Fashion-Vertrieb mit Gespür für Märkte
Interview mit Vieri Da Fano, Geschäftsführer der Zucchero e Scimmie Srl

Zu Beginn lag der Fokus auf Kindermode. Der italienische Markt spielte dabei eine besondere Rolle, weil er stark fragmentiert ist und eine intensive Betreuung der einzelnen Kunden verlangt. „In Italien muss man Kunde für Kunde begleiten“, sagt Vieri Da Fano. Genau darin liegt bis heute eine Stärke des Unternehmens. Es versteht sich nicht nur als Verkäufer, sondern als Partner, der Märkte, Händler und Marken zusammenbringt. Im Laufe der Jahre wurde das Portfolio deutlich erweitert. Neben Kindermarken wie Premiata Will Be und Doudou kamen auch Marken für Erwachsene und Accessoires hinzu. Besonders wichtig sind Sprayground und First Down. Mit Sprayground begann die Zusammenarbeit 2016 zunächst für Italien; inzwischen betreut das Unternehmen den Vertrieb in großen Teilen Europas und in weiteren internationalen Märkten und hat sich damit von einem Kindermode-Spezialisten zu einem vielseitigen Modehändler entwickelt.
Flexibilität als Strategie
Die vergangenen Jahre haben die Branche stark verändert. Während der Pandemie ging es zunächst darum, Aufträge, Produktionen und Kundenbeziehungen zu sichern. Danach kam ein starker Konsumaufschwung, weil viele Menschen weniger reisten und mehr für Mode ausgaben. Dieser Boom war jedoch nicht dauerhaft tragfähig. Heute prägen geopolitische Konflikte, steigende Kosten und längere Transportwege den Markt. Ware aus China braucht nicht mehr eineinhalb Monate, sondern teilweise drei Monate. Das verändert Planung, Programme und Entscheidungen. Für Vieri Da Fano liegt die Antwort nicht in starren langfristigen Plänen, sondern in einer Organisation, die schnell handeln kann. „Man muss verstehen, was passiert und es vorhersehen, aber nicht zu weit in die Zukunft schauen“, erklärt Vieri Da Fano und beobachtet laufend, welche Routen, Produktionsorte und Zeitpläne sinnvoll sind.
Erfolgsfaktor Mensch
Trotz der Herausforderungen blickt Vieri Da Fano zuversichtlich in die Zukunft. Das Unternehmen setzt konsequent auf Technologie: Bestellungen werden seit Jahren digital über Tablets abgewickelt, und auch der Einsatz von KI wird bereits geprüft. Beim Thema Nachhaltigkeit wird ein pragmatischer Ansatz verfolgt: „Wir minimieren Lagerbestände durch gezielte Abverkaufsstrategien, um Überproduktion und Ressourcenverschwendung zu vermeiden“, sagt Vieri Da Fano. Den wichtigsten Erfolgsfaktor sieht der Geschäftsführer jedoch in seinem Team: „Ohne die Menschen würde diese Firma nicht funktionieren. Die Vision für den Markt ist wichtig, aber wenn man nicht die richtigen Leute neben sich hat, hat man keinen Erfolg.“









