Fall ist? 

Edwin Hribek: Ja, das ist schon zutreffend, denn wir haben es bei unserer Rohstoffvarianz naturgemäß mit einer größeren Bandbreite zu tun als bei der klassisch chemisch-synthetischen Produktion, wo relativ stabile Qualitäten vorherrschen. Somit ist unsere Fertigung bestimmt mit etwas größerem Aufwand verbunden und wir müssen dort vielleicht etwas vorsichtiger vorgehen. Wir haben in den vergangenen 40 Jahren aber auch an dieser Stelle sehr viel dazugelernt. 

Wirtschaftsforum: Vor einigen Jahren hat das Thema Nachhaltigkeit eine enorme Breitenwirkung im Markt erfahren, was inzwischen wieder spürbar nachgelassen hat – wie blicken Sie auf dieses Auf und Ab? 

Edwin Hribek: Das Thema ist in der Tat nicht mehr so präsent wie vor einiger Zeit, wahrscheinlich weil es viele so empfanden, dass Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Profitabilität Gegensätze seien. Das ist jedoch aus meiner Sicht völlig falsch – im Gegenteil: Langfristig werden nur Geschäftsmodelle erfolgreich sein können, die nicht im Widerspruch zu den planetaren Grenzen stehen. Bei der Auro Pflanzenchemie AG sind wir inzwischen seit über vier Jahrzehnten davon überzeugt, dass konsequentes ökologisches Handeln die Triebkraft sein muss, die ein gesundes wirtschaftliches Wachstum erst ermöglicht. 

Wirtschaftsforum: Worin sehen Sie die zentralen Erfolgsgrundlagen Ihres Unternehmens? 

Edwin Hribek: Natürlich bedeutet sinnvolles unternehmerisches Handeln für uns auch Profitabilität und stabile Wachstums­perspektiven. Doch das geht aus unserer Sicht nur auf der Grundlage einer ethischen, sozialen und ökologischen Prämisse. In der Praxis führen diese Werte dazu, dass wir im Markt durch ein schlagkräftiges und einzigartiges Sortiment überzeugen können, in dem sich unsere drei Ansprüche an Nachhaltigkeit, Humanverträglichkeit und eine überzeugende technische Qualität auf hohem Niveau miteinander vereinen. Damit heben wir uns im Wettbewerb klar ab. 

Wirtschaftsforum: Wie wichtig bleiben dabei weitere technologische Innovationen für Auro Pflanzenchemie? 

Edwin Hribek: Unser permanentes Innovationsstreben, unsere Veränderungsbereitschaft und unsere damit verbundene nachhaltige Leistungsfähigkeit zeichnen unser Unternehmen sicherlich in besonderer Weise aus. Derzeit führen wir beispielsweise ein neues Fußbodenrenovierungs- und -beschichtungssystem im Markt ein, das in einzigartiger Weise eine starke Emissionsreduzierung mit einer Beschleunigung der Arbeitsgeschwindigkeit für das Handwerk vereint. Auch im Hinblick auf die Farbvielfalt und ihre Übertragung auf verschiedene Anwendungsbereiche entwickeln wir unser Produktspektrum fortlaufend weiter. Darüber hinaus wollen wir in den nächsten Jahren auch in weitere Märkte wachsen.

Wirtschaftsforum: Wie sorgen Sie dafür, sich diese Innovationskraft auch langfristig zu erhalten?

Edwin Hribek: Wir stehen in stetigem Austausch mit unseren Zulieferern, um stets unmittelbar von nachhaltigen Neuentwicklungen und neuen Zubereitungen profitieren zu können. Darüber hinaus betreiben wir eine vergleichsweise große Forschungs- und Entwicklungsabteilung, deren Mitarbeiter ebenso von unserer nachhaltigen Vision überzeugt sind.

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