Webcode:

Um einen Artikel aus dem Print-Magazin online zu lesen, geben Sie bitte nachfolgend den Webcode ein, der im Magazin unter dem Artikel zu finden ist.

https://www.getdigital.de - Gadgets und mehr für Computerfreaks

Wir glauben fest daran, dass der Schlüssel ausgedient hat und uns eine Welt ohne Schlüssel bevorsteht

Interview mit Karsten Nölling, CEO, KIWI.KI GmbH

Social Share
Teilen Sie diesen Artikel

Wirtschaftsforum: Herr Nölling, Sie sind eine Art Botschafter für die Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft. Warum ist Ihnen dieses Thema so wichtig?

Karsten Nölling: Die Digitalisierung in der Immobilienbranche ist unaufhaltsam, und das ist auch gut so. Allerdings müssen wir noch ganz viel Aufklärungsarbeit leisten, denn Digitalisierung ist ein abstraktes Thema, gerade im B2B-Konzext. Die Wohnungswirtschaft ist in den letzten Jahrzehnten relativ wenig mit Technologie in Berührung gekommen, weil sie es einfach gar nicht musste.

Oft wird nicht verstanden, was wir als digitales Unternehmen im Immobiliensektor machen. Der Tür-Zugang ist jedoch ein sehr greifbares Thema, das uns hilft, zu zeigen, wie Digitalisierung in unserer Branche in der Praxis funktioniert. Denn mittlerweile sind wir weg von der Frage, ob die Digitalisierung die Bau- und Immobilienbrache verändern wird, sondern müssen uns der Herausforderung stellen, was genau passiert.

Wirtschaftsforum: Was genau passiert denn und macht für Sie ein digitales Gebäude aus?

Karsten Nölling: Bei der Definition eines digitalen Gebäudes müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. So gibt es zum Beispiel entscheidende Unterschiede bei der Art des Gebäudes. Ein Hotel ist anders als ein Gewerbe- oder Wohnobjekt. Wir müssen uns auch die Prozessebene und den Sinn dahinter anschauen, ob es beispielsweise um Kosteneinsparungen oder neue Geschäftsmodelle geht. Außerdem spielt die Technologie im Inneren des Gebäudes eine wichtige Rolle, die Gateways, die Sensorik sowie die Verarbeitung der ganzen Daten, die bei der Nutzung der Technik entstehen. Wir versuchen ganz konkret in die Used Cases reinzugehen, um diese Dinge zu veranschaulichen.

Die Zukunft der Wohnungswirtschaft liegt in einer Art Betriebssystem, einer digitalen Plattform, die das Gebäude, die Verwaltung und den Mieter mit einbeziehen. Basis dafür ist die intelligente Gebäudesteuerung mittels diverser IoT-Komponenten (zum Beispiel Smart Metering, digitale Schließsysteme, Paketstation und Sensorik) und die Verfügbarkeit von Echtzeit Daten aus dem Gebäude.

Dabei stellt sich natürlich die Frage, wer diese Plattform betreibt. Wir argumentieren ganz stark, dass es aus der Brille des Eigentümers passieren muss, um eine fragmentierte Landschaft bei den Immobiliendienstleistern zu verhindern. Ein möglichst reibungsloses Anknüpfen an die vorhandenen Systeme der Wohnungsunternehmen ist unumgänglich. Die Vernetzung der digitalen Lösungen zu einer digitalen Plattform für die Wohnungswirtschaft, die einheitlich überwacht und gesteuert werden kann, ist also entscheidend für ein effektiv arbeitendes Gesamtsystem.

Wirtschaftsforum: Welche Rolle spielt die KIWI.KI in der Digitalisierung der Immobilienwirtschaft?

Karsten Nölling: Wir haben eine sehr klare Vision. Wir glauben fest daran, dass der Schlüssel ausgedient hat und uns eine Welt ohne Schlüssel bevorsteht. Der Türzugang ist ein ganz wesentliches Element in einem digitalen Gebäude, weil ich damit am Ende rein und raus komme. Das betrifft jeden, den Mieter, Zusteller, die Müllabfuhr oder Pflegedienste, und hat einen großen Hebel auf den Alltag sowie die Effizienz und damit am Ende auch auf das Thema Smart City. Mit unserer Schließanlage können alle Türen, Schranken und Garagen zentral über das Online-Portal gesteuert werden, der Zutritt erfolgt per App oder Transponder. Damit werden auch Schlüsselübergaben an Mieter überflüssig. Wir haben es geschafft, über die Jahre eine sehr breite Basis an Kunden und Installationen aufzubauen und sind mit über 150. 000 Wohneinheiten mittlerweile deutscher Marktführer im Bereich digitaler Schließanlagen für die Wohnungswirtschaft. Diese wird auch in Zukunft unser klarer Fokus bleiben.

TOP