Corona beschleunigt die Digitalisierung

Interview mit Norman Dreger, CEO der Mercer Deutschland GmbH

„Die Unternehmen, die sich schon vor der Krise mit dem Thema Digitalisierung auseinandergesetzt und Lösungen implementiert haben, konnten sich in der Pandemie definitiv besser behaupten“, so CEO Norman Dreger. „Während diejenigen, die noch überwiegend mit analogen Prozessen unterwegs waren, den Nachholbedarf wohl sehr schnell erkannt haben.“

Digitalisierung ist eines der Hauptthemen, mit denen sich Norman Dreger, seit Oktober 2020 CEO der Mercer Deutschland GmbH, beschäftigt. Wie die Digitalisierung helfen kann, dass Unternehmen weiterhin attraktive Arbeitsplätze und eine gemeinsame Unternehmenskultur für ihre Mitarbeitenden schaffen können, wenn diese sich hauptsächlich im Homeoffice befinden, ist nur ein Aspekt von vielen: „Es ist auf jeden Fall eine sehr spannende Frage, für die wir hier, ähnlich wie unsere Kund:innen, neue Wege finden müssen“, bestätigt Norman Dreger. „Auch wenn es keine Pauschalantwort darauf gibt, kann man doch Vieles richtig machen. Dabei ist es wichtig, über ein effektives Stimmungsbarometer zu verfügen. Wir setzen beispielsweise auf regelmäßige Pulse Surveys, die wir auch unseren Kund:innen anbieten. Statt alle zwei Jahre eine riesige Mitarbeiterumfrage mit tausenden von Fragen zu machen, sind wir heute mit diesen Pulse Surveys zu einem regelmäßigeren Austausch übergegangen. Das war und ist gerade in der Krise enorm hilfreich, um den Kontakt zu den Mitarbeitenden zu halten und zu verstehen, was sie bewegt.“

Schon vor der Corona-Pandemie waren die Digitalisierung und ihre Implikationen ein wichtiges Thema für Mercer. „Durch die Digitalisierung eröffnen sich Organisationen wahnsinnig viele neue Möglichkeiten“, beschreibt Norman Dreger. „Und es wird noch mehr dazu kommen. Schauen wir uns zum Beispiel den Bereich Benefits und insbesondere die sogenannten Flexible-Benefits-Programme an. Sie kommen bei den Mitarbeitenden sehr gut an, weil sie – auf Basis ihrer individuellen Lebenssituation und Bedürfnisse – selbst entscheiden können, welche Nebenleistungen sie aus einem vorgegebenen Portfolio in Anspruch nehmen. Den Wunsch danach gab es schon lange, aber mit Hilfe von Technologie können Unternehmen diesen Anforderungen nun auch ohne enormem Veraltungsaufwand gerecht werden.“

Aber Digitalisierung bedeutet für Mercer nicht nur die Administrationsprozesse zu verschlanken, sondern auch von Analyse-Tools zu profitieren. „Wir haben eine lange Tradition als Investmentberatung“, unterstreicht Norman Dreger. „Seit Jahrzehnten helfen wir unseren institutionellen Kund:innen, passende Investmentstrategien zu identifizieren und die besten Investmentmanager zu selektieren. Der Markt hat sich aber weiterentwickelt, sodass wir uns gefragt haben, wie wir unsere Dienstleistungen skalierbar machen können und wie mehr Mandanten der Zugang zur globalen Research-Datenbank von Mercer ermöglicht werden kann. Dadurch bieten wir nicht nur Beratung, sondern auch erstklassige Tools, die Kundenressourcen schonen und interne Teams entlasten.“

Einen Schritt weiter geht es noch mit den sogenannten strategischen OCIO- (Outsourced Office of the Chief Investment Officer) Lösungen. „Hiermit übernehmen wir die Entscheidungskompetenz für eine kosten- und ressourceneffiziente Umsetzung der Kapitalanlagestrategie der Kundenunternehmen“, so Norman Dreger.

Durch die hohe finanzielle Belastung der Corona-Krise nimmt die betriebliche und private Altersvorsorge in Zukunft sicherlich ebenso an Bedeutung zu. „Die gesetzliche Rente steht unter Druck“, weiß Norman Dreger. „Sie reicht schon heute nicht mehr aus, um den aktuellen Lebensstandard im Ruhestand zu halten. Für künftige Generationen wird sie noch kleiner ausfallen. Deswegen ist es wichtig, die drei Säulen der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge im Blick zu behalten. Hier können wir unseren Kund:innen dabei helfen, ihre Mitarbeitenden bei der Schließung von Bedarfslücken zu unterstützen und sie im Rahmen von Financial Wellbeing zu betreuen.“

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