Aufgeschlossen für Innovation

Interview mit Hartmut Beckmann, Vertrieblicher Leiter/CSO der Uhlmann & Zacher GmbH

Wer selbst genau weiß, wie es in einem Hotel zugeht und wie multitaskingfähig jemand sein muss, der eines leitet, versteht die Bedürfnisse von Hoteliers hinsichtlich einer geeigneten Verwaltungssoftware wohl am besten. Deshalb gründete Martin Uhlmann, dessen Eltern ein Hotel betrieben, gemeinsam mit Dr. Marc Zacher 1990 die Uhlmann & Zacher GmbH.

Das junge Unternehmen startete schon bald mit der Entwicklung einer Software-Komplettlösung für Hotels durch, mit der sich alle Verwaltungsbereiche vom Lager über die Kasse bis hin zur Telefonanlage abdecken ließen. Die Software war insofern vielseitig, half jedoch nicht bei einem grundsätzlichen Problem, das jeder Hotelier kennt: Immer wieder verloren Gäste ihre Schlüssel, sodass für Ersatz gesorgt werden musste.

Die Lösung dieses Problems blieb buchstäblich in der Familie: 1996 entwickelte Martin Uhlmanns Vater Günter ein elektronisches Schließsystem, während Martin Uhlmann und Marc Zacher die Software beisteuerten, mit der es betrieben werden konnte.

„Das war tatsächlich ein Meilenstein, denn dadurch kamen wir zu unserem heutigen Geschäftsfeld“, erzählt Hartmut Beckmann, Vertrieblicher Leiter bei Uhlmann & Zacher. „Das Geschäft lief so gut an, dass der Hotelsoftwarebereich um die Jahrtausendwende eingestellt wurde und wir uns nur noch auf elektronische Schließsysteme konzentriert haben.“

Seither hat sich dieser Bereich enorm entwickelt. Nach dem ersten elektronisch kodierten Schlüssel folgte die Weiterentwicklung der Transpondertechnologie in Form einer Karte, die einfach vor den Türknauf gehalten werden konnte. Das Spektrum wurde dann um elektronische Türdrücker erweitert.

„Der nächste Entwicklungsschritt war dann die Integration von Bluetooth“, erläutert Hartmut Beckmann. „So lässt sich die Tür auch über das Smartphone öffnen. Hier sind wir sehr weit in das Thema Bauen und Wohnen vorgedrungen und inzwischen bei großen Firmen vertreten. In den USA laufen gerade zwei größere Projekte in Mehrfamilienhäusern mit mehreren Hundert Schlössern.“

Konstante Entwicklung

Den Innovationsgeist seiner Anfangsjahre hat sich das Unternehmen erhalten: Stetig wird Neues entwickelt und Vorhandenes optimiert. „Wir haben die Entwicklung unserer Produkte im Laufe der Jahre konstant vorangetrieben“, so Hartmut Beckmann. „Wir sind sehr technikgetrieben und entwicklungsstark. So haben wir beispielsweise die komplette Entwicklungsplattform im Hause, einschließlich Software und Tools. Das ist für uns ein klarer Wettbewerbsvorteil. Auch unsere Geschäftsführer sind in die Entwicklung neuer Produkte noch immer stark involviert und geben die Impulse dafür, in welche Richtung sich unsere technologische Entwicklung bewegt.“

Die Produkte sind nicht nur state-of-the-art im Hinblick auf ihr technologisches Niveau – einmalig ist beispielsweise ein elektronischer Türgriff, in den die ganze Elektronik samt Laser auf kleinstem Raum integriert ist –, sondern auch hinsichtlich ihres Designs. „Design spielt eine wichtige Rolle und geht Hand in Hand mit dem technologischen Topniveau unserer Produkte. Das ist eine wichtige Voraussetzung für unseren Anspruch, nicht nur Produkte, sondern Lösungen zu bieten, denn wir sehen uns vor allem als Integrationspartner“, verdeutlicht Hartmut Beckmann.

Europaweit aktiv

Heute liegt Uhlmann & Zacher in den Märkten der DACH-Region weit vorn. Die Schließzylinder generieren dabei den größten Anteil am Umsatz, doch auch der Bereich der Türdrücker wächst enorm. Weitere Anteile machen Türbeschläge und Möbelschlösser aus. Das Unternehmen hat seine Aktivitäten inzwischen auf ganz Europa ausgeweitet.

„In den meisten Ländern sind wir mit Partnern vertreten“, skizziert Hartmut Beckmann den aktuellen Stand. „Deren Betreuung erfolgt über eine Zentrale in Würzburg. In Frankreich haben wir darüber hinaus auch eine Niederlassung mit eigenen Mitarbeitern.“ Potenzial sieht man bei Uhlmann & Zacher auch in Spanien und dadurch eventuell in Lateinamerika, aber auch in Skandinavien. „In UK müssen wir den Markt erst noch weiter beobachten. Stark im Kommen sind auch die arabischen Länder, hier kommen wieder größere Projekte“, sagt der CSO.

Im Gegensatz zum Wettbewerb ist Uhlmann & Zacher beim Vertrieb seiner Produkte immer im Hintergrund geblieben: „Wir haben gezielt Integrations- und OEM-Partner gesucht, sodass der Endkundenvertrieb letztlich über unsere Partner läuft. Die Wettbewerber kommen anders als wir meist aus dem mechanischen Geschäft und tun sich mit Elektronik eher schwer. Sie vertreiben meist B2C“, verdeutlicht Hartmut Beckmann.

Kreative Köpfe gesucht

In die Zukunft blickt Hartmut Beckmann im Großen und Ganzen positiv. „Corona hat uns in manchen Aspekten natürlich auch gebremst. Trotzdem halten wir an den Zielen, die wir bis 2025 definiert hatten, fest. Wir streben einerseits die CO2-Neutralität unserer Produkte an. Andererseits wollen wir unseren Mitarbeitern mehr Verantwortung übertragen. Auch uns betrifft der Fach- und Führungskräftemangel, doch wir sind auch stark im Netzwerken. Aktuell bauen wir im Softwareumfeld eine neue Abteilung auf, auch im Hinblick auf das Thema Cloud. In den Bereichen Elektronikentwicklung und Firmwareentwicklung sind wir derzeit auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern. Für Menschen, die gern eigenverantwortlich arbeiten und in ihrer Arbeit Freiräume brauchen, sind wir ein attraktiver Arbeitgeber.“

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