Glasfaser mit kurzen Wegen
Interview mit Marc Blechschmidt, Geschäftsführer der FNOH-DSL Südheide GmbH

Marc Blechschmidt startete 2004 mit der funkbasierten Versorgung von Endkunden. Später folgte VDSL, schließlich Glasfaser. Seit 2014 besteht die FNOH-DSL Südheide GmbH als eigenständiges Unternehmen. Marc Blechschmidt ist seit 2022 alleiniger Gesellschafter, seit 2024 unterstützt ihn Andreas Heuse als weiterer Geschäftsführer.
Das Unternehmen konzentriert sich auf das Dreieck zwischen Hannover, Gifhorn und Celle. Rund 80% der Kunden sind Privathaushalte, etwa 20% Geschäftskunden. FNOH analysiert den Bedarf, plant und finanziert Ausbauprojekte, baut Glasfasernetze und übernimmt anschließend Betrieb und Entstörung. Dabei setzt FNOH bewusst auf ein regional begrenztes Geschäftsgebiet. Neue Glasfasernetze entstehen vor allem dort, wo das Unternehmen den Markt und den Bedarf bereits kennt. Durch frühere Funk- und VDSL-Angebote bestehen vielerorts langjährige Kundenbeziehungen. Das erleichtert die Planung neuer Ausbauprojekte und sorgt nach Aussage von Marc Blechschmidt für eine hohe Anschlussquote.
Nähe statt Hotline
Die regionale Verankerung sieht Geschäftsführer Marc Blechschmidt als Stärke. Wer einen Hausanschluss oder eine individuelle Lösung benötigt, kann kurzfristig Unterstützung erhalten. Einen Glasfaser-Hausanschluss könne FNOH bei Bedarf innerhalb von vier bis sechs Wochen realisieren. Auch im Vertrieb zählt Nähe. Kooperationen mit Sportvereinen, Feuerwehren und Gemeinden sorgen für Sichtbarkeit. Social Media spielt eine geringere Rolle. „Die Mundpropaganda über den Gartenzaun ist einfach die nachhaltigste“, sagt Marc Blechschmidt. Während der Coronapandemie änderte sich die Internetnutzung schlagartig. FNOH musste Kapazitäten anpassen und Wartungsarbeiten neu organisieren. Heute beschäftigen das Unternehmen und eine verbundene Gesellschaft zusammen rund 20 Mitarbeitende. Für die Zukunft erwartet Geschäftsführer Marc Blechschmidt einen weiter steigenden Bandbreitenbedarf. FNOH modernisiert deshalb seine Technik, reduziert stromverbrauchende Standorte und bereitet das Netz auf Bandbreiten bis 10 GB vor.
Auch regionale Lösungen für Datensicherungen könnten an Bedeutung gewinnen. KI nutzt FNOH bereits, um Kundengespräche automatisch zusammenzufassen. Im direkten Service setzt Marc Blechschmidt jedoch weiterhin auf persönliche Ansprechpartner. Die Technologie soll die Mitarbeitenden unterstützen und die Betreuung effizienter machen. Ein weiteres Zukunftsthema ist der Übergang vom Kupfer- zum Glasfasernetz. Marc Blechschmidt plädiert für klare Regeln, wann alte Kupfernetze in erschlossenen Gebieten abgeschaltet werden können. Für wechselnde Kunden müsse es dabei attraktive Angebote geben.











